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Beate Rutkowski und Wolfgang Wörner beim Europa-Abend.

Beate Rutkowski und Wolfgang Wörner gestalteten den sehr informativen Europa-Abend

„Europa hat uns viel gebracht“

Grüner Themenabend zusammen mit dem Bund Naturschutz

„Vereinshaus in Schönram“ rief Leonhard Strasser, „Salzalpensteig“ und „die Ausschilderung der Radwege“ nannte Rosi Berger, „Renaturierung der Kendlmühlfilzen“ ergänzte Beate Rutkowski: Diese und noch viele Projekte mehr nannten die Besucher auf die Frage des Ortsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen Traunstein Wolfgang Wörner, was uns die EU in unserer Region gebracht habe. Zusammen mit Beate Rutkowski, der Vorsitzenden des Bund Naturschutz, Kreisgruppe Traunstein gestaltete er einen „Grünen Themenabend“ im Traunsteiner „Sailer Keller“ mit dem Titel „Europa hat uns viel gebracht – beim Naturschutz und anderswo“.

Doch Wörner wollte nicht nur über die regionalen Vorteile der EU sprechen, sondern auch über die anderen großen Errungenschaften der Europäischen Union. Rüdiger Funk erinnerte daran, dass wir hier in Zentraleuropa dank der EU seit Jahrzehnten friedlich miteinander leben. Helga Mandl berichtete: „Ich kenne drei junge Leute, die gerade dank der Erasmus-Förderung der Europäischen Union in England studieren.“ Mittlerweile schon fast vergessen sind die hohen Handy-Extragebühren, die man noch vor kurzem beim Urlaub im Ausland zahlen musste. „Die EU hat sie abgeschafft“, wusste ein Teilnehmer.

Beate Rutkowski berichtete nun, dass die Mehrzahl unserer Umweltgesetze auf EU-Richtlinien basieren, wie das Gesetz, dass man ab dem 1. März keine Bäume mehr fällen darf, weil die Vögel dort ihre Nester haben. „Wasserrahmenrichtlinie, Luftqualitätsrichtlinie, Nitratrichtlinie, alles das sind Richtlinien der Europäischen Union, die in allen Mitgliedsstaaten gelten“, ergänzte Rutkowski. Besonders am Herzen liegen ihr die Klimaschutzziele der EU, nach denen die Emissionen um 80 bis 95% reduziert werden müssen. „Um dieses wichtige Ziel für unseren Planeten zu erreichen, müssen wir alle radikal etwas ändern“, rief sie auf.

Patrick Nepper meinte, dass den meisten Leuten der positive Einfluss der EU im täglichen Leben gar nicht bewusst sei, und er bemängelte darüber hinaus: „Wenn aufgrund von EU-Richtlinien etwas gelingt, dann beansprucht unsere Regierung den Erfolg für sich, wenn etwas schiefgeht, dann ist die EU schuld.“ Eine Dame ergänzte mit einem Beispiel: „Und wenn in Traunstein die Schulessen-Versorgung daneben geht, dann ist die Ausschreibungsvorschrift der EU schuld.“

Ganz klar war wurde aber auch an diesem Abend, dass es bei den EU-Gesetzgebungen „Licht und Schatten“ gibt, wie Beate Rutkowski es formulierte. „Es gibt viele umweltschädliche Subventionen der EU, die Gentechnik ist noch nicht verbannt, und weiterhin werden die großen landwirtschaftlichen Unternehmen viel zu stark gefördert – und viel zu wenig unsere kleinen bäuerlichen Betriebe, die so wichtig sind für den Erhalt unserer Landschaft“, sagte sie.

„Vor zweieinhalb Jahren hatte die EU-Kommission die europaweite Bürgerinitiative zu TTIP einfach nicht zugelassen, obwohl die Anzahl der notwendigen Unterschriften weit überschritten war“, ärgerte sich Helga Mandl. „So etwas geht einfach nicht“, ist ihre feste Meinung. „Deutschland und Frankreich waren einmal der Motor der Europäischen Union“, sagte Stadträtin Burgi Mörtl-Körner und sie findet es „blamabel, dass unsere Kanzlerin sich auf die jüngsten Vorschläge von Präsident Macron überhaupt nicht geäußert hat.“

Die Teilnehmer der Veranstaltung waren sich einig, dass die EU ein fantastisches Friedens- und Entwicklungsprojekt ist, dass man aber nicht stehen bleiben oder zurückgehen darf, sondern die EU weiterentwickeln muss im Sinne aller ihrer Bürger. Wolfgang Wörner

(25. März 2019)

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