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Gretl und Franz Gineiger (von links) mit Hans Baltin, Gisela Sengl, Peter Noss und Maria Helmberger-Noss vom Ortsverband, Kreisvorsitzender Regina Reiter und Stadtrat Martin Czepan.

Gefeiert haben mit Gretl und Franz Gineiger (von links) Hans Baltin, Gisela Sengl, Peter Noss und Maria Helmberger-Noss vom Ortsverband, Kreisvorsitzende Regina Reiter und Stadtrat Martin Czepan. Foto: mix

Langjähriger Streiter für die Ziele der Grünen

Franz Gineiger war erster grüner Stadtrat in Traunreut ab 1984 – Zum Ehrenvorsitzenden des Ortsverbandes ernannt

Der Ortsverband Traunreut von Bündnis 90/Die Grünen hat Franz Gineiger aus Stein in einer Feierstunde im Café am Schloss Pertenstein zu seinem Ehrenvorsitzenden ernannt. Der 81-Jährige war der erste Stadtrat der Grünen in Traunreut und gehörte zu den ersten drei Kreisräten seiner Partei in Traunstein.

Zur Kandidatur für die Grünen kam Franz Gineiger durch den Waginger Sepp Daxenberger. Dieser hatte ihn 1983 eingeladen, bei einem Infoabend zum Thema „Dritte Welt“ zu sprechen. Schließlich war Gineiger als Pfarrer in Bolivien und Brasilien selber in der Entwicklungshilfe tätig. Mit Sepp Daxenberger verband ihn damals schnell eine Freundschaft und er ließ sich für die Kommunalwahl 1984 anwerben.

„Der Grüne darf keinen Erfolg haben“

Als einziger Grüner im 24-köpfigen Traunreuter Stadtrat hatte es Franz Gineiger nicht leicht. Wie er bei der Feier erzählte, wurden seine Vorschläge, beispielsweise die Kantstraße zu begrünen oder 30er-Zonen in der Stadt einzurichten, damals nur belächelt und von den anderen Stadtratsmitgliedern abgelehnt nach dem Motto „der Grüne darf keinen Erfolg haben“. Zusammen mit Sepp Daxenberger und Hans Scheuerl aus Inzell war er auch eines von drei Kreistagsmitgliedern und zog 1990 sogar in den Bezirkstag ein. Auch aus dieser Zeit wusste er eine Geschichte zu erzählen: Als die Sanierung eines Daches am Bezirkskrankenhaus in Haar anstand, habe er schon damals angeregt, die Vorrichtung zur Installation von Solarzellen gleich mit anzubringen. Ihm wurde entgegengehalten: „Gineiger, sie sind ein Träumer.“ Für ihn selber stehe aber fest: „Ich hatte und habe den Traum, dass es immer noch besser wird.“ Als Grünenpolitiker hatte man es in jenen Stadtrat und Kreistag nachgefolgt und habe die grüne Fahne weiter hochgehalten.

„Ich heirate, ihr könnt mich aus eurer Liste streichen“

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Band „Cuartuno“, bestehend aus Hans Baltin, Hein Kraller und dem Bolivianer Freddy Herbas Herrera. Die drei spielten südamerikanische Volkslieder für den Ehrenvorsitzenden in Erinnerung an seine Zeit in Bolivien.

Dort hat Franz Gineiger vier Jahre in der Mission gearbeitet, dann seine spätere Frau Gretl, die als Krankenschwester in Brasilien war, kennengelernt und aus Liebe zu ihr sein Priesteramt niedergelegt.

„Ich hab damals im Ordinariat angerufen und ihnen gesagt, ich heirate jetzt, ihr könnt mich aus eurer Liste streichen“, erzählte er.Die Zeit in der Mission sei für ihn aber eine sehr wichtige und schöne gewesen, mit vielen wertvollen Erkenntnissen: „In Bolivien habe ich unter anderem gelernt, dass Menschenrechte etwas ganz Entscheidendes sind.“ Und für diese setzte er sich auch zurück in der deutschen Heimat und als Mitglied der Grünen stets ein. Pia Mix

(23. Juli 2019)

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