MdB Doris Wagner (links) mit der Kreisvorsitzenden Helga Mandl, MdL Gisela Sengl und Fraktionsvorsitzender Katharina Schulze

von links: Die Bundestagsabgeordnete Doris Wagner, die Kreisvorsitzende Helga Mandl, die Landtagsabgeordnete Gisela Sengl und die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, Katharina Schulze

„Wir brauchen Menschen, die Haltung zeigen und sich für eine weltoffene und geschlechtergerechte Gesellschaft einsetzen“.

Kreisversammlung mit MdB Doris Wagner und MdL Katharina Schulze

„Jetzt Haltung zeigen – für eine moderne gleichberechtigte Gesellschaft“ hieß das Diskussionsthema unserer sehr gut besuchten April-Kreisversammlung. Wir hatten dazu die Bundestagsabgeordnete Doris Wagner und die Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag Katharina Schulze nach Traunstein eingeladen.

Bezogen auf die politischen Entwicklungen in Deutschland und in der Welt sagte Katharina Schulze in ihrem Eingangsreferat: „Wir brauchen Menschen, die Haltung zeigen und sich für eine weltoffene und geschlechtergerechte Gesellschaft einsetzen“. 

Durch die aktuellen politischen Entwicklungen sieht die Kreisvorsitzende Helga Mandl die Errungenschaften zum Beispiel in der Frauen- und der Gleichstellungspolitik in Gefahr, und sie rief die Besucher auf: „Bitte setzt Euch weiterhin für eine gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit ein.“ 

Doris Wagner berichtete, dass Frauen, die heute in Rente gehen, im Schnitt nur 542 Euro Rente im Monat bekommen. Sie appellierte deshalb, sich gegen die drohende Altersarmut der Frauen in unserer Gesellschaft einzusetzen.

Die Renten in Österreich sind fast doppelt so hoch wie hierzulande“, sagte Kreisrat Sepp Hohlweger, worauf Peter Beisser forderte: „Wir brauchen dringend ein anderes Rentenkonzept in Deutschland.“

Bessere Renten bekommt man, wenn man in gut bezahlten Berufen arbeitet. Carola Prosiegl warnte: „Was wird denn, wenn keiner mehr Krankenpfleger werden will?“ Doris Wagner hierauf: „Image und Gehalt in diesen Berufen muss besser werden“, worauf Kreisrat Willi Geistanger sofort einwarf: „Wie sollen dann die sozialen Einrichtungen finanziert werden?“ Katharina Schulze antwortete: „Die Haushaltspolitik kann zum Beispiel entweder Geld für Straßen oder aber für Menschen ausgeben“.

Geld für Menschen ausgeben heißt auch, dass der Staat sich wieder mehr um Sozialwohnungen kümmern muss. Viele Menschen haben einen Arbeitsplatz zum Beispiel in München gefunden, müssen aber pendeln, einfach weil es dort kaum bezahlbare Wohnungen gibt. Der einfachen Lösung, in großen Städten mehr zu bauen, widersprach der Traunsteiner Stadtrat Wilfried Schott: „Wir brauchen eine Infrastrukturpolitik, die die Leute nicht alle in die großen Städte zieht; durch Digitalisierung und schnelles Internet können Arbeitsplätze wieder außerhalb der großen Städte entstehen.“

Thomas Lang-Nachtnebel wies schließlich darauf hin, dass die an diesem Abend diskutierte Situation durch falsche Rentenpolitik und falsche Infrastrukturpolitik der aktuellen Regierungen erst entstanden ist und er forderte die Politikerinnen auf, dies viel stärker zu verdeutlichen. Katharina Schulze antwortete darauf, dass sie weniger auf die Politik der anderen Parteien eingehen will, sondern konkret Lösungen aufzeigen möchte, die die Grünen für die aktuellen Probleme in unserer Gesellschaft anbieten. Wolfgang Wörner

(24.04.2017)