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Die Ortssprecher Walter Wimmer und Barbara Krautenbacher ehrten Inge Kämpfl für ihre 40-jährige Parteimitgliedschaft.

Inge Kämpfl (Mitte) zeichnete sich nicht nur durch kompetente und an der Sache orientierte politische Arbeit sowohl im Marktgemeinderat als auch im Kreistag aus, mit ihrer 40-jährigen Zugehörigkeit zu Bündnis 90/Die Grünen ist sie auch ein Mitglied der ersten Stunde. Dazu gratuliert die Führungsspitze der Ortsgruppe, Barbara Krautenbacher und Walter Wimmer, unter Einhaltung der strengen Hygieneauflagen.

Eine Frau der ersten Stunde

Jahreshauptversammlung der Waginger Grünen: Ehrung für Inge Kämpfl

Auf der unter strengen Corona-Auflagen abgehaltenen Jahreshauptversammlung des Ortsverbandes Waginger See von Bündnis 90/ Die Grünen stand neben einem Rückblick auf die erfolgreich verlaufenen Aktionen der vergangenen eineinhalb Jahre auch die Kommunalwahlen am 15. März im Blickpunkt. Ein weiterer Höhepunkt des Abends im Gasthaus „Kupferkessel“ war die Ehrung von Inge Kämpfl. Sie ist seit 40 Jahren Mitglied der Partei und dürfte damit als Frau der ersten Stunde gelten, denn Bündnis 90/Die Grünen gründeten sich erst am 12./13. Januar 1980 in Karlsruhe.

„Teilhabe massiv beschnitten“

Sehr zufrieden zeigte sich die Ortverbands-Spitze mit dem erzielten Wahlergebnis ihrer Landratskandidatin im Landkreis Traunstein, Gisela Sengl, die im März 18,85 Prozent erkämpfte. Höchst unzufrieden war sie hingegen mit den Wahlen bei der konstituierenden Kreistagssitzung heuer im Mai. Trotz der erstmaligen Anzahl von insgesamt vier Stellvertretern des Landrates (Siegfried Walch, CSU) waren die Grünen, die bei der Kreistagswahl zwei Sitze hinzugewonnen hatten und jetzt die zweitstärkste Fraktion bilden, ebenso leer ausgegangen wie bei der Wahl der Sparkassenverbandsräte. Josef Konhäuser (SPD), der das Landrats-Stellvertreteramt bereits seit 2008 bekleidet, setzte sich mit 49 Stimmen gegen den einzigen Mitbewerber, Willi Geistanger (Grüne), durch. So bestellte der Kreistag mit 14 Gegenstimmen Andreas Danzer (FW/UW), Resi Schmidhuber und Karl Schleid (beide CSU) zu Stellvertretern. Die Grünen hatten beantragt, Geistanger statt Schleid zu berufen, sie konnten sich aber nicht durchsetzen. „Ein konstruktives, parteiübergreifendes Miteinander im Kreistag sieht doch anders aus“, meinte Walter Wimmer, der sich mit Barbara Krautenbacher den Vorsitz im Waginger Ortsverband teilt. „Die Grünen werden immer mehr gewählt, aber die Teilhabe am Mitgestalten wird nach wie vor massiv beschnitten.“

Willi Geistanger hatte als Referent auf einer Wahlkampfveranstaltung am 6. März in Waging dargelegt, unter welchen Voraussetzungen die Wohnbaugesellschaft des Landkreises auch in den Gemeinden tätig werden könne. Davon hat aber nur ein kleiner Teil der 35 Landkreisgemeinden Gebrauch gemacht. „Gerade unter der Prämisse der dringenden Reduzierung des Flächenverbrauchs ist es dringend notwendig, moderne Wohnraumkonzepte zu entwickeln“, machte Walter Wimmer nun deutlich. „Wir von den Grünen wollen das Thema „kommunales Bauen“ auch weiterhin in der Marktgemeinde forcieren, damit die Bürger auch noch in Zukunft bezahlbaren Wohnraum vorfinden und die jungen Leute dableiben“, betonte Walter Wimmer, der wieder als Gemeinderat antrat und diesmal einen Sitz errang.

