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Die Waginger Tourist-Info-Leiterin Eva Gruber.

Die Waginger Tourist-Info-Leiterin Eva Gruber auf der Versammlung der Waginger Grünen.

Die Leiterin der Tourist-Info hat viel vor – Ziel: sanfter, authentischer Tourismus

Waginger Fremdenverkehrs-Jahr war heuer „supergut“

Einfach nur „supergut“: So hat Eva Gruber, die Leiterin der Tourist-Info Waging, das Tourismus-Jahr 2015 beschrieben. Bei einer Veranstaltung der Grünen im Gasthaus „Unterwirt“ berichtete sie, dass in der Hochsaison alles restlos ausgebucht gewesen sei: „Wir mussten Leute weiterschicken.“ Das macht Touristikern natürlich keinen Spaß, aber das hat nicht zuletzt seine Ursache in deutlich rückläufigen Bettenzahlen. „Ein paar Betten mehr wäre nicht schlecht“, brachte Eva Gruber mit einer zurückhaltenden Formulierung die Situation auf den Punkt.

Und sie nannte in ihrer hochinteressanten umfassenden Gesamtschilderung der Situation im Waginger Tourismus auch die relevanten Zahlen. So sind die Gästebetten in Waging seit 2003 von 1968 auf 1258 gesunken und damit auch die Übernachtungen in den Bettenbetrieben von gut 148.000 auf knapp 110.000 im vergangenen Jahr. Die aktuellen Zahlen für das heurige Jahr wird die Leiterin der Tourist-Info in der nächsten Gemeinderatssitzung präsentieren. Die insgesamt guten Gästebilanzen der vergangenen Jahre sind wesentlich den Campingplätzen zu verdanken: In den vergangenen gut zehn Jahren sind die Gästeübernachtungen auf den Campingplätzen von rund 185.000 auf stolze 274.000 angestiegen.

Die „supergute“ Bilanz in ihrem ersten Jahr in Waging freut die neue Touristik-Chefin natürlich, und die Freude und Begeisterung über ihre Aufgabe, ihren „Traumjob“, wird bei ihren Ausführungen immer wieder deutlich. „Ich hab’ die höchste Freud’ an meiner Arbeit“, sagt sie – und das nimmt man ihr gerne ab. Und sie bietet generell an, das Touristik-Umfeld in Waging mit allen Interessierten gemeinsam zu gestalten: „Ich freue mit über Ideen.“ Auch mit den Grünen gab es im Frühjahr bereits ein Treffen, wo gemeinsam über die Erwartungen gesprochen wurde.

Und seitens der Grünen geht man in vielerlei Hinsicht mit den Schwerpunkten von Eva Gruber konform. Gerade der sanfte Tourismus, der von der Tourist-Info mit Flyern, Angeboten und Veranstaltungen stark gefördert wird, kommt bei den Grünen gut an: Radfahren, Wandern, Kulinarik aus regionalen Produkten und Ähnliches mehr. Ausführlich stellte Eva Gruber die zahlreichen Werbeaktionen der Tourist-Info vor. Da sind auf der einen Seite die Drucksachen: Broschüren etwa über die Genussregion und die Genusswochen, über den Bajuwaren-Radweg, der neue Ortsplan und anderes mehr. Dann wird in vielerlei Zeitungen und Zeitschriften geworben – für eine Summe von rund 50.000 Euro im Jahr. Eine sehr große Rolle spielt natürlich das Internet, wo auf vielen Websites geworben wurde; ein Vorhaben, das Eva Gruber sehr am Herzen liegt, ist der Relaunch der aktuellen und den modernen technischen Anforderungen Genüge leistenden Internetseite für den Waginger Tourismus, auch auf Englisch. Und stolz ist sie darauf, dass die Tourist-Info seit kurzem zertifiziert ist – als eine von gerade mal 34 in Bayern.

Eva Gruber erwähnte weiters die Ortsbeschilderung an 15 Stationen, die – noch von ihrem Vorgänger Oswald Pehel initiiert – jetzt im Ort aufgestellt worden ist und den Gästen wichtige Orientierungshilfen bietet, vor allem was den Weg vom Bahnhof zum See anbetrifft. Eine Fülle mittel- und längerfristiger Vorhaben hat sich Eva Gruber auf ihren langen Listen notiert – die Arbeit wird ihr nicht ausgehen. Darunter ist beispielsweise eine bessere Busverbindung sowohl um den See als auch nach Salzburg, die Organisation etwa von Pferdekutschfahrten, intensivere Kontakte nach Österreich, schönere Ortseingangsschilder für Waging, geführte Radtouren, einen Kulinarik-Kalender mit Auflistung besonderer lukullischer Angebote, noch mehr gemeinsame Aktionen mit der Ökomodellregion – vielfach nach dem Motto: „Gerade die einfachsten Sachen sind oft die wertvollsten.“

Und damit traf sie genau den Nerv der Besucher der Veranstaltung. Inge Kämpfl stimmte Eva Grubers Konzept voll zu: Es gehe in Waging nicht „um aufgesetzte Events“, sondern darum, das anzubieten, was eh schon im Original vorhanden, was authentisch ist. Das mache sanften Tourismus aus. Hannes Obermayer regte an, für Wanderungen und Führungen Leute aus der Region anzuwerben, die sich hier wirklich auskennen: Landwirte, Fischer, Drechsler – Menschen, die auch etwas mitzuteilen und zu erzählen haben. Hedwig Witzleben schlug vor, die regelmäßigen Ortsführungen, die mit über 300 Teilnehmern bei den 18 Terminen sehr gut angenommen worden sind, am Bajuwarenhaus zu Ende gehen zu lassen; dort könnten den Teilnehmern in der einmaligen Atmosphäre dieses Hauses noch ein abschließender Snack serviert werden: „Das bleibt dann im Kopf.“ Und Inge Kämpfl ergänzte, das sei schließlich etwas ganz Spezielles, das nur Waging habe. Und dieses ganz Spezielle, das Waging für viele Menschen habe, zeige sich auch bei den Gästeehrungen – bis hin zu 50-jähriger Treue zu Waging und seinem See.

(25. Oktober 2015)

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