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Übersees Bürgermeisterkandidatin Winnichner und Kreistagsfraktionssprecher Geistanger.

Bürgermeisterkandidatin Margarete Winnichner und Willi Geistanger.

Auf kommunaler Ebene ist viel zu bewirken

Klimaschutz in der Gemeinde: Kreistagsfraktionssprecher Geistanger zu Gast in Übersee

Bürgermeisterkandidatin Margarete Winnichner begrüßte den Referenten Willi Geistanger aus Siegsdorf, Zimmerermeister, Bautechniker und Energieberater, kommunalpolitisch tätig als Gemeinderat, Kreisrat und Sprecher der grünen Kreistagsfraktion im Kreistag.

Margarete Winnichner ist überzeugt, „dass gegen den Klimawandel schleunigst schnelle und effektive Maßnahmen ergriffen werden müssen. Wissenschaftliche Studien lassen kaum mehr Zweifel am Klimawandel“, stellte sie heraus. „Auf kommunaler Ebene können Veränderungen bewirkt werden, ohne auf die höheren politischen Ebenen angewiesen zu sein.“

In seinen Ausführungen ging Kreisrat Willi Geistanger zunächst auf den privaten Bereich ein. Nachdem ein erheblicher Anteil der CO2-Emissionen bei Privatpersonen durch Heizung und Strom verursacht wird, ergeben sich hier viele Handlungsmöglichkeiten. Wenn man umfangreichere Investitionen plant, sollte man sich ein Konzept von einem Energieberater erstellen lassen. Zunächst sollte die Gebäudehülle – also die Außenwände, die Fenster, die Außentüren und das Dach – erneuert werden.

Genauso wichtig sei es die Heizungsanlage zu sanieren. Die Bundesregierung möchte aus Klimaschutzgründen, dass keine neuen Ölheizungen mehr eingebaut werden und die bestehenden möglichst bald ausgetauscht werden. Am meisten CO2 wird eingespart, wenn man eine Pelletheizung einbaut. Holz ist, sofern es aus nachhaltiger Nutzung stammt, CO2-neutral. Wird das Gebäude mittels Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizung beheizt und man erzeugt hohe Mengen Strom aus erneuerbaren Energien, kann man den Einsatz einer Wärmepumpe nachdenken. Wärmedämmmaßnahmen und die Sanierung der Heizungsanlage sollten durch die Montage von Sonnenkollektoren und PV-Anlagen abgerundet werden. Dazu wäre eine Bauberatung durch die Gemeinde sehr hilfreich, schlug der Referent vor.

Um ihre eigenen Gebäude energetisch zu sanieren, haben die Kommunen viele Möglichkeiten. Ziel müsse es sein, so Willi Geistanger, den Energieverbrauch der Gebäude deutlich zu senken und den verbleibenden Rest mit Erneuerbaren Energien abzudecken. Um es richtig anzupacken sei zuerst eine Bestandsaufnahme notwendig, die Verbräuche von Heizenergie, Strom, Wasser etc. ermittelt, und dann braucht man eine Prioritätenliste für die notwendigen Maßnahmen. Für diese Vorhaben gibt es auch attraktive Fördermittel von der Bundesregierung.

Was auf jeden Fall auf gemeindeeigenen Gebäuden installiert werden soll, ist eine PV-Anlage. Üblicherweise werden sie auf südlich ausgerichteten Dachflächen montiert. Falls dies nicht möglich ist, gehen auch östlich oder westlich ausgerichtete Flächen, meist mit geringen Ertragseinbußen.

„Durch die Aufstellung und Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen, die größtenteils im Ermessen der Gemeinde liegt, haben die Kommunen ein Instrument um Klimaschutz umzusetzen“, stellte der Kreisrat heraus. Die Gemeinde bestimmt, wo und in welchem Umfang, meist landwirtschaftliche Nutzflächen zu Bauland werden. Als Gemeinde sollte man dabei darauf achten, dass möglichst wenig neues Bauland erschlossen werden muss. Nach Möglichkeit solle man die vorhandene Wohnbebauung nachverdichten, oder wenn möglich Gewerbenutzung, sofern sie nicht mehr benötigt wird, in ein Wohngebiet umnutzen.

Soll Wohnbebauung entstehen, wird im Bebauungsplan festgelegt, ob Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften oder Geschoßbauten errichtet werden. Einfamilienhäuser sind nach wie vor sehr beliebt, obwohl sie am meisten Fläche verbrauchen und in der Regel auch am meisten Heizenergie verbrauchen. Möchte eine Gemeinde ökologische, energieeffiziente und flächensparende Bauweisen umsetzen, sollte sie auf alle Fälle zunächst das Bauland erwerben, damit sie ihre Vorstellungen besser umsetzen kann.

Nach Ende des Referates beantwortete Kreisrat Willi Geistanger noch Fragen zu den angesprochenen Themenbereichen und weiteren klimarelevanten Themen wie Geothermie und Windkraft. Zum Abschluss bedankte sich Gemeinderätin Margarete Winnichner bei dem Referenten und den vielen Anwesenden für die lebhafte Diskussion.

(1. Februar 2020)

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