Mobil in Traunreut – mit und ohne Auto

Infoveranstaltung in Oderberg: Verkehrssituation endlich verbessern

Zur Veranstaltung „Mobilität in Traunreut“ vergangenen Freitag im Restaurant Austermayer in Oderberg konnte der Ortsvorsitzende der Traunreuter Grünen, Peter Noss, etwa 20 Gäste begrüßen.  Stadtrat und Bürgermeister-Kandidat Martin Czepan ging zunächst auf die Situation der Fußgänger und Radfahrer in Traunreut ein. Anhand von Fotos zeigte er zahlreiche Gefahrenstellen auf, wie z. B. unübersichtliche Einmündungen und schlecht einsehbare Fußgängerüberwege. Einige Zuhörer, wie Susanne Weinzierl, bestätigen seine Vermutung, dass vor es allem für Kinder und ältere Menschen zu gefährlich sei, mit dem Rad in Traunreut unterwegs zu sein.

Leicht umsetzbare Maßnahmen, wie z. B. die Einfärbung von stark frequentierten Grundstückseinfahrten, seien letztes Jahr von den anderen Fraktionen abgelehnt worden. Czepan empfahl allen Radfahrern, nicht die stark befahrenen Straßen, sondern die ruhigen Nebenstraßen zu nutzen, in denen Tempo 30 und rechts vor links gelte. Beim Ausbau der innerörtlichen Straßen werde unnötigerweise viel Geld für die Anlage von Radschutzstreifen ausgegeben. Diese seien mit 1,25 Meter viel zu schmal und würden, wie mehrere Studien gezeigt hätten, die Autofahrer zu einem viel zu geringem Abstand beim Überholen verleiten als auf normalen Straßen. Als wichtigste Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer forderte Czepan Tempo 30 auf allen innerörtlichen Straßen mit Ausnahme von Traunring und Siemensstraße und mehr gesicherte Übergänge.

Mit solchen Initiativen soll der Autoverkehr in Traunreut reduziert werden.

Mit solchen Initiativen soll der Autoverkehr in Traunreut reduziert werden.

Beim Citybus sei es wichtig, die Fahrplanlücken zu schließen, das Angebot auf Samstag und Sonntag zu erweitern und einen etwas kleineren und umweltfreundlichen Bus einzusetzen. Die Grünen würden auch die Forderung des Agenda-21-Arbeitskreises Verkehr unterstützen, dass der Citybus wie in anderen Kommunen in Bayern kostenlos fahre. „Diese 10.000 Euro pro Jahr kann sich Traunreut leisten, angesichts von fünf Millionen Euro für den Straßenbau“, betonte Martin Czepan.

Bei der Bahn sei es auch aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll, auf eine durchgehende Strecke von Traunstein über Traunreut und Trostberg nach Mühldorf zu setzen. Es müssten zwar bei einer Südanbindung vier Kilometer Strecke neu gebaut werden, aber die Sanierungskosten für den sieben Kilometer langen alten Abschnitt zwischen Matzing und St. Georgen könnten eingespart werden. Zudem würden etliche Bahnübergänge entfallen. Auch die Betriebskosten wären deutlich geringer. Zudem könnten mit zusätzlichen Haltestellen in Traunwalchen, Oderberg, beim Freibad und in St. Georgen neue Siedlungsgebiete erschlossen werden. Zum Einsatz kommen sollten leichte Triebfahrzeuge mit Elektroantrieb im 30-Minuten-Takt. Durch den Ausbau der Mühldorfer Strecke und die direkte Flughafenanbindung sowie die gleichzeitige Zunahme des Güterverkehrs auf der Strecke Rosenheim-München würde sich der Personenverkehr mehr und mehr auf die nördliche Trasse verlagern.

Auch beim Straßenverkehr setzen die Traunreuter Grünen auf pragmatische Lösungen, versicherte Czepan. Für St. Georgen würde ein ebenerdiger Kreisverkehr die Sicherheit verbessern. Statt einer Neutrassierung der Ostumfahrung mit hohen Kosten und einem großen Verlust an Wald und Feldern würde ein bestandsorientierter Ausbau des Frühlinger Spitz völlig ausreichen und auch keinen zusätzlichen Verkehr durch Traunwalchen verursachen. Statt der vom AK Verkehr vorgeschlagenen Ostumfahrung von Traunwalchen, die die Siedlungsgebiete belasten würde, sehen die Grünen in einer Tieferlegung und Überbauung der Staatsstraße eine kostengünstigere und umweltfreundliche Alternative.

Zum Abschluss zeigte der Stadtrat den Zuhörern, wie es die Schweizer bei einer vergleichbaren Siedlungsstruktur geschafft haben, ihrer Bevölkerung den Verzicht auf ein eigenes Auto sehr leicht zu machen. In der anschließenden Diskussion brachten die Zuhörer viele Vorschläge ein, die eine starke grüne Fraktion im neuen Stadtrat umsetzen will. Martin Czepan

(8. März 2020)

Der Ortsverband Traunreut stellt sich vor.
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