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Ludwig Hartmann beim Traunsteiner Grünen-Ortsverband

MdB Dieter Janecek (links) mit den Traunsteiner Stadträten Burgi Mörtl-Körner und Thomas Stadler

Digitalisierung – Segen oder Fluch?

MdB Dieter Janecek bei Veranstaltung des OV Traunstein

„Digitalisierung ist in aller Munde, aber was ist das eigentlich?“ fragte der Traunsteiner Ortsvorsitzende, Wolfgang Wörner, in seiner Einführung zu einer spannenden öffentlichen Veranstaltung im Traunsteiner Sailer Keller. Wir hatten den Bundestagsabgeordneten Dieter Janecek eingeladen, der als Mitglied im Digitalausschuss des Bundestags ein Fachmann auf diesem Gebiet ist.

„Die Welt begann schon vor langer Zeit digital zu werden“, sagte Dieter Janecek, und weiter: „Man könnte die Erfindung des Computers durch Konrad Zuse im letzten Jahrhundert als den Beginn der Digitalisierung bezeichnen.“ Doch heute hängt Deutschland bei der Digitalisierung anderen Staaten weit hinterher. Janecek: „Die Infrastruktur und die Glasfasernetze sind zum Beispiel in den baltischen Staaten viel besser ausgebaut als in Deutschland oder in Bayern.“ 

„Wo sehen die Grünen Chancen, wo sind die Gefahren und Risiken?“, lautete der Untertitel der Veranstaltung und so fragte Christine Wünsch-Grödinger: „Was ist denn mit den Arbeitsplätzen?“ Worauf die KreisvorsitzendeHelga Mandl meinte: „In der Ausbildung werden andere Fähigkeiten vermittelt werden müssen, aber ich frage, was ist denn digitale Bildung?“ Wolfgang Wörner ist überzeugt, dass es  weiterhin  genauso viele Arbeitsplätze geben wird, aber zum Teil andere: „Ganz viele Berufe, wie zum Beispiel alle Handwerker, werden natürlich weiterhin gebraucht“, ist er sich sicher. Stadt- und Kreisrätin Burgi Mörtl-Körner stelle die Frage in den Raum, ob die neuen Techniken ein Segen oder ein Fluch sind, zum Beispiel wenn Roboter eines Tages Menschen pflegen werden.

Die Diskussion entwickelte sich dann weiter und drehte sich darum, ob denn alles, was möglich ist, auch gemacht werden dürfe. Janecek erzähle daraufhin, dass die „Künstliche Intelligenz“ in ein Wertegerüst eingegliedert werden müsse, verschiedene Länder das aber völlig ignorieren. „Autonome Waffensysteme, also Maschinen, die ohne Einfluss von Menschen andere Menschen töten, müssen in diesem Zusammenhang unbedingt weltweit strikt verboten werden“, so Janecek.
Stadtrat Thomas Stadler fragte: „Bestimmt denn die Technik uns oder bestimmen wir die Technik noch?“, und er nannte als Beispiel die Börse, wo heute schon ohne menschliches Zutun in Sekundenbruchteilen Geschäfte abgewickelt werden.
Heute schon wird schätzungsweise etwa 8 bis 10 Prozent des globalen Stromverbrauchs für das Internet benötigt“, wusste Dieter Janecek. Helga Mandl erwähnte dann die neuen Kryptowährungen (Bitcoin und andere), die einen zusätzlichen enormen Energiebedarf haben: „In der Mongolei wurde extra ein Kraftwerk gebaut, nur für die Bearbeitung der Bitcoin-Überweisungen, und in Island ist ein weiteres geplant, das dann genauso viel Energie braucht, wie ganz Island heute“, berichtete sie. Dass das natürlich allen Klimaschutzzielen entgegensteht, war für Dieter Janecek klar, „doch wenn da nicht bald etwas energieärmeres erfunden wird, dann wird das das Ende der Kryptowährungen sein“, so seine Meinung. Wolfgang Wörner

(12. März 2018)

Der Ortsverband Traunstein stellt sich vor.
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