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KV Traunstein diskutierte mit Hans Well von der ehemaligen Biermösl Blosn

„Heimat Weiß-blau oder zubetoniert“ war der Titel unserer öffentlichen Veranstaltung im Sailer Keller. Und wir hatten prominente Gäste geladen: Hans Well von der ehemaligen Biermösl Blosn und den Bergener Bürgermeister Stefan Schneider.
Die Kreisvorsitzende Helga Mandl erläuterte in ihrer Einführung den Gegensatz von Heimat und Flächenverbrauch und gab Informationen zum Stand des Volksbegehrens „Betonflut eindämmen“: 46000 Unterschriften wurden gesammelt, das Volksbegehren ist nach Gutachtermeinung zulässig, und die Eintragungszeit in den Rathäusern wird voraussichtlich im Juni sein.
Hans Well versuchte dann, den Begriff Heimat zu definieren: „Heimat ist Heimatgefühl, hat viel mit Identifikation zu tun“. Für Well ist Heimat im Schwund begriffen, ebenso ist für Hans Well der Flächenverbrauch Heimatverlust.
Auch Stefan Schneider hatte eine Definition von Heimat parat: „Heimat, das sind die Menschen, das ist die Natur, und die Gegend, wo man lebt.“ Schneider meint, dass viele Verantwortliche nur Lippenbekenntnisse zum Flächensparen abgeben, für ihn ist „das Bauen auf dem Land wie ein Krebsgeschwür, an dem wir kaputt gehen werden.“
Well erinnerte dann an den viel zu früh verstorbenen Sepp Daxenberger, „der hat damals schon den Begriff Heimat vom Kopf wieder auf die Füße gestellt“.
In der Diskussion meinte Kreisrat Sepp Hohlweger, dass das ständige Schielen auf Gewerbesteuer ein wesentlicher Grund für die Heimatzerstörung ist. Er würde gerne hier den Hebel ansetzen. Hans Urbauer, Bürgermeister von Kienberg ergänzte, dass die Gewerbesteuer viele negative Seiten hat und in manchen Jahre auch komplett ausfallen kann. Weiterhin sagte er: „Für mich ist der neue Ministerpräsident Söder ein Heimatzerstörungsminister. Ich bin mir sicher, die Forderung den Flächenfraß einzuschränken, kommt bei der Bevölkerung gut an.“
Kreisrätin Inge Kämpfl aus Waging findet die vielen Gewerbegebiete hinter der österreichischen Grenze schrecklich und sie forderte: „Es soll bei uns doch nicht so ausschauen wie in Salzburg“.
Hans Glück aus Tittmoning stimmte dem zu und er meinte „Das Volksbegehren „Betonflut eindämmen“ tritt den Nerv der Leute.“
Kreisrat Willi Geistanger brachte einen zusätzlichen Aspekt ins Spiel: „Viele Leute wollen ein Einfamilienhaus, auch das verbraucht Fläche“. Carlo Boxhammer aus Trostberg stört das auch: „Im Innenbereich der Städte wohnt in vielen Häusern nur noch eine Person, also werden außen neue Häuser gebaut, ohne Infrastruktur, ohne Busverbindung, alles muss mit dem Auto gemacht werden“, so Boxhammer.
Helga Mandl sagte es plakativ „Wer seine Heimat liebt, betoniert sie nicht zu“ und Walter Wimmer aus Waging appellierte am Schluss der Veranstaltung, man solle sich Gedanken machen über alternative generationenübergreifende Wohnformen und eine lebenswerte Umwelt, und er erhielt dafür einen Applaus vom zahlreichen Publikum.

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