Kreissprecherin Helga Mandl und Fraktionssprecher Willi Geistanger.

„Es ist Blödsinn, den Biomüll weiterhin zu verbrennen“

Kreisversammlung der Grünen diskutierte über die Einführung der Biotonne

Bereits seit dem Jahr 2015 ist es Gesetz in Deutschland: Biomüll und Restmüll müssen getrennt verwertet werden. Kreisrat Willi Geistanger berichtete bei der Kreisversammlung der Grünen im Traunsteiner „Sailer Keller“, dass dies im Landkreis Miesbach schon seit 20 Jahren gemacht wird. Der vorgeschriebene Anschluss- und Benutzungszwang wird im Landkreis Miesbach sehr bürgerfreundlich gehandhabt. Wer selber kompostiert, kann sich unbürokratisch von der Biotonne befreien lassen. Die Anschlussquote ist 75% – und der Biomüll wird in einer Biogas- und Vererdungsanlage verwertet. 

Geistanger: „Es ist Blödsinn, den Biomüll weiterhin zu verbrennen; er brennt schlecht und wertvolle Inhaltsstoffe gehen verloren“. 

Im Landkreis Traunstein läuft die Diskussion noch, wie das Bundesgesetz umgesetzt werden soll, und da gibt es mehrere Möglichkeiten: Andreas Herden fragte, ob man den Biomüll ebenso wie jetzt schon den Restmüll in der zentralen Abfallverwertungsanlage (ZAV) in Burgkirchen verwerten könnte. Willi Geistanger hierauf: „Burgkirchen müsste erst eine Anlage hierfür errichten.“ 

Gerhard Gimpl schlug vor, sich dem gut funktionierenden System in Miesbach anzuschließen. Kreisrat Sepp Hohlweger machte sich darüber Gedanken und sagte: „Ist es denn ökologisch sinnvoll, wenn der Biomüll zur Verwertung weit gefahren werden muss?“ Kreisvorsitzende Helga Mandl meinte: „Die beiden großen Landkreise Rosenheim und Traunstein könnten sich doch zusammenschließen und gemeinsam eine moderne Verwertungsanlage errichten.“ 

„Bei der 14-tägigen Leerung der Biotonnen entsteht auch mehr Verkehr“, ergänzte Traudi Kraus. Die Versammlungsteilnehmer entwickelten hierfür die Idee, dass der Biomüll mit einem Zweikammer-Sammelfahrzeug zusammen mit dem Restmüll eingesammelt werden könnte. Es sind immerhin 70 Kilo Biomüll pro Einwohner im Jahr, die man verwerten muss. 

Auf die generelle Frage, ob sich die separate Sammlung ökologisch überhaupt lohnt, meinte Willi Geistanger: „Ja, in jedem Falle, in Miesbach wird die Miesbacher Blumenerde gewonnen, die an Privatleute abgegeben wird.“ Auch wird aus dem Biomüll das Düngemittel Phosphat rückgewonnen, dessen Vorkommen auf der Erde endlich ist. 

Ergebnis der Diskussion war, der Landkreis müsse eine Lösung des Problems finden, dass es für den Bürger möglichst nicht mehr kosten soll und dass die Umsetzung ökologisch sinnvoll sein muss. Die Grünen im Landkreis können mit ihren großen Erfahrungen im Umweltbereich sicher zu einer zufriedenstellenden Lösung beitragen. Wolfgang Wörner  

(9. August 2016)