Fast 20 Prozent geholt

Bündnis 90/Die Grünen erreichten bei den Gemeinderatswahlen in Waging knapp 20 Prozent aller gültigen Stimmen. Damit holten sie insgesamt vier Sitze im Ratsgremium. „Und das obwohl unser Zugpferd Felix Daxenberger vor der Wahl zu den Freien Wählern wechselte“, unterstrich Wimmer. Neben Walter Wimmer, der das zweitbeste Stimmergebnis für seine Partei holte, schafften es auch Dr. Stefanie Schmeiduch, die die meisten Stimmen auf sich vereinen konnte, sowie Heinrich Maierhofer und Barbara Krautenbacher ins Gremium. „Es gelang uns also, wovon viele andere Parteien nur träumen: eine Frauen-Quote von 50 Prozent.“ Damit habe man eine der zentralen politischen Forderungen seiner Partei erreicht: Die Chancengerechtigkeit für Frauen und Männer.

Wie man sehe, werde gute Gemeinde- und Kreispolitik mit Stimmenzuwächsen belohnt, sagte Wimmer. Er hoffe, dass sich dieser Trend auch bei der nächsten Bundestagswahl fortsetze.

Die Grünen schafften auch bei der Kreistagswahl ein gutes Ergebnis. Die Kreistags-Fraktion besteht nunmehr aus 13 Mitgliedern. Einer von ihnen ist Hans Kern vom Ortsverband Waging, der bestätigte, dass die Zusammenarbeit in der Fraktion, zu deren Sprecher man Sebastian Heller bestimmte, sehr gut funktioniere.

Hans Kern berichtet aus dem Kreistag

Wie Kern aus der Kreistagsarbeit informierte, hat das Grünen-Lager fünf eigene Arbeitsgruppen zu folgenden Schwerpunktthemen eingerichtet: Soziales, Wirtschaft und Wohnen, Klimaschutz, Kultur und Heimat und „Kliniken Südostbayern AG“. Aktuell gebe es hitzige Diskussionen um den Standort des neuen Hauptklinikums für das Berchtesgadener Land. Zudem habe sich das Kreisgremium darauf verständigt, am bisherigen Finanzierungsmodell des Chiemgau Tourismusverbandes (CT) festzuhalten. Das heißt, der Landkreis Traunstein beteiligt sich von 2021 bis 2023 jährlich mit einer Million Euro und die Landkreisgemeinden mit insgesamt rund 500.000 Euro jährlich. Auf Nachfrage von Inge Kämpfl bestätigte Kern, dass die Grünen gerade auch deshalb mehrheitlich zugestimmt haben, weil der Tourismus von Corona so stark betroffen ist wie kaum eine andere Branche. Aktuell beschäftige sich der Kreistag vor allem mit den Vorberatungen zum Kreishaushalt 2021.

Dass die Unterstützung älterer und schwächerer Menschen besonders auch Kreisrat Kern am Herzen liege, zeige sich an seinem Engagement: Kern ist seit kurzem der 1. Vorsitzende Fördervereins „Seniorenheim St. Martin Waging am See e.V.“, ein Verein, der maßgeblich zur guten Ausstattung und zum harmonischen Miteinander in der Einrichtung beiträgt und großes Ansehen genießt. Zuvor hatte Kern seit 2017 das Ehrenamt des stellvertretenden Vorsitzenden inne.

„Dies verdient große Anerkennung und spiegelt wider, dass die Grünen sich auch für soziale Belange einsetzen und bereit sind, für die Gestaltung von Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen“, unterstrich Wimmer. Hans Kern bestätigte dann auch, dass es wichtig sei, sich in den Vereinen der Gemeinde freiwillig zu engagieren. Das zeige, dass man in der Gemeinde tief verwurzelt und mit ihr verbunden ist.

Viele Aktionen des Ortsverbandes

Die Zweite im Duo der Parteispitze, Barbara Krautenbacher, erinnerte an die Höhepunkte der vielen Aktionen der Ortsgruppe in den Monaten seit der letzten Hauptversammlung. Geprägt war das Jahr von den Vorbereitungen auf die Europawahl 2019, die neunte Direktwahl ins Europäische Parlament, und auf die Kommunalwahl. Neben Infoständen in der Marktgemeinde und den überzeugenden Vorstellungsrunden der Gemeinderatskandidaten in den einzelnen Ortsteilen habe die Ortsgruppe auch an der Auftaktveranstaltung des regionalen Europawahlkampfs im Festzelt in Traunstein auf der Volksfestwiese teilgenommen, bei der Henrike Hahn, die bayerische Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen mit Unterstützung des Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir um die Gunst des Wählers warb.

