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Grüne nominieren Landratskandidaten

Sepp Hohlweger: Grün tut dem Landkreis gut

„Wir haben gute Chancen, was zu reißen, und wir sollten die nicht vertun“, sagte Sepp Hohlweger am Montagabend, nachdem ihn die Kreisversammlung von Bündnis 90/Die Grünen im Trostberger Postsaal-Gewölbe zum Landratskandidaten gewählt hatte. Der Ruhpoldinger Gemeinderat und Sprecher der Traunsteiner Kreistagsfraktion setzte sich mit 29 Stimmen klar gegen Peter Beisser durch – der Schriftführer des Waginger Grünen-Ortsverbands bekam zehn Stimmen. 

Landratskandidat Sepp Hohlweger. Foto: Amelie von Schönaich

Die Landratswahlen finden am Sonntag, 16. März 2014, statt. Bisher sind neben Hohlweger noch Siegi Walch aus Inzell (CSU) und Andreas Danzer aus Grabenstätt (FW/UW) fix nominiert. Für die SPD will Sepp Konhäuser aus Ruhpolding wieder antreten – die Sozialdemokraten nominieren offiziell aber erst im September. 

Beisser hatte sich laut eigenem Bekunden spontan entschlossen, neben Hohlweger zu kandidieren, da die CSU, die ja auch aus mehreren Aspiranten ihren Landratskandidaten gekürt hatte (wir berichteten), die Grünen nicht „links überholen“ soll. „Wir sind super aufgestellt“, befand Beisser; die Grünen im Landkreis hätten viele Themen, eine fleißige Kreistagsfraktion, eine „unheimlich aktive“ Vorstandschaft des Kreisverbands sowie eine energiegeladene Wahlkampftruppe. 

Hohlweger erklärte, dass die Kreistagsfraktion viel bewegt habe. Die Partei habe zum Beispiel im Juni 2008 gefordert, ein Mobilitätskonzept zu starten, das nicht nur den Straßenbau, sondern auch Bus und Bahn beinhaltet. „Das ist geschehen – ein Jahr später.“ Als Erfolg verbuchte Hohlweger die Gründung der Energiegenossenschaft „Bürgerenergie Traunsteiner Land eG“ mit dem Ziel, die Energiewende erfolgreich zu gestalten, den Anteil erneuerbarer Energie im Landkreis zu erhöhen und die regionale Energieversorgung voranzubringen. Eine gesicherte Gesundheitsversorgung sei durch die Fusion der Kliniken Südostbayern AG gewährleistet. 

Hohlwegers Fazit: „Grün tut dem Landkreis und den Menschen gut.“ Mit Blick auf künftige Aufgaben hielt es Hohlweger für wichtig, die Verschuldung des Landkreises abzubauen. Bereits in den letzten fünf Jahren habe der Kreistag versucht, die Nettoneuverschuldung auf Null zu bringen. „Es ist uns nicht immer gelungen.“ 

In puncto ÖPNV wolle er sich als Landrat für einen Tarifverbund mit der Region 18 bis Salzburg einsetzen. Klare Absagen erteilte Hohlweger einem Güterterminal und einer erneuten Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele. „Chiemgau und Rupertiwinkel werden nicht zur Verkehrsdrehscheibe – zumindest nicht mit uns Grünen“, erklärte er mit Blick auf ein Güterterminal. „Wir brauchen keine Olympiade, die schadet mehr als sie nutzt“, sagte er über eine mögliche Ausrichtung der Winterspiele 2022, zu denen es am Sonntag, 10. November, Bürgerentscheide gibt (wir berichteten). Das Geld könne anders verwendet werden, erklärte Hohlweger. Wenn der Landkreis Geld für die Olympischen Spiele ausgebe, werde es in den nächsten zehn Jahren keine Turnhalle für das Traunsteiner Annette-Kolb-Gymnasium geben. Zudem benötige der Landkreis Geld für die Staatliche Realschule Trostberg, die außen und innen renovierungsbedürftig sei.

„Zukunftsthemen sind grüne Themen“, begründete Bernd Paetzelt, Fraktionssprecher der Grünen im Trostberger Stadtrat, warum der Landkreis einen Grünen-Landrat braucht. Die CSU habe bislang nur Worte statt Taten, nur Lippenbekenntnisse geliefert. „Es reicht keine grüne Tünche über das C, das S und U!“  Michael Falkinger

(31. Juli 2013)

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