Kommunalprogramm für 2020 bis 2026

Ein lebendiges Traunreut gestalten – unsere Lebensgrundlagen erhalten

Kultur – Die Vielfalt nutzen

Traunreut ist ein Spiegelbild unserer globalisierten, multikulturellen Welt. In unserer Stadt leben und arbeiten zahlreiche Nationalitäten und Volksgruppen friedlich miteinander. Damit das auch in Zukunft so bleibt, wollen wir dafür sorgen, dass bei allen Unterschieden der Gemeinschaftsgeist unter den Bürgerinnen und Bürgern weiter wächst. Kulturveranstaltungen, Integration durch verstärkte Vernetzung und Austausch zwischen den Traunreuter Vereinen sowie Sprachkurse können Verbindungen schaffen und stärken. Wir fördern und unterstützen deshalb die Arbeit, die dafür im Mehrgenerationenhaus und im Heimathaus geleistet wird. Wir setzen uns für einen baldigen Neubau von Stadtbibliothek und VHS ein.

Kultur zeigt sich auch in der Gestaltung des Stadtbildes und dem Angebot an Gastronomie. Wir Grünen möchten uns für eine Imageverbesserung der Stadt einsetzen – hin zu einer attraktiven, weltoffenen „Europastadt“ mit bayerischen Wurzeln. Das k1 und DasMaximum haben bereits den Weg in die Zukunft gewiesen.

Kommunale Energie – 100 Prozent regenerativ

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist in Traunreut eine Erfolgsgeschichte – und muss weiter voran getrieben werden, damit wir in Traunreut in den nächsten zehn Jahren CO2-neutral werden. Die Geothermie, Fotovoltaik, Biomasse und die Windkraft haben in Traunreut noch genügend Potenzial. Parallel müssen Maßnahmen zur Energieeinsparung und Verbesserung der Energieeffizienz umgesetzt werden. Wir setzen uns ein für

  • ein Gesamtkonzept für die Wärmeversorgung (Wärmenetz 4.0, dezentrale Konzepte, faire Preise für Kleinabnehmer)
  • Fotovoltaik auf allen öffentlichen Gebäuden öffentliche Gebäude müssen bis 2025 CO2-neutral sein
  • Ausbau der Beratungsangebote zusammen mit der Energieagentur
Wirtschaft und Finanzen

Nur ein Standort mit attraktiven Angeboten zum Wohnen, zum Einkaufen, für Kinder und zur Freizeitgestaltung (Bücherei, VHS, k1) bringt Fachkräfte in den ländlichen Raum. Die größeren Investitionen der letzten Jahre in die Kitas, Schulen und Bäder haben Traunreut lebenswerter und attraktiver gemacht. Sie haben aber auch mit dazu geführt, dass die Ausgaben im Verwaltungshaushalt überproportional gestiegen sind. Damit auch in Zukunft das Geld für Kitas, Bäder und Kultur reicht und Spielraum für Investitionen da ist, bedarf es

  • Einsparungen im Verwaltungshaushalt durch Digitalisierung
  • nachhaltige Kriterien Folgekosten für Investitionen
  • einer Stabilisierung der Gewerbesteuereinnahmen
  • einer Förderung der Ansiedlung von Berufstätigen

Wir sind stolz, dass Traunreut auf unsere Initiative hin Fair-Trade-Stadt geworden ist, und werden uns weiter für einen Ausbau des Fair-Trade-Handels einsetzen.

Natur- und Artenschutz – Lebensgrundlagen erhalten

Wir Menschen brauchen eine intakte Natur zum Überleben. Der Rückgang bei den Bienen und anderen Insekten in den letzten Jahren hat dies deutlich gemacht. Eine wesentliche Ursache ist die fortschreitende Versiegelung der Flächen. Was müssen wir auf kommunaler Ebene tun um unsere Lebensgrundlagen zu sichern?

