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„Dabei sein ist alles“ – oder doch nicht immer?!

Ist die Olympiabewerbung 2022 für unsere Region sinnvoll?

Die Frage, ob die Olympiabewerbung 2022 für unsere Region sinnvoll ist oder eher nicht, hat bei mir längere Zeit des Abwägens von Für und Wider erfordert. Auf den ersten Blick erscheinen die Argumente der Befürworter schlüssig. Die Region wird in den weltweiten Blickpunkt gerückt und eine Förderung des Tourismus scheint dadurch gegeben. 

Margaret Winnichner.

Mehrere Sportstätten sind bereits vorhanden und Gemeinden wie Ruhpolding sind erprobt im Durchführen von sportlichen Großveranstaltungen. Klar ist jedoch, dass das IOC einen Vertrag vorlegen wird, bei dem die alleinige finanzielle Belastung bei den Ausrichtern und somit beim Steuerzahler liegen wird. Mit einer Förderung der mittelständischen Unternehmen in der Region ist nicht zu rechnen, da die Großkonzerne bei einer solchen Veranstaltung zum Zug kommen werden. 

Für eine 17-tägige Veranstaltung ein Bewerbungsbudget von maximal 394.000 € auszugeben, ist bei der Haushaltslage des Landkreises eine Menge Geld, auch wenn dieses im Budget der Tourismusförderung eingeplant ist. Das heißt pro Tag der Veranstaltung schlagen 23.176,47€ für den Landkreis zu Buche. 

Was die Entwicklung des Tourismus insgesamt angeht, so kann dies aus meiner Sicht nur dann eine gute Investition sein, wenn auch die einheimische Bevölkerung davon profitiert und die Tourismusförderung sich nicht hauptsächlich auf diesen Megaevent bezieht. 

Wenn Herr Schweiger (1. Vorsitzender des Skiverbands Chiemgau) auf die positiven Effekte der Spiele von 1976 in Seefeld verweist, so meine ich das in einem Zeitraum von dann 46 Jahren die Klimaveränderung berücksichtigt werden muss, welche die Durchführung von Winterspielen erheblich beeinflussen wird. 

Was die ökologischen Folgen angeht, wurde ausführlich Position durch den Bund Naturschutz Traunstein bezogen. Diesen Argumenten sollte man sich nicht verschließen. In der Gesamtschau betrachtet werde ich gegen eine Olympiabewerbung stimmen.

Der Chiemgau ist auch ohne Olympische Spiele attraktiv genug für Besucher aus aller Welt! Margaret Winnichner

(7. November 2013)

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