zurück zur Übersichtsseite OV Übersee

„4 +2“ ist ausreichend

Informationsveranstaltung des grünen Ortsverbands zur A 8

Der Ortsverband von Bündnis /DIE GRÜNEN führte eine Informationsveranstaltung zum aktuellen Stand des Ausbaus der A 8 durch. Zu Gast war Marlies Neuhierl-Huber, Gemeinderätin aus Siegsdorf und Vorsitzende der Bürgerinitiative „Ausbau A 8 – Bürger setzen Grenzen“.

Ziel der BI sei ein Ausbau der A 8 von Rosenheim bis zur Landesgrenze auf 4 Fahrspuren und 2 Standstreifen, die aus Sicherheitsgründen unbedingt erforderlich sind. Gleichzeitig brauche man ein Tempolimit und ausreichend Lärmschutzmaßnahmen.Der Bundesverkehrswegeplan sieht einen Ausbau der A 8 von München bis Rosenheim auf 8 Fahrstreifen und 2 Standstreifen vor, von Rosenheim bis zur Landesgrenze sollen es 6 Fahrstreifen und 2 Standstreifen sein, wobei es beim Streckenabschnitt zwischen Bernau und Grabenstätt bei „4 + 2“ bleiben soll. Nach Ansicht der Referentin soll der Bundesverkehrswegeplan 2030 noch in diesem Jahr verabschiedet werden, um ihn aus dem Bundestagswahlkampf des nächsten Jahres herauszuhalten.

Marlies Neuhierl-Huber kritisierte, dass der Bundesverkehrswegeplan seine selbstgesteckten Umweltziele zur Reduktion von Emissionen, Treibhausgasen und Schadstoffen, zur Verminderung des Flächenverbrauchs und zur Reduktion von Lärmemissionen nicht erfüllen wird.

Auch in der strategischen Umweltprüfung schneide das Projekt beim Kosten-Nutzen-Verhältnis trotz mancher Rechentricks sehr schlecht ab. So wurde z.B. der Bernauer Berg und der Streckenabschnitt Felden-Grabenstätt in der Analyse nicht berücksichtigt. Nur so konnten die selbstgesteckten Vorgaben erreicht werden; es dränge sich der Verdacht auf, dass das Projekt schöngerechnet werden soll.

Die vorgesehene öffentlich-private Finanzierung, auf die aufgrund der Schuldenbremse ausgewichen werde, wird von der Bürgerinitiative abgelehnt. „Diese Finanzierung durch private Investoren sei ein Schuldenmachen auf die Zukunft“, kritisierte Marlies Neuhierl-Huber.

Gemeinderätin Margret Winnichner forderte, dass der Ausbau 4 + 2 mit 28 Meter Breite und nicht der Ausbau 6 + 2 mit 36 Meter in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird. Alles anderen Planungsvarianten könne sie sich für unsere Region nicht vorstellen. Außerdem seien Standstreifen, Lärmschutz und ein Tempolimit unverzichtbar. Um noch Änderungen im Bundesverkehrswegeplan durchzusetzen, sei es notwendig jetzt aktiv zu werden und sich z.B. an die zuständigen Abgeordneten zu wenden.

(5. August 2016)

Felicitas Wendt in den Bezirkstag
Kreisrundbrief
Newsletter von Gisela Sengl