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Kreistagsfraktionssprecher Willi Geistanger (Mitte) mit den Waginger Ortssprechern Walter Wimmer und Barbara Krautenbacher.

Kreistagsfraktionssprecher Willi Geistanger (Mitte) mit den Waginger Ortssprechern Walter Wimmer und Barbara Krautenbacher.

Bauen, Wohnen, Leben

Zimmerermeister und Kreisrat Willi Geistanger bei den Waginger Grünen

Ganz unter dem Eindruck des Besuches des Bundesvorsitzenden Robert Habeck im Landkreis haben die Waginger Grünen zu ihrer letzten Wahlveranstaltung geladen. Robert Habeck hatte in Traunreut in einer begeistert aufgenommenen Rede das Wiedererstarken der Gemeinschaft durch besseren Wohnungsbau und Schaffung von Begegnungsstätten im öffentlichen Raum gefordert.

Wie schon in den beiden vorangegangenen Ortsversammlungen stellten sich zunächst die Kandidat*innen für Gemeinderat und Kreistag vor. Dabei monierte Peter Dauerer insbesondere, dass er nach seiner Rückkehr nach mehreren Jahren auswärtiger Tätigkeit einen Markt Waging vorgefunden habe, in dem nur noch reagiert und nicht mehr agiert würde. Themen wie ÖPNV, Stärkung der Regionalität und des sozialen Miteinanders sowie die Modernisierung privater und öffentlicher Räume müssten angepackt werden.

Gastredner Willi Geistanger, Fraktionssprecher der Grünen im Kreistag, gab zunächst einen Überblick über die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises. Als diese 1979 gegründet wurde, sei ihr Zweck die Sicherstellung erschwinglichen Wohnens im Landkreis gewesen. Ihre geplante Abschaffung unter Landrat Hermann Steinmaßl (CSU) konnte auch mit den Stimmen der Grünen verhindert werden, wie Kreisrätin Inge Kämpfl ergänzte. Zunächst vom Kreiskämmerer nebenbei verwaltet, habe die Gesellschaft mittlerweile einen eigenen Geschäftsführer bekommen und 2018 eine Bilanzsumme von 33 Millionen Euro, bei einem Reingewinn von einer Million. Unter anderem war es dadurch möglich, binnen kürzester Zeit drei große Unterkünfte für Asylsuchende bereitzustellen. Willi Geistanger skizzierte dann, unter welchen Voraussetzungen die Wohnbaugesellschaft auch in den Gemeinden tätig werden könne. Leider habe davon nur ein kleiner Teil der 35 Landkreisgemeinden Gebrauch gemacht. Gerade unter der Prämisse der dringenden Reduzierung des Flächenverbrauchs sei es dringend notwendig, moderne Wohnraumkonzepte zu entwickeln.

Walter Wimmer ergänzte, dass bei einem Anstieg der Waginger Einwohnerzahl um knapp 1.000 Einwohner zwischen 2009 und 2019 eine moderne Wohnraumpolitik gefordert sei. Beispielhaft nannte er das ehemalige Hotel Wölkhammer. Eine entsprechende bauliche Entwicklung könne hier zu einer Entspannung am Wohnungsmarkt beitragen. Wohnfläche wäre wesentlich besser nutzbar, wenn die oftmals alleine in großen Häusern lebenden Senior*innen sich verkleinern könnten. Hierzu bedürfe es entsprechender Anleitung im Hinblick auf die Wohnsituation und die organisatorischen und finanziellen Belastungen. Gleichzeitig stünde dadurch mehr Wohnraum für diejenigen zur Verfügung, die diese Fläche tatsächlich benötigten.

Abschließend wurde die Vision eines überdachten Platzes für den zu erweiternden Bauernmarkt begeistert aufgenommen. Als Handelsort der Ökomodellregion könne er ein Herzstück der Marktgemeinde Waging werden.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Stefan Haberlander (Gitarre) und Anke Kalb (Violine) einfühlsam und gekonnt mit irischer Volksmusik.

(10. März 2020)

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