Prof. Dr. Dr. Peter Höppe und Bernd Paetzelt von den Trostberger Grünen.

Prof. Dr. Dr. Peter Höppe von der Munich Re berichtete über die Folgen des Klimawandels aus Sicht eines Versicherungskonzerns.

Der Klimawandel aus Sicht einer Versicherung

Welche Risiken kommen auf uns zu?

Der weltweit größte Rückversicherer, die Munich Re, betreibt seit Beginn der 70er Jahre eine eigene Abteilung für Georisiko- und Klimaforschung. Deren Leiter, Prof. Dr. Dr. Peter Höppe war zu Gast des Kreisverbandes der Grünen. Wichtig ist uns die Betrachtung des Klimawandels aus Sicht der Wirtschaft und natürlich welche Risiken aus dem Geschehen entstehen, nicht nur durch einen Hurrican in den USA wie Katrina 2005 sondern auch wie aktuell in Simbach durch Extremwetterereignisse.

Frage des Kreissprechers Sepp Hohlweger an den Gast: „Können wir bald schon Südfrüchte im Chiemgau ernten?“

In seinem Vortrag zeigte Höppe die Entwicklung des Klimas seit Beginn Wetteraufzeichnungen, aber auch durch Forschungsergebnisse aus Untersuchungen von Eisbohrkernen aus der Antarktis.

Waren vor 300.000 Jahren die CO2-Werte durch vulkanische Aktivität verändert, so zeigt sich seit mindestens 150 Jahren, dass der steigende CO2-Gehalt in der Luft vom Menschen gemacht ist. In der Vorzeit gab es Schwankungen von 150 Teilchen pro einer Million Teilchen (ppm) bis zu 300 ppm, nun sind es Aktuell mit der Messung am 16. Juni auf der Messstation auf Hawaii 408 ppm. 400 ppm werden als absolute Obergrenze gesehen, um den Klimawandel nicht weiter zu beschleunigen. Die Jahre 2014 und 2015 waren zwei aufeinanderfolgende Rekordjahre, nun zeichnet sich für dieses Jahr ähnliches ab. Januar bis Mai 2016 waren so warm wie noch nie zuvor.

Eine Folge dieser Entwicklung ist die stärkere Erwärmung der Erdoberfläche. Steigende Wassertemperaturen sind weltweit nachgewiesen. Dies führe nicht nur zu einer fortschreitenden Schmelze des Nordpolareises, den Anstieg der Meeresspiegel, sondern durch die höhere Verdunstung zu mehr und stärkeren Niederschlägen, sagte Höppe. Wir sind in der Pflicht zu handeln, so Höppe weiter, wir kennen die Risiken und wir haben die Mittel die Entwicklung zu bremsen. Stoppen können wir den Klimawandel, der von uns Menschen gemacht ist, nicht mehr. Die Folgen sind Schwerwiegend. So fielen im Jahr 2003 nachweislich 70.000 Menschen hauptsächlich in Frankreich und Italien einer Hitzewelle zum opfer. Weitere werden folgen. 

Neben den zu erwartenden negativen Folgen gebe es aber auch Chancen für Länder und Unternehmen die Vorreiter in Sachen Klimaschutz sind. Und natürlich werde sich die Landwirtschaft umstellen müssen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass am Chiemsee Wein angebaut werden kann. 

Auf die Frage von Achim Kraus, welchen Anteil die Mobilität am CO2-Ausstoß habe, antwortete Prof. Höppe, es seien rund 27%. Dieser Wert müsse dringend reduziert werden. Hans Thulner wollte wissen, welche Auswirkungen der Klimawandel noch mit sich bringe, die klare Antwort von Höppe: Der größte Nebeneffekt wird eine nicht abschätzbare Zahl an Klimaflüchtlingen sein – das, was wir momentan erleben, ist ein Geplänkel verglichen mit dem, was uns bevorsteht. Sepp Hohlweger wollte wissen, was denn die Munich Re selbst unternimmt, zum Beispiel durch den Einsatz erneuerbarer Energien. Darauf antwortete Höppe, dass die Investmentabteilung des Versicherers acht Milliarden Euro in Erneuerbare Energien investieren wolle. Zwei Milliarden davon seien bereits ausgegeben, allerdings im Ausland, da hierzulande aufgrund der Rahmenbedingungen Investitionen nicht wirtschaftlich seien, so Höppe.  

Abschließend betonte Prof. Höppe nochmals, wie wichtig es sei, in den Klimaschutz, erneuerbare Energien und Energieeinsparung zu investieren. Sepp Hohlweger

(01. Juli 2016)