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Bürgermeisterkandidat Walter Wimmer stellt sich in Otting vor.

Walter Wimmer, der Bürgermeisterkandidat der Waginger Grünen, stellte bei seiner Wahlkampfveranstaltung beim „Oberwirt“ in Otting sich selbst und seine Ziele vor. Foto: Hans Eder

Bürgermeisterkandidat mit vielen neuen Ideen

Walter Wimmer stellt sich in Otting vor – Auch Volksbegehren ein Thema

„Machen wir Zukunft in Waging“, so der Appell des Bürgermeisterkandidaten der Grünen, Walter Wimmer, bei seinem zweiten Wahlkampfauftritt, der im Gasthaus „Oberwirt“ in Otting vor rund zwei Dutzend Besuchern stattfand. Dies sei umso notwendiger, da, so sein Eindruck, „in den letzten drei Jahren in der Gemeinde wenig gegangen“ sei. In seinen rund einstündigen Ausführungen präsentierte er eine Fülle an Themen und Projekten, die er, sollte er zum Bürgermeister gewählt werden, zügig umsetzen wolle.

Wimmer zeigte sich bei seinem von einer PowerPoint-Präsentation unterstützten Vortrag als bestens informiert, hat er doch in den vergangenen Jahren als Wortführer des Bürgerbegehrens gegen Rewe-Rossmann, bei seinem Engagement für die Volksbegehren „Betonflut eindämmen“ und „Artenvielfalt erhalten“ sowie bei den Wahlkampfaktionen für die Grünen auf Orts- und Kreisebene viel Erfahrung sammeln können. Und er hat, wie bei seinen Ausführungen immer wieder zum Ausdruck kam, in der ganzen Region viele Gespräche geführt, Anregungen aufgenommen und Initiativen kennengelernt.

Auch merkte man an der Begeisterung und dem Engagement, die er versprühte, dass er noch nicht durch die Mühlen jahrelangen Gemeinderats-Daseins desillusioniert ist und von daher voller Optimismus an seine Ziele herangeht. So ließ er sich auch von Einwänden mancher Bedenkenträger in der Versammlung nicht beeindrucken, die ihm immer wieder mal erklären wollten, dass dies oder jenes sowieso nicht möglich sei.

Wimmer scheute sich auch nicht, ganz konkrete Maßnahmen anzusprechen, die er als oberste Priorität in Angriff nehmen würde, sollte er gewählt werden. Das begann bei kleinen Dingen wie der Anschaffung eines Geschirrmobils für die Vereine, um dem Wegwerfgeschirr zu begegnen, oder einer regelmäßigen Ramadama-Aktion in Waging. Auch den seit Jahren diskutierten Naturpfad am Mühlberger Weg – Wimmer wohnt am Mühlberg – wolle er rasch umsetzen. Deutlich anspruchsvoller sind weitere Projekte: eine vierte Klärstufe an der Kläranlage, um Mikroplastik herauszufiltern, einen geordneten Zugang zum Waginger Bahnhof, den dauerhaften Erhalt von Parkplätzen auf dem Hofbauer-Grundstück, eventuell in Form einer Tiefgarage, wenn dort eines Tages eine Bebauung stattfindet, eine vernünftige Regelung der Einmündung an der Aral-Tankstelle, eventuell mit einem Kreisverkehr, und eine sichere Überquerung der Straße beim Schwanenplatz in Gaden. Den Einwand, dass die Gemeinde für einige dieser Projekte nicht unmittelbar zuständig sei, ließ Wimmer nicht gelten: „Ein Bürgermeister muss auch mal hartnäckig sein!“

Weitere Themen waren der Erhalt einer lebendigen Ortsmitte in Waging, eine geordnete Baugebietsausweisung, die am besten durch die Gründung einer eigenen Wohnbaugesellschaft gelenkt werden sollte, eine Verbesserung der Mobilität durch eine sinnvolle Vernetzung der einzelnen Verkehrsmittel, eine rasche, allgemein verständliche Information über die Gemeinde und die Sitzungen für die Bürger.
In der kurzen Diskussion wurde angeregt, doch die vielen leerstehenden Gebäude in der Gemeinde zu nutzen anstatt ständig neue Gebiete auszuweisen. Damit rannte man bei Wimmer offene Türen ein: Enger zusammenrücken sei das Gebot der Stunde, stellte er fest, und die Gemeinde müsse regelnd eingreifen. Bisher allerdings fehle seiner Meinung nach der Wille dazu. Die Kritik an den Großbauten für die Supermärkte am Ortseingang nahm Wimmer gern auf; er habe getan, was möglich gewesen sei, um diese zu verhindern. Er sei aber auch Demokrat genug, die Mehrheitsentscheidung der Waginger Bevölkerung zu akzeptieren. Gleichzeitig wurde von einem Besucher auch kritisiert, dass die beiden Supermarkt-Gebäude mit einem Flachdach abschließen; hier hätte man doch noch ein weiteres Stockwerk draufsetzen können, hieß es.

Im ersten Teil des Abends hatte sich Wimmer ausführlich dem Volksbegehren „Artenvielfalt“ gewidmet. Einige wichtige Forderungen daraus seien für ihn ganz selbstverständliche Richtlinien für eine umweltbewusste Arbeit in jeder Gemeinde: Grünanlagen weniger oft mähen und auf Pestizide verzichten, die Schaffung weiterer Streuobstwiesen anregen, was in Waging dank der Ökomodellregion eh schon auf einem guten Weg sei, und auf Leuchten umrüsten, die so konstruiert sind, dass sie nicht unzählige Insekten vernichten. Zustimmung gab es zum Thema Licht: Weniger wäre oftmals auch ausreichend, hieß es.

Wie nicht anders zu erwarten, entwickelte sich zum Volksbegehren eine rege Diskussion. Biobauer Martin Posch kritisierte, es seien wieder einmal die Landwirte, denen damit einiges „aufgedrückt“ werde. Die Bauern, egal ob Bio oder konventionell, hätten keine Luft mehr, noch weitere Einschränkungen hinzunehmen. Zumindest sollte es für derlei Einschränkungen Entschädigungen geben. Dies empfand auch Wimmer als gerechtfertigte Anregung: Auch beim Kohleausstieg, so nannte er ein Beispiel aus einem ganz anderen Bereich, springe die öffentliche Hand ein, um die Betroffenen zu entschädigen. Ein Ja zum Volksbegehren, so Wimmer, würde auf alle Fälle in wichtigen Bereichen ein Umdenken anstoßen. Und manches Umdenken sei auch in der Gemeinde Waging nötig, fügte er an, dafür wolle er sich, „wenn ihr mich wählt“, mit aller Kraft und all seinen Fähigkeiten einsetzen. Hans Eder

(13. Februar 2019)

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