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OV Siegsdorf bei Brückner Maschinenbau

Siegsdorfer Grüne besuchen Brückner Maschinenbau

Zusammen mit dem wirtschaftspolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion, Dieter Janecek, besuchten die Siegsdorfer Grünen am 4. Mai 2017 die Firma Brückner Maschinenbau. Zu Beginn des Besuchs überreichte Ortsvorsitzender Gerhard Gimpl ein PV-Modul mit der Bitte, dass sich die Brückner Holding zukünftig im Bereich der Erneuerbaren Energien stärker engagieren möge. Besonders die Dächer der geplanten neuen Gebäude bieten hier große Möglichkeiten. Ziel des Gesprächs mit der Geschäftsführung war es, Wege zu diskutieren, welche Möglichkeiten es gibt, angesichts weltweiter Aktivitäten der Fa. Brückner Maschinenbau, ökonomische und ökologische Anforderungen möglichst gut miteinander zu verbinden.

Geschäftsführer Helmut Huber informierte zunächst über die Brückner Maschinenbau. Diese Firma ist Mitglied der Brückner Holding mit rund 2.300 Mitarbeitern, an 28 Standorten weltweit.  Bei Brückner Maschinenbau sind gut 600 Mitarbeiter beschäftigt, davon ca. 65% Ingenieure. Auf den Maschinen von Brückner Maschinenbau werden flexible Folien hergestellt, die als hochwertiges Verpackungsmaterial und in technischen Anwendungsbereichen wie z.B. Kondensator- und High-Tech-Bildschirmfolien eingesetzt werden. Laut Geschäftsleiter Michael Baumeister sind zurzeit die stärksten Absatzmärkte China und Indien. Diese Länder erleben momentan einen massiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel. So sei davon auszugehen, dass der Bedarf an hochwertigen Kunststofffolien in den nächsten Jahren deutlich steigen wird, da immer mehr Lebensmittel, meist aus Gründen einer längeren Haltbarkeit, verpackt werden. Auch Zukunftsanwendungen wie Folien für Batterien in Elektrofahrzeugen werden immer wichtiger.

MdB Dieter Janecek und die Grünen sehen in dieser Entwicklung neben positiven leider auch negative Auswirkungen. Positiv ist natürlich zu sehen, dass Brückner auch mittelfristig mit guten Geschäftsergebnissen rechnen kann. Für den Standort Siegsdorf wird dies bedeuteten, dass auch weiterhin die Zahl der MitarbeiterInnen steigen wird, baulich und technologisch massiv investiert wird, die Gemeinde und der Landkreis sich auf hohe Gewerbesteuerzahlungen freuen dürfen. Negativ ist zu bewerten, dass die viele Verpackungsfolien, besonders in den Schwellenländern nach einmaligem Gebrauch, auf Mülldeponien oder wilden Müllhaufen entsorgt werden.

Das Thema Wiederverwertung von Verpackungsmaterialien sei Brückner deshalb ein wichtiges Anliegen, so Geschäftsführer Huber. Leider hat das Wiederverwerten von Verpackungsfolien oder am besten Vermeiden von unnötiger Verpackung in den meisten Regionen der Welt weder bei Produzenten noch bei Verbrauchern eine hohe Bedeutung. Ziel sei es, die Themen Müllvermeidung und –verwertung in die Köpfe der Menschen zu bekommen. Bei der Wiederverwertung von Produktionsabfällen und der Senkung des Energieverbrauches der Brückner Anlagen sei dies zum größten Teil schon gelungen, so Helmut Huber.

Ortsvorsitzender Gerhard Gimpl sprach das Thema Mikroplastik an. Als Mikroplastik bezeichnet man Plastikpartikel mit einer Größe im Mikrometer oder Nanometerbereich. Besonders in den Weltmeeren aber auch im Chiemgau steht Mikroplastik im Verdacht, dass Fische in größerer Anzahl verenden, da Mikroplastik nicht verdaut werden kann. Dieses Problem kann nur dann vermindert werden, wenn die Verpackungsabfälle ordentlich recycelt oder thermisch verwertet werden, so Helmut Huber.

Dieter Janecek merkte an, dass man solche massiven Umweltprobleme nur mit Hilfe weltweit gültiger Abkommen eindämmen kann. Weiterhin sprach er sich dafür aus, dass mit Hilfe weltweit gültiger CO2 Emissionsrechten, der globale Energiebedarf deutlich gesenkt wird. Rohstoffschonende und energieeffiziente Produktionsweisen könnten nur mit höheren Energiepreisen und einem deutlich gesteigerten Umweltbewusstsein massiv gefördert werden. Willi Geistanger

(14. Mai 2017)

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