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Willi Geistanger, Gisela Sengl und Dr. Christian Magerl.

Von links nach rechts: Willi Geistanger, Landtagsabgeordnete Gisela Sengl, umweltpolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion, und Dr. Christian Magerl

Fachgespräch zum Thema „Biotonne“

Dr. Christian Magerl informiert

Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen veranstaltete ein Fachgespräch zum Thema „Biotonne“. Der umweltpolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion Dr. Christian Magerl informierte, dass laut Bundesgesetz seit dem 1. Januar 2015 eine getrennte Sammlung von Biomüll und Restmüll verpflichtend vorgeschrieben ist. In vielen Teilen Bayern wird diese Vorgabe durch die Einführung der Biotonne als Holsystem umgesetzt. Lediglich 17 vom 91 Gebietskörperschaften in Bayern haben die Biotonne noch nicht eingeführt. 

Leider wurde in Südostoberbayern in Landkreisen, die dem Zweckverband Abfallverwertung Südostoberbayern (ZAS) angehören wie Traunstein, Rosenheim, Altötting und Mühldorf, die Biotonne noch nicht eingeführt. Thomas Frey, Geschäftsführer des Kommunalunternehmens für Abfallvermeidung, Information und Verwertung im Oberland informierte über die Bioabfallverwertung im Landkreis Miesbach. 

Im Landkreis Miesbach gibt es bereits seit 1994 die Biotonne. Diese wurde zunächst in einigen Gebieten des Landkreises eingeführt und dann schrittweise auf das gesamte Gebiet ausgedehnt. Im Landkreis Miesbach besteht wie in allen Landkreisen Bayerns Anschluss- und Benutzungszwang. Allerdings sind Eigenkompostierer hiervon befreit. Der Anschlussgrad liegt derzeit bei 75%. Die Einführungsphase wurde von einer intensiven Beratungsphase begleitet. 

Ziel war es, Vorbehalte gegenüber der Biotonne, besonders bei Eigenkompostieren, abzubauen. Wie Frey erklärte, wird die Biotonne von den meisten Einwohnern akzeptiert und positiv gesehen. Beschwerden, unter anderem wegen Geruchsbelästigungen, gibt es kaum. Im Landkreis Miesbach wird die Biotonne alle 2 Wochen abgeholt. Die jährliche Gebühr z.B. für eine 80-Liter-Tonne beträgt 50 Euro. Gesammelt werden jährlich pro Einwohner rund 80 kg Biomüll. Bayernweit sind es zwischen 70 und 80 kg. 

Der Biomüll erzeugt in einer Vergärungsanlage Biogas. In der nachgeschalteten Kompostieranlage wird Erde für den Landschaftsgartenbau, für die Landwirtschaft und für Private erzeugt. Dr. Birgit Seeholzer vom Landratsamt Traunstein berichtete über den aktuellen Stand der Abfallwirtschaft im Landkreis. 

Bereits in den 90er Jahren gab es einen Biotonnenversuch im nördlichen Landkreis. Leider wurde dieser wieder eingestellt. Kreisrat Sepp Hohlweger berichtete, dass der Traunsteiner Kreistag bereits 2013 den Beschluss fasste, die Biotonne einzuführen. Verwertet werden soll der Biomüll gemäß diesem Beschluss in einer zentralen Vergärungsanlage für den ZAZ am Müllheizkraftwerk Burgkirchen. Leider wurde die Anlage bisher noch nicht gebaut. 

In der anschließenden Diskussion waren sich die Teilnehmer weitgehend einig, dass auch in der Region Südostoberbayern die Einführung der Biotonne als Holsystem die sinnvollste und effektivste Lösung der Biomüllverwertung ist. Von den grünen Kreisrät*innen wurde die zentrale Anlage in Burgkirchen vehement gefordert. Auf harsche Kritik stieß die Weigerung des Altöttinger Landrats, der als Verbandsvorsitzender des ZAS die geplante Anlage in Burgkirchen blockiert. Der Sprecher der grünen Kreistagsfraktion im Traunsteiner Kreistag, Willi Geistanger, erklärte, dass man mit Hilfe von Anträgen und Anfragen das Thema weiter verfolgen werde. Die Landtagsabgeordnete Gisela Sengl wies darauf hin, dass der aus dem Biomüll gewonnene Kompost einen wichtigen Beitrag leistet, um einen absehbaren Phosphatmangel bei der Düngung landwirtschaftlicher Flächen zu begrenzen. Willi Geistanger

(1. August 2016)

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