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Sorgenfrei durch Bio-Wasserstoff?

Öl-, Kohle- und Atomwirtschaft beenden

Mehr als 30 Energie-Interessierte wollten es wissen: Was ist dran an dem Zukunftskonzept „Regionale Bio-Wasserstoff-Erzeugung“? Ist das Konzept geeignet, unser Energieproblem nachhaltig zu lösen?

In einem mehr als zweistündigen Referat erläuterte der Energieberater Dipl. Ing. Alois Zimmermann im Gasthof Zenz in Sondermoning die Vision des Karl-Heinz Tetzlaff. Dieser hatte in seinem Buch „Bio-Wasserstoff“ die geradezu revolutionäre Idee beschrieben, wie aus Silage oder Holzabfällen der Edel-Energieträger Wasserstoff gewonnen und genutzt werden kann. Wie Tetzlaff ist Alois Zimmermann davon überzeugt, dass eine Energiewirtschaft auf der Basis von Bio-Wasserstoff bereits heute möglich wäre. Die notwendige Biomasse und die erforderliche Technik dazu wären vorhanden. Warum also nicht sofort mit dem Umbau beginnen?  Diese Frage sei eindeutig zu beantworten, sagte Zimmermann: Für die Mächtigen im Lande stellen solare Energien, also auch Bio-Wasserstoff, immer noch keine echte Alternative dar, und so lange mit Öl, Kohle und Atom derartige Gewinne erzielt werden, ist ein Umdenken nicht in Sicht.

So sieht er es als seine Aufgabe an, Politiker und interessierte Menschen über das Tetzlaff-Bio-Wasserstoffkonzept zu informieren. Die Einfachheit des Konzeptes ist aus seiner Sicht bestechend:  In einem regionalen Wasserstoffwerk wird mittels Wirbelschichtvergaser und nachgeschalteten Shift-Reaktor aus der eingebrachten Biomasse Wasserstoff und Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Nach der anschließenden Abspaltung des CO2-Anteils kann der Wasserstoff mit einem Druck von 25 bar über ein vorhandenes Gasleitungsnetz direkt zum Endkunden geleitet werden. Dort wird dann unter dem Einsatz einer Brennstoffzelle Wärme und Strom mit hohem Wirkungsgrad erzeugt.

Die Vorteile einer Bio-Wasserstoffwirtschaft liegen auf der Hand: Unabhängigkeit von Energieimporten, niedrige Energiepreise, Arbeitsplätze in der Region, Förderung der Landwirtschaft, optimaler Klimaschutz – und die Kernenergie wird überflüssig. Dazu kommt, dass der Wasserstoff nicht gespeichert werden muss – er wird dann erzeugt, wenn er gebraucht wird, sagte Zimmermann. Selbstverständlich muss noch geforscht und optimiert werden: Die Brennstoffzellen sind noch viel zu teuer und das Gasleitungsnetz ist nur in größeren Städten voll ausgebaut. Aber die Idee und die Richtung hält er für absolut zukunftsfähig: „Ich beschäftige mich bereits seit vier Monaten intensiv mit diesem Thema. Einen Fehler in der Systematik habe ich bis heute noch nicht entdeckt.“ In der abschließenden Fragerunde ging Zimmermann auf das Thema Sicherheit und auf Fragen zur Menge bzw. Beschaffenheit der benötigten Biomasse ein: „Wasserstoff ist beherrschbar und nicht gefährlicher als Erdgas oder Benzin. Die für eine sichere Energieversorgung Deutschlands notwendige Biomasse  ist in ausreichender Menge vorhanden. Verwendet werden kann vom einfachen Grasschnitt aus der Landschaftspflege bis zum Energiegras aus Plantagen alles, was solare Energie gespeichert hat.“

Sein abschließendes Fazit:  Bei der Bio-Wasserstoffwirtschaft handelt es sich um eine echte Alternative zur herkömmlichen Energiewirtschaft. Es ist deshalb an der Zeit, die Öl-, Kohle- und Atomwirtschaft zu beenden und mit Blick auf Umwelt und Klima das Wasserstoffzeitalter einzuläuten. Richard Danhof

(8. Mai 2010)

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