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Über den aktuellen Stand der Baustelle Salinenpark in der Au informierten sich die Mitglieder vom Traunsteiner Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen bei ihrem Stammtisch im Sailer-Keller.

Baustelle Salinenpark

Bauleiter Helmut Mühlbacher informierte bei Bündnis 90/Die Grünen über den Salinenpark

Über den aktuellen Stand der Baustelle Salinenpark in der Au informierten sich die Mitglieder vom Traunsteiner Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen bei ihrem Stammtisch im Sailer-Keller. Unter der Überschrift „Salinenpark öffentlicher Raum für die Bevölkerung“ gab Bauleiter Helmut Mühlbacher einen detaillierte Einblick über den laufenden Baufortschritt des Parks, der im kommenden Jahr anlässlich des Jubiläums „400 Jahre Soleleitung Reichenhall-Traunstein“ eröffnet werden soll. Mühlbacher sprach von einem städtebaulich gelungenen, großen Wurf.

Nach einer rund eineinhalbjährigen Planungszeit wurde wurde Anfang des Jahres mit den Abbrucharbeiten der Turnhallen auf dem Areal begonnen. Der alte Baumbestand im Westen soll weitgehend erhalten bleiben und eine Blumenwiese angelegt werden. Einige Bäume müssten allerdings noch auf ihre Standfestigkeit überprüft werden, so Mühlbacher. Im zentralen Bereich soll eine große Wiese entstehen und somit der Blick auf die barocken Salinenhäuser freigegeben werden. Die Wege laufen auf das Brunnhaus an der Franz-von-Kohlbrenner-Straße zu, vor dem der Nachbau eines sechs Meter hohen Wasserrads einer Reiffenstuelpumpe aufgestellt wird, mit denen die Sole vor rund 400 Jahren von Reichenhall nach Traunstein gepumpt wurde. Daneben wird ebenso eine Reichenbachpumpe aus dem 19. Jahrhundert aufgebaut. Die Wege bestehen aus der sogenannten Olympiamatrix, einem Gussasphalt mit einer Kiesauflage.
Der Gehsteig an der Salinenstraße wird in den Salinenpark verlegt. Dafür wird entlang der Salinenstraße, die dafür etwas verbreitert wird, ein Radweg gebaut. An der Reiffenstuelstraße wird derzeit eine dritte Fahrspur für Rechtsabbieger gebaut. Aus der Runde wurde angeregt, auf der Salinenstraße entlang des Salinenparks eine Tempo-30-Zone einzurichten. Bauleiter Mühlbacher sagte, dafür müssten verkehrsrechtliche Voraussetzungen vorliegen.
Durch die Entfernung der Hecken beidseitig der Salinenstraße wird die Verbindung zum Rupertistadel auf der gegenüberliegenden Seite der Straße geöffnet, um ein Ensemble mit dem Salinenpark zu schaffen und einen öffentlichen Raum zu entwickeln. Am Rupertistadel sei die alte Soleleitung angekommen und von dort die Sole zum Brunnhaus weitergeleitet worden, sagte der Bauleiter.

Zur Frage der Pflege aus der Runde meinte Mühlbacher, der Salinenpark werde so konzipiert, dass er, außer gelegentlich den Rasen zu mähen, nicht gepflegt werden müsse. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, sodass mit dem Pflanzen der Bäume begonnen werden kann, vorausgesetzt, die Witterung lässt es zu.
Im östlichen Bereich wird ein ebenfalls für die Öffentlichkeit zugänglicher Apotheker- oder Kräutergarten geschaffen. Über den Kräutergarten, dessen genaue Namensgebung noch nicht feststeht, berichtete Apotheker Lorenz Fakler. Der Kräutergarten wird vom Homöopatiehaus Traunstein und einigen Traunsteiner Apotheken betrieben. Angelegt wird ein System aus Wegen und Heckenkabinetten. Dazwischen werden Pflanzflächen für verschiedene Heilpflanzen mit gleichen Lebensraumbedingungen eingerichtet.

Fakler erklärte, man wolle nicht nur einen solchen Garten anlegen, sondern auch das Wissen über die Kräuter an die Menschen weitergeben und die Bevölkerung bei der Entwicklung einbinden, besonders auch die Schulen. Einige Schulen hätten sich bereits gemeldet, zum Beispiel um Nistkästen, Insekten- oder Igelhotels zu bauen. Ebenso würden dort auch Führungen angeboten. Es gebe auch eine Informationstafel und eine Beschilderung der Pflanzungen. Es solle ein echter Bürgergarten mit rund 120 Pflanzenarten entstehen, bei dem besonders die Nachbarschaft von der Au eingebunden werden solle, damit sie auch ein Auge auf „ihren“ Garten werfe. Die Bürger dürften dann auch die Pflanzen ernten. Die Kosten für die Pflanzen und deren Pflege übernehmen die Apotheker und Homöopathen. Geplant ist, einen Förderverein zu gründen, da die Pflegekosten rund 100 Euro pro Woche betragen.

Der Vorsitzende des Fördervereins „Alt-Traunstein“, Richard Kraft, ging kurz auf die Entstehungsgeschichte des Salinenparks, über dessen Entstehung man sich über sechs Jahre intensiv und teils konträr auseinandergesetzt habe. Durch den Abriss der nicht sanierungsfähigen Franz-Eyrich-Halle mit Nebenhallen habe es der Förderverein mit einer Spende von einer Million Euro an die Stadt ermöglicht, das Gelände des Turnvereins für 600 000 Euro zu erwerben, den Weg für den Salinenpark freizumachen und dadurch den Blick auf die Werkswohnungen der Salinenarbeiter von 1619/20 freizugeben.
Otto Huber vom Förderverein „Alt-Traunstein“ wies auf das 400. Jubiläum „Soleleitung Reichenhall-Traunstein“ im kommenden Jahr hin und rief zugleich in Erinnerung, wie wichtig die Saline für die Stadtgeschichte Traunsteins gewesen sei. Die Stadt hätte ohne die Soleleitung eine ganz andere Entwicklung genommen, war er überzeugt. Die Soleleitung sei eine technische Meisterleistung gewesen, meinte er. Den Salinenpark nannte er „eine neue Visitenkarte für Traunstein“.

Man habe das Gefühl, man fahre durch einen Park in die Stadt.
Durch den Salinenpark sei die Idee eines Freiluftmuseums entstanden. Man habe die Idee von Anton Graßler aus den 1980er Jahren aufgegriffen und die Rekonstruktion einer Solehebemaschine von Hans und Simon Reiffenstuel aus dem 17. Jahrhundert in Auftrag gegeben. Von der Firma Infraserve in Gendorf habe die Stadt eine Wassersäulenpumpe von Georg-Friedrich von Reichenbach aus dem 19. Jahrhundert sowie einige salinarische Gegenstände geschenkt bekommen. Die Reichenbachpumpe werde im Salinenpark in einem Glaspavillon ausgestellt.
Im Albertistock wird eine kleine Ausstellung über die Saline und ihre Geschichte gezeigt. Zu sehen ist unter anderem ein Abriss der Salzgeschichte, der Arbeitsplatz eines Brunnwarts, die Technik der Soleleitung sowie Filme über die Soleleitung. Die Ausstellung sei aber nur über angemeldete Führungen zugänglich, sagte Huber. Aus Kostengründen sei ein regelmäßig geöffnetes Museum nicht möglich. Günter Buthke

(30. September 2018)

 

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