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Auch die Gemeindepolitik sollte den Kindern mehr demokratische Teilhabe ermöglichen.

Kinderrechte für Gemeindepolitik relevant

Margarete Winnichner zum Weltkindertag: Bedürfnisse der Kinder müssen in Entscheidungen einfließen

Die UN-Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen verlangt, dass überall auf der Welt Kinder ohne Gewalt aufwachsen und Zugang zur Bildung haben sollen. Sie sollen gefördert und beteiligt werden, wenn es um ihre Angelegenheiten geht. Auch vor Ort, in ihrem direkten Lebensumfeld, kann man Kinder und Jugendliche bei Entscheidungen, die sie betreffen, miteinbeziehen.

Ich finde, das ist eine gute Gelegenheit, sich zur Situation der Kinder und Jugendlichen Gedanken zu machen. Im vergangenen Jahr ist das Übereinkommen über die Rechte des Kindes (UN-Kinderrechtskonvention) der Vereinten Nationen 30 Jahre alt geworden. Sie legt fest, dass überall auf der Welt Kinder ohne Gewalt aufwachsen sollen, dass sie Zugang zur Bildung haben. Sie sollen gefördert und beteiligt werden, wenn es um ihre Angelegenheiten geht.

Betrachten wir die Lage von Kindern weltweit, so sind diese Forderungen bei Weitem nicht erfüllt, und auch in Deutschland gibt es Situationen, wo nicht ausreichend auf das Kindeswohl geachtet wird und Interessen von Kindern hinter denen der Erwachsenen zurückstehen müssen. Daher ist es wichtig, dass wir uns bewusst machen: Kinder haben Rechte – auf ein kindgerechtes Leben, auf eine gewaltfreie Erziehung, auf gleiche Bildungschancen, auf Leben mit einer intakten Umwelt und ein gesundes Aufwachsen, auf Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechte.

Unicef (Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen) hat im Jahr 2019 Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre deutschlandweit befragt, was für sie wichtig ist. Damit wollte man herausfinden, was den Kindern in ihrem direkten Lebensumfeld – also in ihrem Dorf, in ihrer Schule – wichtig ist und was verbessert werden sollte.

Eine der Fragen lautete: „Wenn du Bürgermeister*in wärst, was würdest du als Erstes für die Kinder ändern?“ Die Antworten darauf waren: Attraktive Freizeitangebote am Ort, Mobilität erleichtern (Bus, Bahn, Fahrrad), mehr politische Mitsprache, Umwelt- und Klimaschutz ausbauen und ein größeres Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen schaffen.

In der kommunalpolitischen Arbeit bedeutet das für uns zu überprüfen, was in der Gemeinde für Angebote zur Verfügung stehen; wir sollten uns überlegen, ein Kinder- oder Jugendbüro in der Gemeinde zu installieren und/oder ein Kinderparlament zu organisieren. Über die Ideen zum Ressourcensparen und zum Umwelt- und Klimaschutz machen sich Kinder und Jugendliche viele Gedanken. Daran sollten wir Anteil nehmen und sie dazu diskutieren lassen.

Eine andere Frage war: „Was denkst du sollten Firmen für Kinder und Jugendliche tun?“ Darauf antworteten die Kinder, dass sie von den Firmen Verantwortungsbewusstsein erwarten im Hinblick auf einen sorgsamen Umgang mit der Umwelt, dass sich Firmen sozial engagieren sollen, dass sie soziale und sicher Arbeitsbedingungen schaffen und dass die Arbeitszeiten so organisiert werden, dass Eltern genug Zeit für ihre Kinder haben. Im Hinblick auf die Auswahl der Firmen, die sich für das neue Gewerbegebiet in Übersee beworben haben, sind die Ansätze der Kinder durchaus bedenkenswert. Ganz konkret bedeutet das bei der Auswahl der Firmen, dass diese Ausbildungsplätze und tarifgebundene Arbeitsplätze anbieten müssen, dass sie bereit sind sich sozial im Dorf zu engagieren und auf sparsamen Flächenverbrauch achten.

Gerade um der Kinder und ihrer Rechte willen müssen wir Erwachsenen lernen, klimagerecht zu leben und lebensfreundliche Lebensräume zu erhalten. Und das beginnt bei uns persönlich als auch in der Gemeindepolitik. Margarete Winnichner

(4. November 2020)

(Quelle: Homepage von Unicef)

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