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Lorenz Ablinger, Dr. Nicole Schmid, Franz Aigner, Barbara Sailer und Sebastian Heller

Lorenz Ablinger, Dr. Nicole Schmid, Franz Aigner, Barbara Sailer und Sebastian Heller (von links).

66 plus – Gut alt werden in Chieming

Fachgespräch zu den Themen Wohnen, Pflege und Betreuung im Alter

Bürgermeisterkandidat Sebastian Heller hat beim „Gori-Wirt“ in Chieming/Egerer die Veranstaltung „66 plus – Gut alt werden in Chieming“ organisiert und moderiert. Hausärztin Dr. Nicole Schmid, Barbara Sailer (VdK), Franz Aigner, Leiter des gleichnamigen Pflegedienstes in Sondermoning, und Lorenz Ablinger, Vorsitzender des Ökumenischen Sozialdienstes Priental e.V. standen bei der Veranstaltung Rede und Antwort.

Sebastian Heller gab einen kurzen Überblick über die demografische Entwicklung in den letzten 200 Jahren und verwies insbesondere darauf, dass von den knapp 5.000 Einwohner*innen im Jahr 2017 ungefähr die Hälfte 50 Jahre und älter waren. Dringend erforderlich sieht er es deshalb, in der Gemeinde eine Tagespflege, aber auch ganz grundsätzlich seniorengerechtes Wohnen voranzutreiben.

Dr. Nicole Schmid sagte, dass sich das Versorgungssystem bei den Hausärztinnen und -ärzten in den letzten Jahrzehnten stark verändert habe. Sie seien nicht mehr quasi von der Geburt bis zum Tod für ihre Patienten da, Hausbesuche würden kaum noch gemacht und die Medizin sei „weiblicher“ geworden. Heutige Ärztinnen und Ärzte schätzten das Familienleben und seien nicht mehr rund um die Uhr ansprechbar. „Der Patient kommt zum Arzt und kann sich außerhalb der Öffnungszeiten auf ein funktionierendes Notfallsystem verlassen.“

Barbara Sailer vom Sozialverband VdK wies auf die umfassenden Beratungsangebote des Verbandes hin und gab einen kurzen Einblick in die vielfältigen Tätigkeiten. Franz Aigner informierte über die täglichen Pflege- und Betreuungsleistungen seines ambulanten Dienstes. „Wir bieten jeden Tag neun Stunden häusliche Betreuung, Krankenpflege und Beratungsgespräche. Wir sind nah am Menschen.“

Lorenz Ablinger, ehrenamtlicher Leiter des Ökomenischen Sozialdienstes Priental in Aschau, stellte neben anderen Einrichtungen, die der Verein betreut, vor allem die Tagespflege vor. In diese Einrichtung kommen täglich pflegebedürftige Gäste, die tagsüber unter Gleichgesinnten die Angebote der Einrichtung nutzen können, wie gemeinsames spielen und Beschäftigung, Zeitung lesen und gemeinsames Kochen, aber auch Leistungen der Grundpflege oder eine spezielle Betreuung bei Demenz. Ablinger stellte zudem fest, dass bereits an einen Ausbau der Tagespflegeeinrichtungen gedacht sei.

Sebastian Heller sieht in dem Tagespflegekonzept, wie es beispielsweise in Aschau verwirklicht wird, ein Modell, das für Chieming vorbildhaft sein könnte. Er bekräftigte den Wunsch, dass sich die Gemeinde das Vorkaufsrecht für das Gebäude des ehemaligen Edeka-Ladens sichern sollte, um dort ein solches teilstationäres Pflegekonzept verwirklichen zu können. „Denn die älteren Menschen wollen Teil des öffentlichen Lebens sein“, sagte er, „und deshalb müssen sie ihren Platz im Ortszentrum haben. Mit kurzen Wegen zu den wichtigsten Einrichtungen im Ort.“

(11. März 2020)

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