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„Das wirkliche Idol ist der Schwimmlehrer“

Alex Reinmiedl: Olympia zieht dem Breitensport die Finanzierung ab

„Nicht der große Olympiastar, sondern der Trainer vor Ort ist oft das Idol junger Sportler.“ So brachte es Alexander Reinmiedl auf einer Informationsveranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen in Marquartstein auf den Punkt. Er ist seit vielen Jahren in der Jugendarbeit des BLSV aktiv und stellte fest, dass die Trainer vor Ort, also zum Beispiel der Schwimmlehrer, die eigentlichen Vorbilder der Kinder und Jugendlichen sind.

Wenn Olympia zu uns kommt, wird dies nach seiner Meinung aber Nachteile für die Jugendarbeit haben, da alle Aufmerksamkeit und auch die finanziellen Mittel auf die Olympischen Spiele gerichtet sind und dann im Breitensport fehlen. Der finanzielle Aspekt stand auch im Zentrum der anderen Referenten. Sepp Hohlweger, Kreisrat und Gemeinderat aus Ruhpolding sagte: „Mit Olympia kaufen wir eine Katze im Sack, und wir wissen erst 2022, welche Katze herauskommt.“

Die Verträge, die mit dem IOC geschlossen werden, bringen nämlich ganz erhebliche Nachteile für die Region, die noch gar nicht absehbar sind, so Hohlweger weiter. Bisher mussten und müssen praktisch alle Austragungsorte von olympischen Winterspielen noch über Jahre und Jahrzehnte hinaus die Schulden abtragen. In die gleiche Kerbe schlugen auch Helga Mandl, Sprecherin des Kreisvorstands der Grünen, und Hermann Eschenbeck vom Bund Naturschutz: „Der Umfang der Sicherheits- und auch der Verkehrsmaßnahmen ist völlig offen“, sagte Mandl in ihrem Vortrag.

„Der Bürger kann am Sonntag nicht wirklich informiert über die olympischen Winterspiele 2022 entscheiden, da weder eine genaue Kostenaufstellung noch die Details zu Infrastrukturmaßnahmen bekannt sind“, waren sich Mandl und Eschenbeck einig. Ein Diskussionsteilnehmer meinte daraufhin: „Ein Privatmann würde doch solche Verträge nie abschließen“.

Die Befürworter entscheiden letztendlich über Geld, das Ihnen nicht gehört, tragen aber kein persönliches Risiko, war das einmütige Fazit der Referenten.

(08. November 2013)

Felicitas Wendt in den Bezirkstag
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