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Einen gelungenen Kulturabend unter dem Thema „Frauen – gestern und heute“ stellten die Traunreuter Grünen gemeinsam mit Landratskandidatin Gisela Sengl im Café „The Rock“ auf die Beine.

Einen gelungenen Kulturabend unter dem Thema „Frauen – gestern und heute“ stellten die Traunreuter Grünen gemeinsam mit Landratskandidatin Gisela Sengl im Café „The Rock“ auf die Beine. Foto: Viola Dandl

Gisela Sengl lud ein – und viele kamen

„Frauen – gestern und heute“: Gelungener Kulturabend der Grünen im Café „The Rock“

Peter Noss (OV-Sprecher Traunreut) und Gisela Sengl (MdL, Landratskandidatin) konnten in der gut besuchten politischen Kulturveranstaltung viele Gäste, darunter auch zahlreiche neue Gesichter, begrüßen. Peter Noss wies auf den historischen Moment des 40. Geburtstages der Grünen hin, der zu Stolz, Selbstvertrauen, aber auch zu großer Verantwortung jetzt und in der Zukunft Anlass gebe. Zum ersten Mal fand eine Veranstaltung der Traunreuter Grünen im Café „The Rock“ (Saal, 1. Stock) statt, wo früher ein Kaufhaus und noch früher ein Kino war. Zuerst konnten sich einige Stadtratskandidaten der Traunreuter Grünen kurz vorstellen:

1. Martin Czepan, Traunreut: Bürgermeister- und Kreistagskandidat:

Als Bürgermeisterkandidat stellte sich Martin Czepan aus Traunreut vor. Der 63-jährige Diplomingenieur ist bei BSH Hausgeräte im Bereich Digitalisierung der Fertigung tätig. Sein zentrales Anliegen sei der Klimaschutz, sagte er. Auch wenn für die Menschen in unserer Region die Existenzgrundlage nicht direkt auf dem Spiel stehe, so seien die Auswirkungen in allen Lebensbereichen schwerwiegend. Während auf Bundesebene dank der Grünen wirksame Maßnahmen beschlossen worden seien, würden in Traunreut noch viele Entscheidungen gegen den Klima- und Artenschutz getroffen. Ein Beispiel sei die geplante Osttangente, die verkehrstechnisch nicht notwendig sei, viele Millionen koste, wertvolle Naturflächen zerstöre und zusätzliches Verkehrsaufkommen verursache. Das von ihm initiierte Biomasseheizkraftwerk und der Ausbau der Fernwärme in Traunreut hätten gezeigt, dass erneuerbare Energien preiswerter sein können als das Heizen mit Öl oder Gas.

2. Helga Zembsch, Stein. Einsatz für geflüchtete Menschen; Fair-Trade-Stadt
3. Peter Noss, Oberwalchen: Stopp dem Flächenfraß; für soziale und kulturelle Einrichtungen wie die Musikschule Traunwalchen
4. Susanne Weinzierl, Traunreut: Einsatz für soziale Einrichtungen
5. Bernhard Mayer, Traunreut: gut durchdachte Kommunalpolitik
6. Maria Helmberger-Noss, Oberwalchen: Bildungschancen für Jung und Alt
7. Dr. Norbert Wolff, St. Georgen: Platz für die Jugend; ein Herz für die sozialen Projekte
8. Diana Schallinger-Mayer, Traunreut: Stadt für die Menschen statt Autos, mehr Radwege

Zitherspielerin Dr. Gertrud Huber spielte im Laufe des Abends mit souveräner Variationsbreite verschiedene Stücke von traditioneller Volksmusik über Blues bis zu Swing Jazz. Erika Schalper aus Starnberg stellte die Biografie der Autorin Wilhelmine von Hillern vor, die den mehrfach verfilmten Roman „Geierwally“ geschrieben hatte. Anschließend fasste sie die Geschichte der Geierwally zusammen, die auf dem Leben Anna Stainer-Knittels beruht. Sie war die Tochter eines reichen Bauern, die ein Lämmergeierküken aufzog und es als Haustier hielt. Der Ausschnitt, den Erika Schalper aus dem Buch vorlas, handelte von dem großen Streit zwischen Vater und Tochter, der sehr emotional war und deutlich machte, wie mutig die Geierwally war, sich nicht ihrem Schicksal einer arrangierten Heirat zu ergeben.

Dies war der Anknüpfungspunkt für die Landratskandidatin Gisela Sengl (MdL), die Entwicklung der Gleichberechtigung der Frauen bis heute zu beschreiben. Die Deklaration der Allgemeinen Menschenrechte im Dezember 1948 sei ein wichtiger Grundstein für die Entwicklung der Gleichberechtigung gewesen. Für die rechtliche Verankerung der Gleichberechtigung mussten aber auch in Deutschland viele Gesetze verändert werden. Erst 1958 sei in der Bundesrepublik Deutschland das Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Kraft getreten. Und es hat nochmal fast 20 Jahre gedauert, bis das erste Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts verabschiedet wurde, demzufolge es ab da keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenverteilung in der Ehe mehr gab. Vieles ist für die Frauen heute leichter, der Weg war manchmal steinig und mit Kämpfen im Kleinen und Großen. „Auch wenn das Leben der Frauen heute besser ist als vor 60 Jahren, gibt es noch einiges zu tun“ , betonte Gisela Sengl.

Bei der anschließenden teils kontroversen Diskussion mit dem Publikum ging es auch um das Leben der Landfrauen und Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die heutige Diskussionskultur, Ehegattensplitting und der Schwierigkeit, Arbeit und „Leben“ ausgeglichen zu gestalten. Ganztagsangebote für Schulkinder sollten ausgeweitet werden, ohne die Mütter, die sich der Kinderbetreuung widmen, zu diskriminieren. Nach zwei Stunden ging nach lebhaftem Austausch die Veranstaltung mit einem harmonischen Zitherstück zu Ende. Peter Noss

(19. Januar 2020)

Der Ortsverband Traunreut stellt sich vor.
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