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Gegen das Vergessen

Stadtführung in München mit Historiker Friedbert Mühldorfer

Zu einem besonderen Spaziergang in München von der Innenstadt nach  Schwabing luden die Grünen vom Ortsverband Chiemsee-Ost: München war 1920 der Gründungsort der NSDAP und wurde 1935 durch persönliche Weisung Hitlers zur „Hauptstadt der Bewegung“ erklärt. Wie keine andere deutsche Stadt war die bayerische Metropole eng mit dem Aufstieg Hitlers und seiner nationalsozialistischen Bewegung verbunden.

Entlang der Strecke Marienplatz, Feldherrnhalle, Briennerstraße, Platz der Opfer des Nationalsozialismus, Karolinenplatz, Arcisstraße,  Schellingstraße zur Universität, erläuterte der Historiker Friedbert Mühldorfer den Teilnehmern, wie Hitler und die NSDAP Fuß fassen und an Macht gewinnen konnte. Das Münchener Großbürgertum spielte dabei eine äußerst unrühmliche Rolle. Vor allem durch das Kunstverlegerpaar Bruckmann wurde Hitler finanziell und gesellschaftlich massiv unterstützt.

Viele Gebäude die in der Nazizeit eine Rolle spielten stehen  heute noch. Im ehemaligen Wittelsbacher Palais, (heute Neubau BayernLB) an der Briennerstraße, war die Münchener Gestapozentrale untergebracht, in der unter anderen die Geschwister Scholl  verhört und bis zu ihrer Hinrichtung inhaftiert waren. Das Gebäude der heutigen Musikhochschule in der Arcisstraße  diente den Nazis als  so genannter „Führerbau“. Hier hatte Adolf  Hitler sein offizielles Arbeitszimmer. Am Karolinenplatz befanden sich das Haus der NS-Frauenschaft, das Hauptarchiv der NSDAP und das oberste Parteigericht (ehemaliger Palais Töging). Die Schellingstraße 50 beherbergte bis 1930 die Parteizentrale der NSDAP. Gegenüber im Haus mit der Nummer 39/41 wurde im  Verlag M. Müller & Sohn das Hetzblatt „Völkischer Beobachter“ gedruckt.

München steht aber nicht nur für den Aufstieg Hitlers – München steht im Besonderen auch für den Widerstand gegen den Naziterror: Einige Häuserblocks von der Schellingstraße entfernt, in unmittelbarer Nähe zur Türkenstraße, findet man das Denkmal für Georg Elser, der versucht hat, am 8. Novemner 1939 Hitler im „Bürgerbräukeller“ zu töten. Und im Lichthof der Ludwigs-Maximilians-Universität, erinnert ein Relief und eine Bronzebüste an die Widerständler der „Weißen Rose“ um Hans und  Sophie Scholl. Ihr  letztes Flugblatt gegen die Nazidiktatur wurde ihnen zum Verhängnis. Sie wurden vom Universitäts-Hausmeister erkannt, verhaftet und am 23.Februar 1943 im Strafgefängnis Stadelheim hingerichtet. An der Universität endete dieser hochinteressante, kurzweilige Spaziergang gegen das Vergessen der schrecklichen Nazizeit. Unser Dank geht an Friedbert Mühldorfer für seine angenehme und kenntnisreiche Begleitung. Thomas Heimbucher und Richard Danhof

(10. April 2010)

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