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Kreisrat Sepp Hohlweger und Bürgermeisterkandidatin Margarete Winnichner.

Kreisrat Sepp Hohlweger und Bürgermeisterkandidatin Margarete Winnichner.

Mobilität neu denken

Bürgermeisterkandidatin Winnichner: Expressbuslinie für das Achental

Die Bürgermeisterkandidatin der Überseer Grünen, Margarete Winnichner, begrüßte zum Thema „Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) auf dem Land“ Kreisrat Sepp Hohlweger aus Ruhpolding. In ihrer Einführung forderte sie, dass es auch auf dem Land möglich sein müsse ohne Auto mobil zu sein. Dazu soll das Angebot des ÖPNV und die Abstimmung von Bus und Bahn deutlich verbessert werden. Sie regte an für das Achental eine Expressbuslinie einzurichten. Dazu müssten die Gemeinden – wie bei allen Nahverkehrsplanungen – bereit sein, über die Gemeindegrenzen hinaus zusammenzuarbeiten; eine Kommune allein könne das Problem nicht lösen.

Durch diese Maßnahmen verspricht sich Margarete Winnichner eine Entlastung des Überseer Pendlerparkplatzes. Auch ein gutes und sicheres Radnetz und die Bildung von Fahrgemeinschaften wären ein Beitrag zur Eindämmung des Parkplatzproblems. Die Aufgabe sei die Infrastruktur so anzupassen, dass man bequem zum Zug kommt.

Sepp Hohlweger stellte zu Beginn seines Vortrages heraus, dass es nicht damit getan ist, verschiedene isolierte Einzelmaßnahmen umzusetzen. Mobilität muss komplett neu gedacht und mit Energiepolitik verknüpft werden. Es ist nicht ausreichend, Verbrennungsmotoren durch Elektroautos zu ersetzen und die Straßen dem zunehmenden Autoverkehr anzupassen.

Man müsse dazu „das Rad nicht neu erfinden“. Es gebe schon positive Vorbilder, etwa in Vorarlberg, das gleiche Strukturen aufweise wie unsere Region. Dort gibt es einen Stundentakt und zu den Hauptverkehrszeiten einen Halbstundentakt. Auch an den Wochenenden sei eine gute Bedienung gesichert. Die Fahrgastunterstände sind großteils gut einsehbar, überdacht und beleuchtet und mit lesbaren und gut verständlichen Fahrplanauskünften versehen. Die Busse sind einheitlich farbig gestaltet und alle barrierefrei.

Schnelle Verbesserungen könnte man bei den Bushaltestellen erreichen, die derzeit mit 50 Prozent vom Freistaat Bayern und mit 25 Prozent vom Landkreis gefördert werden. Hier könnte man erst Schritte tun um die Attraktivität des ÖPNV zu steigern.

Weiters schlug Sepp Hohlweger vor, die Taktung so zu gestalten, dass man nur fünf Minuten zum Umsteigen braucht, dass in allen Bussen WLAN zur Verfügung steht, an den Haltestellen ein Informationssystem vorhanden ist und dass man natürlich günstige Tarife wie Sozial- oder Seniorentickets andenken muss. Hier sei auch der Landkreis Traunstein tätig geworden, der seit diesem Jahr ein billiges Busticket für Schüler, Studenten und Auszubildende anbietet.

Kreisrat Sepp Hohlweger berichtete noch, dass der Landkreis Traunstein einen Nahverkehrsbeauftragten angestellt hat und dass derzeit an der Nahverkehrsplanung gearbeitet wird, bei der die Gemeinden in Arbeitsgruppen die Möglichkeit haben, ihre Vorstellungen einzubringen. Ziel sei es diese Planungen bis Sommer 2021 zu beenden und einen Verkehrsverbund Traunstein, Berchtesgadener Land und Salzburg zu schaffen. Hohlweger forderte, dass bei diesem Prozess der Landkreis federführend sein müsse und die Interessen der Fahrgäste im Vordergrund stehen müssten.

Margarete Winnichner fasste am Ende der Veranstaltung zusammen, dass man als Gemeinde durchaus Möglichkeiten hat die Entwicklung des ÖPNV positiv voranzubringen, in Zusammenarbeit mit dem Landkreis und den Nachbargemeinden.

(21. Februar 2020)

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