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Grüne zwischen Greens und Tees

Umwelt und Golf passen in Chieming zusammen

Der grüne Ortsverband Chiemsee-Ost hatte auf Einladung des Golfclubs Chieming für Ende September eine Besichtigung  des zwischen Hart und Knesing gelegenen Golfgeländes organisiert. Ungefähr 15 interessierte  Chieminger ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen und waren zum vereinbarten Treffpunkt gekommen. Das Wetter war trüb und regnerisch, die Laune der Anwesenden allerdings bestens. Nach einer kurzen Begrüßung durch das Vorstandsmitglied Claudia Wendl und der grünen Landtagsabgeordneten Gisela Sengl übernahm der Head Greenkeeper Andrew Foyle die Platzführung.  

Zu  Anfang erläuterte Andrew Foyle Grundsätzliches zum Golfsport und Spezielles zum Golfclub Chieming. Um sportlich bzw. wettbewerbsmäßig Golf spielen zu können, brauche man sehr viel Fläche, saget Foyle.  Der Chieminger Golfclub verfügt derzeit über 74 Hektar Gesamtfläche. Dazu zählen neben Greens (Zielflächen mit Loch), Tees (Abschlagflächen) und Fairways (Spielbahnen) auch die Wiesen, Gehölze, Trainings-  und Nebenflächen. Insgesamt werden diese Flächen von sieben Personen – davon vier Saisonkräfte – gepflegt. Ein Handzettel, den Andrew Foyle verteilte, enthält neben Zahlen und Daten auch Hinweise über das Umweltprogramm Golf & Natur. Umwelt und Golf – geht das zusammen? 

Vom Treffpunkt aus führte der Weg direkt zum nächst gelegenen Green. Der Rasen ist dort, wie auf allen Greens und Tees, zwischen 3 und 6 mm hoch. Unglaublich! Die Grashalme sind nicht länger als die Haare eines Dreitagebarts? „Ja“, sagt Andrew Foyle. „Das funktioniert aber nur mit einer speziellen Rasensorte und intensivster Rasenpflege.“  Mit unterschiedlichen Maßnahmen sorgen er und sein Team für glatte und robuste Flächen, so dass der Ball sauber rollen kann. Da ist tägliches Mähen Pflicht. Bei einem 18-Loch-Profiplatz und einem 9-Loch-Einsteigerplatz kommt einiges zusammen! Tabu sind für den Chieminger Greenkeeper chemische Planzenschutzmittel.  Dünger gibt es nur in homöopathischen Dosen – 10 Gramm (!) pro Quadratmeter im Jahr, möglichst aus natürlichen Substanzen. Sehr beeindruckend!

Weiter ging es in dem fantastisch angelegten Gelände über Fairways und Magerwiesen, vorbei an einem kleinen Obstanger zu einem Insektenhotel. Jugendliche Mitglieder des Clubs haben während ihrer Freizeit zusammen mit ihren Betreuern diese Anlaufstelle für Insekten gebaut. Ganz in der Nähe, unmittelbar vor dem Clubhaus, steht einer der schönsten Bäume der ganzen Region. Eine 400 Jahre alte, etwa 25 Meter hohe Linde, in deren Geäst in früheren Zeiten ein Tanzboden eingebaut war. Ein selten schönes Exemplar!

Je länger die Führung dauerte, um so klarer wurde, dass das kein gewöhnlicher Golfplatz ist. Als die Gruppe dann in der Abenddämmerung und bei leichtem Nieselregen vor einem Wasserhindernis (künstlich angelegter Weiher) stand, trauten viele ihren Augen kaum:  Eine stattliche Anzahl von ausgewachsenen Flusskrebsen krabbelte an Land, um sich Futter zu holen. Was hat das denn wieder zu bedeuten? „Ganz einfach!“, sagte Andrew Foyle und lachte: „Wir haben die Krebse selbst eingesetzt. Sie haben hier einen geschützten Lebensraum und dienen uns gleichzeitig als Wasserqualitätsmelder. Flusskrebse gedeihen nämlich nur in sauberem, sauerstoffhaltigem Wasser.“

Abschließend ging es noch einen Steilhang zu einer höher gelegenen Teebox hinauf. Von dort oben genossenen die Teilnehmer einen wunderbaren Blick über die saftig-grünen Fairways und Greens, über Hecken,  Baumgruppen und Sträucher. Bei anbrechender Dunkelheit ging es zurück zum Ausgangspunkt. Dort wies Claudia Wendl freundlich darauf hin, dass neue Mitglieder oder Interessierte jederzeit willkommen sind.

Das Fazit dieser hochinteressanten Führung  war eindeutig: Umwelt und Golf passen tatsächlich zusammen – zumindest in Chieming! Für sein vorbildliches Engagement erhielt der Golfclub Chieming e.V. bereits 2010 das erstmals verliehene goldene Umwelt-Zertifikat. Vielen Dank an Claudia Wendl und Andrew Foyle. Richard Danhof

(31. Oktober 2014)

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