Zudem besuchte man auch die Veranstaltung mit Vize-Bundestagspräsidentin Claudia Roth, die auf Einladung des Traunsteiner Ortsverbandes zum Parteigründungs-Jubiläum (ebenfalls in Traunstein) an die letzten 40 Jahre erinnerte und dabei einen zentralen Bestandteil der grünen Programmatik in den Vordergrund rückte: Den Feminismus. Die Grünen waren die erste Partei, die konsequent darauf achtete, dass Frauen gleichberechtigt in Ämter gewählt wurden und Mandate übernehmen konnten. Deshalb auch das Prinzip der Doppelspitze. Heute sind die Grünen die Partei mit dem höchsten Frauenanteil – auch in den Fraktionen der Parlamente.

Höchst interessant und lehrreich sei die Fahrt zum Bienenlehrpfad nach Piding gewesen. Dort habe Prof. Dr. Bernhard Zimmer vom Bayerischen Institut für Nachhaltige Entwicklung den Teilnehmern einen Einblick gewährt in die wechselvolle Beziehung von Mensch und Biene und erläutert, was die Menschen dazu beitragen können, um Wildbienen und anderen Insekten ausreichend Lebensraum und Nahrungsangebot zu bieten. Mit zahlreichen Teilnehmern sei man auch zu einer Exkursion zum Fischinger Pflückgarten aufgebrochen, um sich von Christine Weidinger informieren zu lassen.

Christine Weidinger baut auf einer knapp 1.200 Quadratmeter großen Fläche ohne Einsatz chemischer Hilfsmittel weit über 40 verschiedene Gemüse, Kräuter und Blumen an, auf der jeder gegen ein Entgelt sein Gemüse selbst ernten oder einen eigenen Blumenstrauß pflücken kann.

Unternommen habe man auch die Hannes-Obermayer-Gedächtniswanderung, bei der es auf die Rechenbergalm ging, um des vor wenigen Jahren verstorbenen „Bürgermeisters von Denhausen“ zu gedenken. Üblicherweise lade der Ortsverband auch zu den monatlichen Stammtischen ein. Bedingt durch die Corona-Pandemie habe man die meisten davon heuer absagen müssen. So erging es auch der höchst beliebten Bachwanderung, die man sonst mit den Kindern im Rahmen des Sommerferienprogramms auf die Beine stellt. „Sehr zuversichtlich haben wir dann in die Zukunft geblickt, als wir uns im Juli bei Max Knittler endlich wieder zu einer Grillfeier treffen konnten, der uns auch über seine neue Insektenwiese geführt hat“, sagte Barbara Krautenbacher, ehe sie über die bisherige Arbeit und die aktuellen Themen im Gemeinderat berichtete.

Kassier Andreas Nominacher bedankte sich in seinem Bericht über die finanzielle Lage des Ortsverbandes besonders bei den zahlreichen Spendern, „die dazu beigetragen haben, dass wir zum Jahresende auf ein gut gefülltes Polster blicken konnten.“ Das biete doch eine gewisse Handlungsfähigkeit. Überdies warb er dafür, eine hiesige Brennerei zu besuchen und zu besichtigen, von der er sich sehr begeistert zeigte, zumal dort aus regional angebauten Früchten feinste Destillate gebrannt werden.

Schließlich wurde Inge Kämpfl mit Glückwünschen und einem Blumenstrauß bedacht, weil sie der Partei über 40 Jahre lang die Treue gehalten hat und damit gewissermaßen als Frau der ersten Stunde bei den Grünen dafür sorgte, dass sich der Freistaat änderte und offener und vielfältiger geworden ist. Inge Kämpfl war auch zwölf Jahre lang Mitglied im Marktgemeinderat und ebenso lange gehörte sie dem Kreistag in Traunstein an. Zudem gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern des Ortsverbandes Waging, der nach dem Tod von Sepp Daxenberger ins Leben gerufen wurde.

(23. Oktober 2020)

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