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„Wir empfehlen eine Prioritätenliste“

Neuer Stadtkämmerer zu Gast beim OV Traunstein

Die Stadt Traunstein hat seit kurzem einen neuen Kämmerer: Reinhold Dendorfer. Er ist Nachfolger von Pankraz Mayer, der in den verdienten Ruhestand gegangen ist (wir berichteten). Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen hatte Dendorfer zum öffentlichen Februar-Treffen in den „Sailer Keller“ eingeladen. Dendorfer erläuterte den Mitgliedern und Gästen sehr lebendig und mit anschaulichen Beispielen die bisweilen doch etwas trocken erscheinende Menge von Zahlen eines städtischen Haushalts. 

Vier Millionen Euro sollen nächstes Jahr von dem Geld, mit dem die Stadt ihre alltäglichen Aufgaben bestreitet, genannt Verwaltungshaushalt, dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Dieses Geld steht dann für Investitionen wie zum Beispiel Baumaßnahmen zur Verfügung.

Stadtrat Wilfried Schott ist sparsam und meinte: „Ich sähe es gerne, wenn nur dieses Geld für Investitionen verwendet würde und man keine neuen Schulden aufnehmen müsste.“ Doch auch ihm ist völlig klar, dass in den nächsten Jahren die Zuführungen nicht ausreichen werden. Viel Geld wird für Schul-An- und -Umbauten, für Sanierungen und auch manch anderes Projekt wie z.B. ein Jugendzentrum nötig sein.

So war fast allen Zuhörern bereits bekannt, dass sich allein in den nächsten vier Jahren die Schulden der Stadt erheblich erhöhen werden. Der aktuelle Finanzplan sieht eine Erhöhung von 13,2 Millionen Euro (2015) auf 27,7 Millionen Euro (2019) vor. Darüber hinaus werden 2016 aus den Rücklagen, also dem Notgroschen der Stadt, mehr als 1,1 Millionen Euro entnommen. Somit verbleiben für unvorhergesehene Ausgaben in 2016 knapp 900.000 Euro, „ziemlich wenig“ nach Ansicht von Wolfgang Wörner.

Nach Dendorfers Vortrag entwickelte sich schnell eine Diskussion unter den Besuchern: Wilfried Schott befürchtete, dass diese Schulden sich wie eine Bugwelle in die weitere Zukunft verschieben werden, da die Stadt ja bekanntermaßen mit Blick auf das Jahr 2022 noch weitere Projekte in Angriff nehmen möchte, wie zum Beispiel eine Tiefgarage unter dem Karl-Theodor-Platz. Thomas Lang-Nachnebel warnte in Bezug auf die vielen Investitionsentscheidungen der nächsten Jahre: „Der billigste Anbieter wird vielleicht langfristig der teuerste sein!“ Die Stadträte Mörtl-Körner, Schott, Hadulla und Stadler erinnerten dann daran, dass die grüne Stadtratsfraktion in der Haushaltsdebatte angeregt hatte, nicht alles gleichzeitig zu beginnen: „Wir empfehlen, eine Prioritätenliste zu erstellen und die Projekte nach Dringlichkeit eins nach dem anderen anzupacken“, sagten sie.

Eine gute Nachricht für die Stadt Traunstein gab es am Schluss der Veranstaltung: Die geplante Verringerung der Kreisumlage. Das heißt, die Stadt muss voraussichtlich prozentual weniger Geld an den Landkreis abgeben. Burgi Mörtl-Körner, die sowohl Kreisrätin als auch Stadträtin ist, sagte: „Das ist natürlich gut für die Stadt, aber der Landkreis hat keine eigenen Einnahmequellen und er braucht auch Geld, um seine Aufgaben zu erfüllen.“ Wolfgang Wörner

(1. März 2016)

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