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Thomas Lang-Nachtnebel, Regina Reiter, Andrés Kunze-Sanzana, Helga Mandl, Wilfried Schott, Luzie Kamm, Mina Himmelstoß und ganz rechts unsere Landratskandidatin Gisela Sengl.

Von links: Helga Mandl, Claudia Roth, Gisela Sengl, Burgi Mörtl-Körner. Foto: Wolfgang Wörner 

Frauenpower im Sailer Keller

40 Jahre Grüne mit Claudia Roth in Traunstein

Seit 40 Jahren gibt es die Grüne Partei in Deutschland. Aus diesem Grund hatte Helga Mandl vom Traunsteiner Ortsverband die wahrscheinlich bekannteste Grünen-Politikerin in den Saal des Sailer Keller eingeladen: Claudia Roth. Zusammen mit der Landratskandidatin Gisela Sengl und der Oberbürgermeister-Kandidatin Burgi Mörtl-Körner erzählte Claudia über die Anfänge der Grünen und bemängelte, dass Frauen in der Politik in Deutschland immer noch unterrepräsentiert sind.

Burgi Mörtl-Körner erzähle von den Schwierigkeiten, die sie hatte, als sie 1996 in den Kreistag gewählt wurde: „Ich musste meinen Beruf, die Betreuung meiner Tochter und mein politisches Mandat unter einen Hut zu bringen“, berichtete sie. Das sei auch heute noch der Grund, warum so viele Frauen sich nicht politisch engagieren wollen, so ihre feste Meinung.

Gisela Sengl hatte zu diesem Thema Zahlen mitgebracht: „In Bayern sind bei den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern nur 8,7% weiblich, und es gibt nur 5 Landrätinnen bei insgesamt 71 Landkreisen in Bayern“, sagte sie.

Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth zählte auf, welche Ungerechtigkeiten es heute noch zwischen Frauen und Männern gibt, zum Beispiel die Lohnungerechtigkeit in Deutschland, die miserable Bezahlung der typischen Frauenberufe und dass in der Folge davon „Altersarmut ein Geschlecht hat“.
„Wir Frauen wollen die Rathäuser und Landratsämter erobern, wir wollen nicht die Hälfte der Plätze im Himmel, sondern sie hier und jetzt“.

Helga Mandl, die die Veranstaltung organisiert hatte und leitete, berichtete von ihrem Besuch im Innenministerium von Herrn Seehofer: „Dort sind mehr als 80% der Mitarbeiter weiblich, aber unter den 8 Abteilungsleitern ist nur eine Frau“.

Auf den Bericht einer 15jährigen Besucherin über „Anmache“ in der Schule sagte Claudia Roth: „Lass Dich nicht entmutigen, misch‘ Dich ein in Dein Leben, und wenn Dich einer blöd anmacht, suche Dir Unterstützung von anderen jungen Frauen“.

Martina Wenta berichtete von ihrer Zeit als Abgeordnete im Oberbayerischen Bezirkstag: Viele junge Mütter brachten ihre kleinen Kinder zu den Sitzungen mit, aber kein Vater kam mit Kind. Wentas Meinung: „Erst wenn auch die Väter ihre kleinen Kinder dabeihaben, dann sind wir richtig gleichberechtigt.“.

Mina Himmelstoß wusste: „Im aktuellen Traunsteiner Stadtrat gibt es nur 7 Frauen, und davon eine einzige unter 40“. Sie bemängelte auch, dass Frauen in der Berichterstattung weniger „drankommen“ als Männer. „Wenn wir Frauen nicht sichtbar sind, werden wir nicht gewählt“, so ihre Ansicht.

Nina Boxhammer erwähnte das Problem der sexualisierten Sprache, worauf Claudia Roth zu den Beschimpfungen und Bedrohungen im Internet gegen sie und andere, und zum jüngsten Gerichtsurteil der Anzeige von Renate Künast sagte: „Zuerst kommt das sagbare und dann das machbare“.

Wie immer endete der Abend in vielen Einzelgesprächen von Claudia Roth mit den Besuchern. Wolfgang Wörner

(9. Oktober 2019)

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