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Eindringlicher Appell für Inklusion

Blinde Münchner Musiker begeistern mit Benefizkonzert im k1-Studio

Die Kulturveranstaltungen der Traunreuter Grünen haben schon Tradition. Stadtrat Martin Czepan freute sich, dass er vergangenen Sonntag im nahezu voll besetzten Studio des k1 zahlreiche Besucher begrüßen konnte, darunter als Ehrengäste den 1. Bürgermeister Franz Parzinger und die 3. Bürgermeisterin Rosl Hübner. Diese freute sich besonders über die viele Gäste, geht doch der Erlös dieser Benefizveranstaltung an den Verein „Licht für Kinder e.V.“, dessen Vorsitzende sie ist. Martin Czepan bedankte sich bei der Kreisvorsitzenden Helga Mandl für ihre Idee, die Blinden Musiker aus München nach Traunreut einzuladen und für die finanzielle Unterstützung durch den Kreisverband.

Gespannt wartete das Publikum auf das erste Stück und wurde bei diesem und allen weiteren nicht enttäuscht. Nach einem Auftakt mit Klassik ging es mit mehr jazzigen Stücken weiter. Die Besetzung mit Schlagzeug, drei Trompeten und zwei Tenorhörnern wirkt zunächst etwas ungewohnt. Nach den ersten Stücken merkt man aber, dass das Konzept funktioniert. Nicht nur die zunächst naheliegenden Bläsernummern wie Bert Kämpferts „Swinging Safari“ oder Herb Alperts „Tijuana Taxi“ klingen wie aus einem Guss. Auch die Interpretationen von Jazz-Standards wie „Summertime“ oder „The Girl from Ipanema“  können sich aufgrund der durchdachten Arrangements hören lassen.  Da wandert die Melodie von den Trompeten zu den Tenorhörnern und wieder zurück. Da wechseln mehrstimmig gesetzte Melodien mit freier Improvisation. Immer ist alles sauber intoniert und auf den Punkt gespielt.

Der Zuhörer stellt sich da unwillkürlich die Frage, wie es blinden Menschen gelingt, sich all die Abläufe zu merken, da ein Spiel nach Noten nicht möglich ist. Das Repertoire der Band umfasst immerhin mehrere hundert Stücke. Hier gab Johannes Huber, der einzige Sehende, Trompeter und Leiter des Ensembles einige interessante Einblicke in die Probenarbeit.

Die Ensemblemitglieder bekommen ihre Parts auf Diktiergeräte aufgespielt und üben dazu so lange, bis sie sie auswendig spielen können, wobei einigen schon ein einmaliges Anhören genügt. In Traunreut spielten die blinden Musiker in der Formation Theo Kalaitzidis (Tenorhorn), Jörg Schiener (Tenorhorn), Marco Eller (Trompete), Astrid Schweitzer (Trompete), Lourdes de Melo (Schlagzeug). Einige von ihnen, wie Astrid Schweitzer, sind Musiker schon von klein auf. Sie gewann mit 8 Jahren den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ mit ihrem ersten Instrument Blockflöte. 

Vor der Pause und auch bei Zugabe verblüfften die Bandmitglieder das Publikum mit gekonnten A-cappella-Einlagen. Vor Beginn des zweiten Abschnitts führte der Arbeitskreis „Soziales“ der Grünen eine kurze, aber sehr eindringliche Einlage zum Thema Inklusion auf.

Große Anerkennung fand die Leistung des Ensembles auch bei den im Publikum anwesenden Musikern. Mit ihrer Musik, aber auch mit ihren humorvollen Anmoderationen verstanden es die Musiker aus München, von Beginn an gute Stimmung zu verbreiten. Man kann nur großen Respekt haben vor der Leistung dieser Menschen, die trotz ihres Schicksals immer gut gelaunt und bescheiden auftreten, denen aber auch die Wertschätzung ihrer Arbeit und der Zuspruch des Publikums sehr wichtig sind. Nach großem Applaus und drei Zugaben durften die sympathischen Musiker aus München die Heimreise antreten. Martin Czepan bedankte sich bei den Musikern und äußerte den Wunsch, sie bald wieder einmal in Traunreut begrüßen zu dürfen.

(12. März 2014)

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