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Der neu gewählte Ortsvorstand Traunstein von Bündnis 90/Die Grünen besteht aus (von links) Ines Nachtnebel (Schatzmeisterin), Helga Mandl (Schriftführerin), Wilfried Schott (Beisitzer) Katharina Stadler (Sprecherin), Patrick Nepper (Beisitzer) und Wolfgang Wörner (Sprecher).

Beispiel für ein besonders kleines Tiny House.

Kleinsthäuser für Traunstein?

Januar-Themenabend im „Sailer Keller“

„Wohnungsmangel und Flächenverbrauch – sind Tiny Houses eine Alternative?“ war der Titel der ersten Veranstaltung des OV Traunstein im neuen Jahr: Tiny Houses sind sehr kleine Wohnhäuser. Sie haben üblicherweise zwischen 18 und 40 Quadratmeter Wohnfläche, sind gut isoliert und bewegbar. Die kleineren Versionen sind schon ab 30.000 Euro erhältlich. Die Referentin Johanna Nimmervoll wohnt selbst in einem derartigen Kleinsthaus und zeigte bei der Veranstaltung Fotos von ihrem und anderen „Tiny Houses“. „Der Trend hat sich gedreht, statt Landflucht vor einigen Jahren ist jetzt mehr und mehr eine Stadtflucht zu erkennen“, ist ihre Überzeugung.

Schon während ihres Vortags tauchten die ersten Fragen der Besucher auf, sodass man fließend in eine Diskussion überging, welche Zukunft  diese Wohnform haben könnte, auch für Traunstein. Stadtrat Stephan Hadulla findet die Idee der Tiny Houses gut, aber „in Traunstein haben wir bestehende Bebauung und eine Tiny-Houses-Siedlung am Stadtrand bedeutet noch mehr Verkehr, den wir doch vermeiden wollen“, so seine Meinung. Eine derartige Siedlung plant Johanna Nimmervoll in ihrem Heimatland Österreich auf einem Grundstück von 1.700 Quadratmetern: Neun Kleinsthäuser und ein Gemeinschaftsgebäude mit Waschmaschine plus die vorgeschriebenen Parkplätze.

Zu diesem Vorhaben meinte Wolfgang Wörner: „Wäre es denn nicht besser, ein Mehrfamilienhaus mit neun oder mehr Wohneinheiten auf einem derartigen Grundstück zu errichten?“ Die Referentin erwiderte: „Es hat sich aber gezeigt, dass viele Leute in ihren eigenen vier Wänden wohnen wollen.“ Johann Kainz hatte nun die folgende Idee: „Wenn Kinder ausgezogen sind, leben oftmals nur noch eine oder zwei Personen in einem großen Haus mit großem Grundstück – wenn Eltern und Kinder das wollen, errichten die Eltern ein Kleinhaus auf dem Grundstück – und die junge Familie zieht in das freigewordene Elternhaus.“

Helga Mandl meinte hingegen, dass Tiny Houses eher etwas für junge Leute sind: „Ich kenne viele junge Leute, die leihen sich nur noch das Auto, lesen E-Books und E-Papers statt Bücher und Zeitungen und haben keine Platten oder CDs mehr – ich kann mir vorstellen, dass diese jungen Leute sich in einem Tiny House wohlfühlen.“ Johanna Nimmervoll, selbst 33 Jahre alt, hatte einen zustimmenden Kommentar: „Von unserer Generation wird verlangt, dass wir dauernd umziehen, da nimmt man sein Haus einfach mit“ – und einen Einwand: „In einer Info-Veranstaltung zu Tiny Houses in Traunstein waren die allermeisten Zuhörer über 40 Jahre alt“, sagte sie.

Mario Peuser brachte es auf eine einfache Formel: Wenn ich alleine leben würde und keine Familie hätte, wäre das schon etwas für mich.“ Unsere Ortsvorsitzende Katharina Stadler, die die Diskussion leitete, fragte nun in das Publikum: „Gibt es denn in Traunstein Möglichkeiten hierfür?“ Stadtrat Thomas Stadler antwortete als erster, indem er aufzählte: „Lösen wir das Wohnungsproblem, indem wir auf möglichst wenig Grundfläche möglichst viel Wohnraum schaffen und das möglichst energiearm.“ Stadrätin Burgi Mörtl-Körner stimmte dem zu und erwähnte Beispiele für platzsparendes ökologisches Bauen in Freiburg, Tübingen und auch in Altötting.

Nach vielen weiteren Wortmeldungen kristallisierte sich heraus, dass Tiny Houses wohl kein Allheilmittel gegen Wohnungsnot und Flächenverbrauch sind, jedoch ideal sind als Zwischennutzung für Grundstücke, auf denen für einen späteren Zeitpunkt Baumaßnahmen geplant sind. Wenn dann schließlich gebaut wird, kommen die Tiny Houses auf einen Anhänger und ziehen mit ihren Bewohnern auf ein anderes Grundstück.

Zum Abschluss der Veranstaltung erinnerte unser  Ortssprecher Wolfgang Wörner an die bevorstehende Eintragungszeit  für das Volksbegehren „Rettet die Bienen“. In der Zeit vom 31. Januar bis 13. Februar muss man sich hierfür im Rathaus seiner Gemeinde eintragen. „Und dabei den Ausweis nicht vergessen“, sagte er am Schluss des Abends. Wolfgang Wörner

(21. Januar 2019)

Der Ortsverband Traunstein stellt sich vor.
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