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Würde der zweite Bauabschnitt der Altenmarkter Umgehung realisiert, wäre das ein massiver Eingriff in die Landschaft südlich von Trostberg, wie die Vorher-Nachher-Gegenüberstellung verdeutlicht. Fotos: Hans Stalleicher | Fotomontage und Bildretusche: Christoph Rudholzner

Alztal kaputt?

B299 als Transitstrecke zwischen A8 und A94: Belastung für Gesundheit, Lebensqualität und Klima

Der Trostberger CSU-Bürgermeister Karl Schleid betont, dass eine Bundesstraße nicht in den Ort gehört. Das sagt allerdings nichts darüber aus, ob eine Bundesstraße deshalb zwangsläufig in eine Landschaft gehört, die vom Verkehr bislang weitestgehend verschont geblieben ist. Denn genau das sieht die Verlegung der B299 vor. „Besonders belastend für Trostberg ist der zweite Bauabschnitt der Ortsumfahrung Altenmarkt“, sagt Trostbergs Grünen-Fraktionssprecherin und Kreisrätin Marianne Penn. „Was als Umgehungsstraße gehandelt wird, ist in der Realität eine Transitverbindung von der A 8 Salzburg-München zur ausgebauten A 94 Passau-München.“ Eine Entlastung des Trostberger Stadtkerns sei nicht wirklich zu erwarten: „Der erhebliche Quell- und Zielverkehr im Stadtgebiet bleibt von einer Umgehung weitestgehend unberührt.“

Die Konsequenz für die Trostberger Grünen: „Wir lehnen das Bauvorhaben mit allen Varianten grundsätzlich ab.“ Während sich im politischen Diskurs die Einsicht langsam durchsetze, dass Flächenverbrauche eingeschränkt und Verkehrskonzepte nachhaltig gestaltet werden müssen, scheinen diese Erkenntnisse im Bezug auf die B299 noch nicht im Landkreis Traunstein angekommen zu sein. Deshalb fordern Marianne Penn und die Trostberger Grünen, die Grundsatzfrage neu zu stellen: Braucht’s die Verlegung der B299 zu diesem Preis? „Dafür 500.000 Quadratmeter wertvollen landwirtschaftlichen Grund zu versiegeln, ist schlicht und einfach unerträglich.“

Als besonders problematisch sehen die Trostberger Grünen die Trassenführung zur Altenmarkter Ortsumfahrung an: „Den Osthang des Alztals bei Nock zu durchschneiden und Bahnlinie, Alz, Dietlwiese und Kanal bis Mögling zu queren, ist ein massiver Eingriff in die Natur und in die klimatischen Verhältnisse in ganz Trostberg. Durch den starken Geländeanstieg entstehen erheblicher Lärm und Feinstaub. Die Trasse bildet einen Damm, der den Luftaustausch im Alztal unterbricht, was sich besonders bei Inversionswetterlagen nachteilig auswirkt.“ So lange das Staatliche Bauamt diese Prognose nicht entkräftet hat, werden die Trostberger Grünen dieses Thema weiter kritisch begleiten. „Wir werden Verkehrsexperten zu Wort kommen lassen“, kündigt Marianne Penn an.

Das übliche CSU-Procedere, den Fokus auf immer mehr neue Straßen statt auf Verkehrsreduzierung und auf die Stärkung des Öffentlichen Personalverkehrs zu richten, sei nicht zukunftsfähig, zumal sich die politischen Mehrheitsverhältnisse in absehbarer Zeit verändern können. „Auch bei uns auf dem Land ist eine Verkehrswende möglich, wenn der Wille dazu da ist. Nötig ist diese Verkehrswende auf jeden Fall. Ein Bus- und Bahnnetz, das optimal gestaltet und erschwinglich ist, wird auch angenommen“ , sagt Marianne Penn und verweist auf die Maßnahmen, die beispielsweise im Bregenzer Wald ergriffen wurden und die die Grünen bei einer Informationsfahrt in Augenschein genommen haben. Der Bau des Aubergtunnels bringt eine Entlastung für die Altenmarkter Ortsmitte, „aber das wertvolle Alztal und die Hochebene im Westen für eine Transitstraße zu opfern, das ist eindeutig der falsche Weg.“

(25. Januar 2020)

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