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Landtagsabgeordneter Martin Stümpfig beim März-Stammtisch in Traunstein.

Martin Stümpfig, Sprecher der landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen für Energie und Klimaschutz, sprach beim Stammtisch des Ortsvereins Traunstein über Energiemanagement.

Energiewende mehr als Windräder und Solarmodule

Martin Stümpfig, Sprecher für Energie und Klimaschutz, beim Stammtisch

Über „Strom und Wärme, erneuerbar, klimafreundlich und preiswert“ diskutierten wir mit dem Landtagsabgeordneten und Sprecher für Energie und Klimaschutz, Martin Stümpfig, bei unserem öffentlichen März-Stammtisch. In seinem Vortrag sagte Stümpfig, Energiewende sei mehr als Windräder und Solarmodule: „Ich bin für ein Klimakonzept, das Strom, Wärme und Kälte, Mobilität und auch die Landwirtschaft beinhaltet“, so Stümpfig. „Ich war vor 15 Jahren für zwei Jahre in Mali (Westafrika) und bin der festen Ansicht, dass unsere Verantwortung über Bayern hinaus geht: In der Sahelzone regnet es pro Jahr etwa so viel wie hier, das meiste verdunstet aber wegen der Hitze sehr schnell. Es wird vorausgesagt, dass die Regenmenge dort sich um 30% verringern wird – dann wird keine Landwirtschaft mehr möglich sein.“

Kristof Gluth erwähnte dann den „galoppierenden Treibhauseffekt“, bei dem ab einem bestimmten Punkt der Erderwärmung alles außer Kontrolle sein wird. 

Viele Kommunen haben Photovoltaik-Anlagen auf kommunalen Gebäuden, berichtete Stümpfig, worauf Stadtrat Wilfried Schott daran erinnerte, dass es bei uns in Traunstein nicht möglich war, auf dem der hierfür extrem gut geeigneten Dach des Rathauses eine Solaranlage zu installieren. 

Es wird erwartet, dass der Stromverbrauch in den nächsten Jahren steigen wird, z.B. durch Wärmepumpen und Elektroautos, die jedoch andere Energieträger wie Heizöl oder Benzin ersetzen. Darum brauchen wir umso mehr den Ausbau erneuerbarer Energien vor Ort, auch um weniger Stromtrassen bauen zu müssen. 

Die Kreisvorsitzende Helga Mandl meinte, dass schon viel gewonnen wäre, wenn es ein Spitzenlast-Management geben würde, doch Martin Stümpfig entgegnete: „Es gibt momentan wenig Anreize für Großverbraucher wie z.B. Kühlhäuser, ihren Strombedarf bei hoher Netzbelastung zu reduzieren.“ 

Rat der Energieagentur einholen

„Was kann ich jemandem raten, der sich heutzutage eine neue Ölheizung in sein Haus einbauen lassen möchte?“, fragte Stadtrat Thomas Stadler. Stümpfig meinte, dass so etwas recht kurzfristig gedacht ist und empfahl eine unabhängige Beratung in einer der Energieagenturen, die jetzt in allen Landreisen entstehen. Stadträtin Burgi Mörtl-Körner wusste, dass die Landkreise Traunstein und Berchtesgaden letztes Jahr eine Energieagentur gegründet haben, sie befindet sich in Traunstein in der Maxstraße 33. 

Wilfried Schott berichtete von Hausbesitzern, die aufgrund ihres Alters keine Energiesparmaßnahmen an ihren Häusern mehr durchführen wollen: Auch hier empfahl Stümpfig einen Besuch in der Energieagentur. „Vielleicht überzeugt eines der Förderprogramme, die es zurzeit gibt“, meinte er. 

Ortssprecher Wolfgang Wörner wollte konkret für die Stadt Traunstein wissen, was getan werden kann, um bei Neubaugebieten die Wärmeversorgung erneuerbar, klimafreundlich und preiswert zu machen. Dies zu beantworten, war für den Fachmann aus dem Landtag in München nicht schwer: Bei Siedlungen mit Mehrfamilienhäusern, wie sie in der Daxerau oder am Bahnhof entstehen werden, ist ein Blockheizkraftwerk ideal. Es erzeugt neben der Wärme auch Strom, und die Rohrleitungen für das heiße Wasser sind kurz. Anders sieht es bei neuen Einfamilienhäusern aus, wie sie in Traunstorf entstehen sollen. Sie sind heute schon sehr gut gedämmt. Wärmeverluste in längeren Rohren wären viel höher. Ein Anschluss an ein Wärmenetz würde sich hier also nicht lohnen. „Eine sparsame Einzelheizung oder noch viel besser, ein Energie-Plus-Haus, das mehr Energie erzeugt, als es verbraucht und nur 10% teurer ist, wäre hier das Beste“, sagte Stümpfig. Wolfgang Wörner

(12. März 2017)

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