Mehr Grün! Weniger Asphalt.

Wie wollen wir in Zukunft wohnen?

Diskussion über neue Wohnmodelle und sozialen Wohnungsbau

Nachdem die Kinder ausgezogen sind, leben in vielen großen Wohnungen und Häusern jahrelang nur noch zwei Personen. Gleichzeitig breiten sich unsere Städte und Gemeinden immer weiter ins Umland aus. Das ist im Landkreis Traunstein nicht anders als anderswo. Flächenfraß und Verkehrszunahme sind die Folge.

Dies war Thema der Kreisversammlung im Traunsteiner Sailer Keller. Als Referent eingeladen war Architekt Erwien Wachter aus Seebruck. Seine Lösung des Problems besteht in einer modularen Bauweise. Ein Haus oder eine Wohnung könnte so konzipiert werden, dass es leicht in zwei völlig separate kleinere Wohnungen aufgeteilt werden kann. „Somit könnte das krakenartige Ausbreiten der Gemeinden reduziert werden und es könnte auch wieder mehr Gemeinschaftliches entstehen“, so Architekt Wachter. Kreissprecher Sepp Hohlweger fügte hinzu: „Es würden wieder mehr soziale Gesamtstrukturen entstehen, mit Schulen, Kindergärten und Einkaufsmöglichkeiten“.

Kreisrat Will Geistanger ist der Meinung, dass die Kommunen im Landkreis beim sozialen Wohnungsbau viel aktiver werden sollen. „Es ist Blödsinn, wenn kommunale Wohnungen verkauft werden, denn auch bei relativ geringen Mieteinnahmen kann sozialer Wohnungsbau für Gemeinden kostenneutral sein“, sagte er. Erwien Wachter erzählte dann von der Stadt Wien: „In Wien wohnen über eine halbe Million Menschen in Gemeindebauten, wobei die Mieten nur so erhöht werden, wie die Bewohner sich das leisten können“. Laut Wachter rentiert sich Sozialwohnungsbau sehr wohl, wenn man es langfristig betrachtet.„In den meisten Mehrfamilienhäusern gibt es keinerlei Gemeinschaftseinrichtungen, obwohl das Bedürfnis der Bewohner da ist“, wusste Thomas Lang-Nachtnebel.

Stadtplaner Wolf Steinert aus Übersee meinte darauf: „Wenn Einzelinteressen so sehr vor das Gemeinschaftsinteresse gestellt werden, dann ist das keine positive Entwicklung für die nachfolgenden Generationen.“ 

Sowohl Stadtplaner Steinert als auch Architekt Wachter meinten zum Abschluss der Veranstaltung der Grünen, dass mit Gemeinschaftsbauten, modularen Wohnmodellen und ähnlichen viel mehr experimentiert werden sollte, doch dafür ist seit Jahren leider nirgendwo Geld da. Wolfgang Wörner

(29. März 2016)