Diagramm zum regional erzeugten Strommix der Stadt Traunreut.

Erhebliche Anstrengungen in Sachen Erneuerbare nötig

Stadtrat Czepan stellt Energiemonitor für Traunreut vor – „Nicht von Importen abhängig machen“

Bei einer Online-Veranstaltung der Traunreuter Grünen hat Stadtrat Martin Czepan den Energiemonitor des Bayernwerks für Traunreut erläutert. Czepan, der beruflich mit der Digitalisierung des Energiemonitorings bei BSH befasst ist, begrüßt diese Einrichtung sehr, denn sie sorge für Transparenz, zeige Einsparpotenziale auf der Verbrauchsseite und Handlungsbedarfe auf der Erzeugungsseite auf.

Zunächst ging der Stadtrat auf die Verbraucherseite ein, bei der die Bereiche Industrie und Gewerbe einen Anteil von 79 Prozent, die Privathaushalte einen Anteil von 19 Prozent und die Stadt einen Anteil von zwei Prozent am Stromverbrauch hätten. Bei den Betrieben würden etwa 50 Prozent auf Heidenhain und 20 Prozent auf BSH entfallen. Bemerkenswert sei der hohe Verbrauch an Sonntagen, der bei etwa 30 Prozent des Spitzenbedarfs liege. Selbst unter Berücksichtigung des Eigenbedarfs des Geothermie-Kraftwerks und des Biomasseheizkraftwerkes sei dieser Standby-Verbrauch viel zu hoch. Dies zeige sich auch darin, dass nur an sonnigen Sonntagen wie am Ostersonntag der Verbrauch durch die Eigenerzeugung in Traunreut gedeckt werden könne. Hier liege noch ein großes Klimaschutz- und Einsparpotenzial, denn dieser Standby-Verbrauch verursache jährliche Kosten von ca. 6 Millionen Euro. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass es ein langwieriger Prozess sei, den Standby-Verbrauch zu reduzieren, aber ein Anteil von zehn Prozent sei möglich. Gleiches gelte für die Privathaushalte und kommunalen Einrichtungen, bei denen der Anteil bei derzeit 28 Prozent liege.

Auf der Erzeugungsseite könne sich Traunreut glücklich schätzen, betonte Czepan, dass mit dem Biomasseheizkraftwerk und dem Geothermie-Kraftwerk zwei große Anlagen nahezu rund um die Uhr zuverlässig den Großteil des Stroms erzeugen würden. Auch die Wasserkraft liefert konstant Strom, allerdings mit einem deutlich geringeren Anteil. Die 800 Photovoltaikanlagen könnten zur Spitzenzeit zwar die Hälfte des erneuerbaren Stroms liefern, aber selbst an sonnigen Tagen wären dies nicht einmal 20 Prozent der Gesamtmenge. Im Durchschnitt könne an Werktagen etwa die Hälfte des Bedarfs durch selbst erzeugten erneuerbaren Strom gedeckt werden, an den Wochenenden zu 100 Prozent.

Es seien also noch erhebliche Anstrengungen notwendig, so der Umweltreferent, um den gesamten Bedarf vollständig aus regenerativen Energien decken zu können. Dies sei zum einen aus Gründen des Klimaschutzes erforderlich, aber auch um den Entfall des Stroms aus Atom- und Kohlekraftwerken kompensieren zu können. „Wir sollten uns nicht von Importen abhängig machen, denn der Landkreis hat genügend Ressourcen an erneuerbaren Energien, um den Bedarf an Strom und Wärme vollständig abzudecken. Dies wird aber nur gelingen, wenn wir uns alle Energiequellen wie Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie erschließen.“ Martin Czepan

(15. April 2021)

Der Ortsverband Traunreut stellt sich vor.
Landratskandidatin Gisela Sengl
Newsletter von Gisela Sengl
Mitglied werden