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Massentierhaltung beenden

Ein Herzensthema von uns Grünen: Neues Tierschutzgesetz muss her

Gisela Sengl

Bei der Kreisversammlung am 8. Juni zum Mitgliederentscheid hat jede Kandidatin und jeder Kandidat ein „Herzensthema“ vorgestellt. Für mich war klar: „Massentierhaltung endlich beenden“ – das ist mein Herzensthema. Als denkende und fühlende Menschen können wir die Verantwortungslosigkeit und Grausamkeit, wie sie in der Massentierhaltung an der Tagesordnung ist, nicht länger hinnehmen. Tiere sind fühlende Wesen und nicht nur Produktionsfaktoren. 

Der aktuelle Zustand – so kann es nicht bleiben!

Das scheint das jetzige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) anders zu sehen.
Auf der Homepage des BMELV habe ich unter dem Punkt Nutztierhaltung folgendes Zitat gefunden: „Die Nutztierhaltung in Deutschland ist Teil der arbeitsteiligen und international verflochtenen Land- und Ernährungswirtschaft. 45% des Produktionswertes der deutschen Landwirtschaft bestehen aus Lebensmitteln aus tierischer Erzeugung (Milch, Eier, Fleisch) mit einem Handelsvolumen von 23 Milliarden Euro.“ Dieses Zitat zeigt: Die Landwirtschaft ist ein Industriezweig und damit rein betriebswirtschaftlichen Kriterien unterworfen, welche in erster Linie sind: Kostenminimierung und Gewinnmaximierung.
Deutschland exportiert Fleisch und Fleischwaren in 120 Länder. Jährlich werden 5,6 Millionen Tonnen Schweinefleisch produziert, davon werden 2,4 Millionen Tonnen in andere Länder verkauft. Bei Rindfleisch und Geflügel ist es ähnlich.

Der Mensch verroht

Nur ein Beispiel: In Wietze bei Celle in Niedersachsen steht der größte deutsche Schlachthof, hier werden stündlich 27.000 Hühner geschlachtet. Dieser Schlachthof gehört zur Rothkötter-Unternehmensgruppe mit vielen hundert Angestellten, die ihre Kinder in eine betriebseigene Kindertagesstätte mit dem Namen „Küken & Friends“ bringen können. Wenn man bedenkt, dass jährlich 40 bis 50 Millionen männliche Küken einfach weggeworfen werden, weil es das Zweinutzungshuhn – das heißt: die weiblichen Küken zum Eierlegen, die männlichen für die Mast – seit den 1960er Jahren auf Grund der extremen Züchtung nicht mehr gibt, ist der Name „Küken & Friends“ für eine Kita gelinde gesagt unsensibel und unheimlich. 

Fleisch wird exportiert – die giftige Gülle bleibt hier

Die gesamte Schlachtmenge in Deutschland ist seit 1997 um 67% gestiegen und die Fleischexporte haben sich seit 2001 mehr als verdoppelt. Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender, sagt dazu sehr treffend: „Das Fleisch geht in den Export, die Gülle bleibt hier.“ 

Futtermittelanbau als Ursache für den Hunger in der Welt

Aber nicht nur die Gülle ist ein Problem in der Massentierhaltung, sondern auch der übermäßige Einsatz von Antibiotika und der Zukauf von Kraft- und Futtermitteln. 30% der Weltgetreideernte wird verfüttert. Solange noch ein Kind hungert auf dieser Welt, ist das ein Frevel. Es können nämlich zehnmal mehr Menschen von der Getreidemenge ernährt werden, die als Futter für eine Kuh dient, um mit ihrem Fleisch einen einzigen Menschen zu ernähren. 

Zudem importiert Deutschland Soja (meist gentechnisch verändert) von 2,5 Millionen Hektar Landfläche vor allem in Südamerika. Diese Fläche fehlt den dort lebenden Menschen als Anbaufläche für ihre Lebensmittelerzeugung.

Profit für die Konzerne – Schaden für uns alle

Die Massentierhaltung ist der am stärksten industrialisierte Teil der Landwirtschaft und hat somit nur für die Pharma-, Futtermittel- und industrialisierten landwirtschaftlichen Produktionskonzerne Vorteile, für jeden Einzelnen von uns, für unsere Dörfer, für unsere Umwelt, für das Klima und für die ganz Welt aber nur negative Auswirkungen, deshalb muss sie beendet werden.

Es genügt keine Agrarreform mehr, wir brauchen eine Agrarwende!

  • Die Privilegierung für gewerblich betriebene Tierhaltungsanlagen muss abgeschafft werden. 
  • Die Ausbildung in Sachen Ernährung muss in allen Schulen und Kitas gestärkt werden, das Schulfach Kochen, Ernährung und Landwirtschaft muss Pflichtfach werden. 
  • Aufklärungskampagnen über die gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Folgen des übermäßigen Fleischkonsums müssen verstärkt durchgeführt werden.

Darum ist eine Regierungsbeteiligung der Grünen so wichtig! Nur so ist endlich ein Ende der grausamen und schädlichen Massentierhaltung in Sicht. Landtagskandidatin Gisela Sengl

(25. Mai 2013)

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