zurück zur Überischtsseite OV Chiemsee-Ost

Halbzeitbilanz der Chieminger Grünen

Gemeinderatsmitglieder berichten über Gemeindepolitik

Die grünen Gemeinderatsmitglieder Elisabeth Heimbucher und Sebastian Heller zogen im Gasthaus „Unterwirt“ ihre Halbzeitbilanz 2011. Als Gastredner erinnerte der Kienberger Bürgermeister Hans Urbauer an das kommunalpolitische Vermächtnis von Sepp Daxenberger, dem sich die regionalen Grünen verpflichtet fühlen.

Die aktive grüne Kommunalpolitik in Chieming begann mit dem Widerstand gegen die Errichtung des Lidl–Marktes in Egerer. Obwohl der Bürgerentscheid gegen die Ansiedlung des Discounters verloren ging und der Lidl-Markt gebaut wurde, nahm die Arbeit von Grünen und Bürgerforum Chieming (BFC) Fahrt auf. Bei der Kommunalwahl 2008 wurden Elisabeth Heimbucher und Sebastian Heller mit 16,4% der abgegebenen Stimmen in den Chieminger Gemeinderat gewählt.

Bereits während des Wahlkampfes wurde von den Grünen und dem BFC das zentrale Thema gesetzt, nämlich die Erarbeitung eines Leitbildes für die Gemeinde Chieming. Alle anderen Gruppierungen griffen in ihren Programmen das Thema auf. „Nach der Wahl ist aber der Elan der anderen Gruppierungen deutlich zurückgegangen, das Leitbild jetzt anzugehen“, sagte Heller.

Auch die Bearbeitung der anderen kommunalpolitischen Themen empfanden Heimbucher und Heller anfänglich als schwerfällig, formal und bürokratisch.  Andererseits erlebten die beiden, dass es bislang keine starren Fraktionszwänge und keine persönlichen Angriffe gibt.

Heimbucher und Heller berichteten  über die Themen, mit denen sie in den letzten drei Jahren beschäftigt haben und die auch in Zukunft ein Rolle spielen werden, wie der Ausbau der Stötthamer Straße, die Entwicklung der Gewerbegebiete, der Mittelschulverbund mit Traunstein und Waging sowie, mit großer Unterstützung der Grünen im bayerischen Landtag, der Schwerlastverkehr durch die Gemeinde. Auch die Leitbildarbeit geht jetzt endlich weiter: In den nächsten Tagen erhalten die Chieminger Bürger Fragebögen zu ihren Vorstellungen über ihre Gemeinde.

Darüber hinaus wollen sich die grünen Gemeinderäte dafür einsetzen, das Flächenmanagement der Gemeinde zu verbessern. Ziel ist es u.a., mögliche Gewerbeflächen für die verschiedenen Betriebsarten zu kategorisieren und den zukünftigen Bedarf systematisch zu analysieren.

Auch bei der Finanzplanung möchten die Grünen vorrausschauender handeln. Dafür soll die bisherige kameralistische Haushaltsplanung mit der kaufmännischen Buchführung (Doppik) ersetzt werden. 

Den Ausführungen  der Gemeinderatsmitglieder folgte ein so eindrucksvoller wie nachdenklicher Vortrag von Hans Urbauer über Sepp Daxenberger. Dabei war zu spüren, wie sehr den Kienberger Bürgermeister die Ereignisse des letzten Jahres noch bis heute bewegen und beschäftigen. Urbauer eröffnete seinen Vortrag, er versuche mit seinen Ausführungen, das „Phänomen Sepp Daxenberger“ zu ergründen, was aber möglicherweise nie ganz gelingen werde. Daxenberger sei anfangs belächelt und später nahezu kultmäßig verehrt worden, sagte Urbauer. Anfängliche Attacken hätten ihm aber stärker zugesetzt, als dies nach außen zu erkennen gewesen sei.

Zu den politischen Überzeugungen Daxenbergers, die den Grünen als kommunalpolitisches Vermächtnis gelten, zählte Urbauer den Erhalt der Landschaft und der Landwirtschaft sowie die Ablehnung von Großbauprojekten wie dem Ausbau der A8. Daxenberger habe sich auch vehement gegen die grüne Gentechnik und die Atomkraft positioniert und für die Regionalisierung des Energiebereichs.

Am Ende der sehr persönlichen Ausführungen von Hans Urbauer überreichte Elisabeth Heimbucher dem Kienberger Bürgermeister einen kleinen Keramikfisch aus der eigenen Töpferwerkstatt, wie ihn auch schon Daxenberger bei seinem Wahlkampfauftritt in Chieming erhalten hatte. 

Zum Abschluss des Abends gab es noch eine angeregte Diskussion mit den Besuchern. Als besonderes Thema zeigte sich wiederum die problematische Verkehrssituation in Chieming.

Als Anerkennung und Verpflichtung zugleich werteten Heimbucher und Heller das Schlusswort einer Besucherin, die sich für die geleistete Arbeit mit den Worten bedankte: „Wir sind froh, Euch im Gemeinderat zu haben!“ Sebastian Heller

(4. April 2011)

Der OV Chiemsee-Ost stellt sich vor.
Newsletter von Gisela Sengl
Kreisrundbrief
Felicitas Wendt in den Bezirkstag
Mitglied werden