  • Flächen erhalten für Artenschutz
  • Gärten naturnah gestalten statt versiegeln
  • Durchgängigkeit für Tiere in Siedlungen ermöglichen (keine Mauern)
  • Öffentliche und private Gebäude begrünen
  • Den Stadtpark anlegen und Grünflächen aufwerten
  • Kleinere Grundstücke, flächensparendes Bauen
  • Die Siedlungsentwicklung im Landkreis und in der Region koordinieren
  • Gewerbe und Wohnen kombinieren
Kinder – Jugend – Familien – Senioren

Für Kinder und Jugendliche bietet Traunreut ein vielfältiges Angebot. Kinderkrippen, Kindergärten und alle Schularten genießen einen aus-gezeichneten Ruf. Das JUZ, soziale Träger und viele Vereine leisten wertvolle pädagogische Arbeit. Verbesserungsbedarf sehen wir

  • bei einer tagsüber offenen Anlaufstelle im Stadtzentrum (Jugendcafé)
  • bei einem Frühstücksangebot an den Schulen

Das Mehrgenerationenhaus ist ein gefragter sozialer Stützpunkt in unserer Stadt. Wir wertschätzen diese Arbeit und wünschen uns eine noch bessere Koordination und Vernetzung der ehrenamtlichen Angebote in Traunreut.
Immer mehr ältere Menschen werden in Zukunft in Traunreut leben. Um ihnen möglichst lange das Leben in ihrem gewohnten Umfeld zu ermöglichen und ihnen die Teilhabe am sozialen Leben zu ermöglichen kann die Stadt folgende Beiträge leisten:

  • Schaffung von barrierefreien Zugängen aus allen Stadtteilen zur Innenstadt
  • besondere Berücksichtigung der Senioren bei der Verkehrsplanung
  • Einsatz barrierefreier Züge und Busse
  • Unterstützung des Baus von seniorengerechten Wohnungen
  • Förderung des ehrenamtlichen Engagements

Wir schätzen die engagierte Arbeit des Seniorenbeirates und unterstützen dessen Belange.
In der Stadtverwaltung bedarf es einer Anlauf- und Koordinationsstelle für die vielen ehrenamtlichen Helfer, welche sich mit großem Engagement um Kinder und Jugendliche kümmern, Senioren unterstützen und Bürgern mit Migrationshintergrund die Integration erleichtern.

Verkehr – von der Auto- zur Fahrrad- und Fußgängerstadt

Viele Millionen Euro wurden in Traunreut in den letzten Jahren in breitere Straßen und mehr Parkplätze investiert. Durch die zu schmalen Radschutzstreifen sind Radfahrer stärker gefährdet als zuvor. Im Osten von Traunreut soll für weitere Millionen von Euro und mit massiven Eingriffen in die Natur eine Osttangente parallel zum Frühlinger Spitz gebaut werden, obwohl dessen bestandsorientierter Ausbau problemlos den Verkehr bewältigen könnte. Große Gewerbe- und Siedlungsgebiete sind nach wie vor unzureichend an das ÖPNV-Netz angebunden. Wir setzen uns ein für

  • eine bessere Abstimmung von Bahn, Regionalbus, Citybus
  • einen durchgängigen Citybus-Betrieb – auch am Wochenende
  • Einführung eines Tarif- und Verkehrsverbunds
  • zügige Realisierung der durchgehenden Bahn-Verbindung Traunstein-Traunreut-Trostberg mit einer Elektrifizierung
  • Anbindung aller größeren Betriebe und öffentlichen Einrichtungen an den ÖPNV; kostenloser Citybus
  • Verkehrsberuhigung in den Wohngebieten und der Innenstadt mit Tempo 30
  • durchgehende Radwege zu den Außengemeinden
  • bessere Sicherung der Fußgängerüberwege
  • kommunale Verkehrsüberwachung, kein Lkw-Parken in der Stadt
Siedlungs- und Stadtentwicklung – Innenstadt beleben – Natur bewahren

Nur ein attraktives Stadtzentrum ermöglicht dem Einzelhandel eine Chance gegen den Versandhandel. Die bestehenden Einkaufszentren und der neu entstehende Munapark müssen durch sichere und attraktive Fußwege verknüpft werden. Gerade für junge Familien muss bezahlbarer Wohnraum entstehen – auch durch Sanierung von Bestand und Nutzung der Leerstände. Uns sind dabei folgende Punkte wichtig:

  • Leerstands-Management mit Anreizen zur Vermietung und eine Wohnungstauschbörse
  • mehrgeschossige Mischnutzung in der Innenstadt mit Wohnungen in den oberen Stockwerken
  • ansprechende Architektur und eine hohe Aufenthaltsqualität für Fußgänger
  • Schaffung eines Stadtparks, Aufwertung der Grünflächen
  • Erhalt der dörflichen Struktur in den Außengemeinden
Der Ortsverband Traunreut stellt sich vor.
Landratskandidatin Gisela Sengl
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