Aktuelles

22.07.2010

Traunsteiner Grüne für Erhalt des Haidforsts

Der Haidforst ist in Gefahr!

Der östliche Teil des Haidforsts, ein wunderschönes Waldgebiet im Norden unserer Stadt wurde kürzlich vom Stadtrat im Flächennutzungsplan als Gewerbegebiet ausgewiesen (29 Hektar). Die CSU und UW stimmten mit ihrer Stadtratsmehrheit dafür. Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass dieser Beschluss wieder rückgängig gemacht wird.

Welche Bedeutung hat der Haidforst für Traunstein?

für die Bürger:

Der Haidforst ist für viele Bürger ein Erholungswald, in dem man wunderbar seine Freizeitaktivitäten geniessen kann: so begegnet man im Haidforst Joggern, Nordic Walkern, Radfahrern, Spaziergängern, Wanderern und im Winter sogar Langläufern.

für die Umwelt:

Wälder sind heute wichtiger denn je, als Sauerstoffproduzent, als Hochwasserschutz, als Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Im Sommer ist es im Wald viel kühler als z.B. in der Stadt. Und wenn die ausgewiesenen 29 Hektar einmal abgeholzt sind, fällt der schmale Reststreifen wahrscheinlich einem großen Sturm zum Opfer.

Gibt es in Traunstein noch  andere freie Gewerbeflächen?

Ja, es stehen noch freie Flächen z. B.  an der Chiemseestr. stadtauswärts, am Bahnhof und an der Südspange zur Verfügung.

Wo in Traunstein können die nötigen Ausgleichsflächen ausgewiesen werden? 

Wenn in Bayern ein Wald vernichtet wird, müssen anderswo Ausgleichsflächen geschaffen werden.
Im Stadtbereich Traunstein können die Ausgleichsflächen gar nicht ausgewiesen werden. Die Ausgleichsflächen für den Haidforst können an beliebiger anderer Stelle in Deutschland sein. Doch egal ob nun in einer benachbarten Gemeinde oder irgendwo z. B. in Brandenburg, die Traunsteiner Bürger werden davon jedenfalls nicht profitieren.

Sind wir Grüne generell gegen eine Ausweitung des Gewerbegebietes „Industriestraße“?

Nein, wenn Traunsteiner Unternehmen weitere Flächen zur Erweiterung ihres Betriebes benötigen, stellen sich die Grünen nicht dagegen. Wir gehen allerdings davon aus, dass es sich dabei  tatsächlich nur um einige wenige Hektar handelt.

Woher kommt eigentlich der Bedarf für ein Güterterminal in dieser Größenordnung?

Der größte Teil der umgewidmeten Fläche ist für ein Güterterminal vorgesehen. Es gibt nur eine Firma in unserer Region, die große Volumen für den internationalen Markt zu verladen hat. Das in Traunreut ansässige Unternehmen prüft derzeit einen Ausbau der eigenen Logistik, mit eigenem Verladeterminal. Damit gibt es keinen weiteren Bedarf für ein zweites Terminal, da ein Grossterminal in Salzburg bei weitem nicht ausgelastet ist.  

Sind die Grünen nicht auch dafür, in Traunstein weitere Arbeitsplätze zu schaffen?

Natürlich möchten auch wir Grüne, dass in der Stadt Traunstein Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden. Wir sehen Traunstein nur nicht als Industriestadt, sondern wir möchten Traunstein als das erhalten was es ist: eine lebens- und liebenswerte Stadt, als „ Die Perle im  Chiemgau“.
Im Tourismus z.B. könnte ein vielfaches an Arbeitsplätzen geschaffen werden, als z. B. in einem Güterterminal. Das Klinikum ist jetzt schon größter Arbeitgeber in der Stadt. Im Gesundheitswesen könnten sicher noch weitere sichere Arbeitsplätze entstehen. Die Stadt muss attraktiv bleiben, damit  auch in der Zukunft noch gilt: dort arbeiten wo andere Ferien machen!
 

Von: Helga Mandl, Wolfgang Wörner