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Die Traunreuter Grünen und Gisela Sengl freuten sich über die positive Resonanz des Heimatabends..

Die Traunreuter Grünen und Gisela Sengl freuten sich über die positive Resonanz des Heimatabends.

Engagierter Heimatabend

Hans Helmberger mit „Aufgespießt und nacherzählt“ im „Café Pertenstein“

Einen Abend der – zumindest für die Grünen – besonderen Art konnten die Besucher des Grünen Heimatabends erleben. Hans Baltin, 1. Vorsitzender des OV Traunreut von Bündnis 90 / Die Grünen, begrüßte die zahlreichen Gäste – unter anderen die Stadträtinnen Zembsch und Gineiger – und bedankte sich bei Maria und Peter Noss für die Organisation des Abends.

Der Begriff „Heimat“ sei für die Grünen insofern positiv und wichtig, als es ja genau darum gehe, die Schönheit und eindrucksvolle Natur z.B. des Chiemgaus möglichst zu bewahren und vor Verschandelung und Zubetonierung zu retten.

In einem engagierten, frei gesprochenen Grußwort hob Gisela Sengl, die wiedergewählte Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Traunstein und stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen im Bayerischen Landtag, den engen Zusammenhang von Heimat, Natur, Kultur, Landwirtschaft, regionaler Vermarktung und Ortskernbild hervor. Beifall erhielt auch ihr Anliegen, Kindergärten und Schulen und natürlich auch Erwachsene mit gesunden, schadstofffreien Lebensmitteln zu versorgen. In ihrem Grußwort beeindruckte Gisela Sengl die Zuhörerschaft mit grundsätzlichen Gedanken zum Thema Heimat: Heimat ist da, wo man sich geborgen fühlt, geborgen fühlt man sich da, wo man sich sicher fühlt. Und sicher ist man da, wo man dazugehört. Heimat ist ein wichtiges Gefühl  für jeden Menschen und darf nie mit Ausgrenzung verbunden werden.

Im Anschluss an Gisela Sengls Grußwort erinnerte Peter Noss, 2. Vorsitzender des OV an den 9. November als „Schicksalstag der Deutschen“. Die bewegenden Ereignisse des Jahres 1848, Frankfurter Nationalversammlung, schließlich am 9. November in Wien die standrechtliche Erschießung des Abgeordneten Robert Blum wegen Teilnahme an einem Arbeiteraufstand gegen die K und K – Monarchie. 1918 Ausrufung der deutschen Republik, 1923 Niederschlagung des Hitler-Putsches, 1938 Reichspogromnacht – Beginn der systematischen Judenverfolgung und schließlich der 9. November 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer. Hier hob Noss die entscheidende Rolle von Michail Gorbatschow hervor, ohne dessen konsequente Haltung es keine Wiedervereinigung gegeben hätte.

Nach diesen ernsten Gedanken konnten die Besucher wieder bei der eindrucksvollen Stubn-Musik der Geschwister Hundmayer aus Siegsdorf entspannen.

Hans Helmberger, der Vorsitzende des Historischen Vereins für den Chiemgau zu Traunstein e.V., ging in seinen Lesungen unter dem Motto „Aufgespießt und nacherzählt“ auf historische Ereignisse, die die Welt oder ganz Deutschland, aber auch die heimische Region betreffen und betrafen, wobei er neben aufregenden bis dramatischen Ereignissen auch amüsante Fakten und Legenden aus der Geschichte Bayerns aufzeigte.

So schilderte er die überstürzte Flucht der königlichen Familie während der Revolution in München vor 100 Jahren und zeichnete auch ein Bild von König Ludwig III., dessen landwirtschaftliche Anwesen in Sarvar (Ungarn) und Leutstetten Musterbetriebe waren, „sein Königreich eher nicht“. Daher auch sein Spitzname „der Millibauer“ „Majestät, genga S‘ hoam, d‘ Revolution ist ausbrocha“, hatte ihm ein Gärtner zugerufen, als Majestät gerade im Englischen Garten spazieren ging. Zunächst nach Wildenwart, dann weiter über Ramsau bis nach Anif bei Salzburg führte der Fluchtweg des Königs.

Nach jedem Einzelbeitrag Helmbergers erfreuten die schon mit mehreren Auszeichnungen bedachten Hundmayer-Kinder (wir berichteten) an Harfe und 2 Harmonikas die Besucher mit ihrem musikalischen Ohrenschmaus. So ergab sich eine stimmige, unterhaltsame Gesamtstruktur des Abends.

Ein besonderes Anliegen war Hans Helmberger die Errichtung des Salinenparks in Traunstein, der künftig die Einfahrt in die Stadt über die Salinenstraße schmücken wird. Zum einen sei dieser Park eine Visitenkarte für die Stadt zum anderen eine Erinnerung an die Soleleitung (die „erste Pipeline der Welt“), auf der von 1619 bis 1912 die Sole von Reichenhall über mehr als 30 Kilometer ausschließlich mit nachhaltiger Energie, also ohne Kohle, Gas Torf oder Öl, nach Traunstein gepumpt wurde – ein ureigenstes Thema der Grünen, wie der Autor in Richtung der Landtagsabgeordneten Gisela Sengl anmerkte.

Das traditionelle „Fellnerfest“ auf dem Hochfelln mit „Schafekriag“, eine amüsante Abhandlung über den Dialekt und ein Erlebnis, das der Autor bei seinem einzigen Auftritt als Nikolaus hatte, ergänzten die bunten Geschichten über Facetten von Chiemgauer Geschichte und Brauchtum.

In seiner Einleitung hatte er seine Verwunderung ausgedrückt, dass der Ortsverband der Grünen in Traunreut nur mit drei Personen in dem 30-köpfigen Stadtrat vertreten sei – angesichts des gegenwärtigen Höhenflugs der Partei müssten es ja ab der nächsten Wahl 2020 mindestens zehn sein, was der Ortsvorsitzende Hans Baltin mit einem vielsagenden Lächeln quittierte. Peter Noss

(12. November 2018)

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