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Bürgermeisterkandidatin Margarete Winnichner

Bürgermeisterkandidatin Margarete Winnichner leitete die Diskussionsrunde.

Gesprächsabend zur Landwirtschaft

Landtagsabgeordnete Gisela Sengl beim Ortsverband der Grünen in Übersee

Bürgermeisterkandidatin Margarete Winnichner begrüßte die zahlreichen Zuhörer*innen mit einem Blick auf den laufenden Kommunalwahlkampf: „Die Überseer Grünen haben Zukunftsthemen, die für die Gemeinde von Bedeutung sind, aufgezeigt und ein Angebot an Ideen vorgestellt. Dieser Abend wird die Position der Grünen zum Thema Landwirtschaft deutlich machen.“ Dazu begrüßte Margarete Winnichner Gisela Sengl, Landratskandidatin, Landtagsabgeordnete und agrarpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion.

Gisela Sengl beschrieb eingangs die Situation in der Region. Der Landkreis Traunstein ist noch landwirtschaftlich geprägt, es gibt derzeit rund 2.000 Betriebe. Man könne feststellen, dass „Bio“ im Aufwind sei und die Erzeuger mit Bioware gute Preise erzielen können. Die Berchtesgadener Milchwerke schalten in allen Zeitungen derzeit Anzeigen, in denen sie nach Milchlieferanten in Demeter-Qualität suchen.

Die Wirtschaftsweise unserer Bauern sei noch sehr naturnah, und damit hätten wir vor Ort nicht die allgemein bekannten Probleme, die das Streben nach Effizienz verursache. Die industrielle Produktion lasse wenig Spielraum für artgerechte Tierhaltung, die Effizienz auf den Feldern gefährde die Artenvielfalt und das Grundwasser. Die Abgeordnete stellte dem eine klimapositive und umweltpositive Landwirtschaft entgegen, mit artgerechter Tierhaltung, wenig Pestiziden, Bodenschutz und Artenvielfalt.

Um Veränderungen in der Landwirtschaft herbeizuführen, müsse man nicht auf die „große Politik“ warten. Die müsse zwar auch ihre Hausaufgaben machen, beispielsweise durch die Umstellung der Förderung der Betriebe nach Fläche hin zu einer Förderung nach ökologischem Leistungsprinzip.

Auch die Gemeinden können den Weg zu einer nachhaltigen Landwirtschaft unterstützen. Die Kommunen könnten auf den Einsatz von Pestiziden wie Glyphosat verzichten, ihre Flächen umweltverträglich bewirtschaften und somit auch Vorbild sein für Privatleute ihre Gärten naturnah und pestizidfrei zu gestalten. Die Kommune könne das mit Aufklärung und Beratung voranbringen.

Öffentliche Einrichtungen müssten regionale Produkte nachfragen. Bio und regional müsse bei Gemeinschaftsverpflegungen wie in Krankenhäusern und Schulen Vorrang haben. Die Vergaberichtlinien seien kein Hindernis, sagte Gisela Sengl. Andere Bundesländer praktizierten das schon erfolgreich. Ökomodellregionen können mit einem Gesamtkonzept für Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung ein unverzichtbarer Bestandteil für die ökologische Landwirtschaft werden.

In der abschließenden Diskussion, die die Bürgermeisterkandidatin Margarete Winnichner moderierte, wurde neben der Düngeverordnung, bei der sich die Abgeordnete und die Landwirte einig waren, dass mehr Messstellen zur Grundwasserkontrolle eingerichtet werden müssen, auch die Rolle der Verbraucher*innen thematisiert. Diese müssten mehr biologische und regionale Produkte nachfragen und auch Bereitschaft zeigen, für qualitativ hochwertige Waren höhere Preise zu bezahlen.

(10. März 2020)

Der Ortsverband Übersee stellt sich vor.
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