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Dr. Stefanie Schmeiduch und Walter Wimmer

Dr. Stefanie Schmeiduch und Walter Wimmer stellten beim „Boadwirt“ in Tettenhausen ihre Kernthemen, um die sie sich im Marktgemeinderat kümmern wollen, vor.

„Weil wir hier leben“

Vorstellungsrunde der Grünen Kandidat*innen beim „Boadwirt“ in Tettenhausen

Mit erfahrenen Gemeinderatsmitgliedern und neuen Gesichtern gehen die Waginger Grünen mit viel Schwung in die heiße Phase des Wahlkampfes. Mutig, zuversichtlich und kompetent stellten sich die Bewerber*innen im Gasthaus „Zum Boadwirt“ in Tettenhausen vor. Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom ehemaligen Gemeinderat Stefan Haberlander mit meist besinnlichen und nachdenklichen Liedern. Walter Wimmer, 1. Sprecher des Ortsverbands Waginger See von Bündnis 90/Die Grünen, bat in seiner Begrüßung um eine Schweigeminute für die Opfer des rassistisch motivierten Anschlags von Hanau.

Im Rahmen seiner Vorstellung ging Wimmer insbesondere darauf ein, dass die wohlklingenden Angebote, mit denen für die Tourismusregion Waging geworben wird, tatsächlich auch für die Touristen erlebbar würden. Ein wichtiges Anliegen sei ihm auch die Stärkung der Ökomodellregion beispielsweise in Form einer längst überfälligen Ökologisierung der Produkte der ortsansässigen Molkerei (Stichwort „Bioschiene“).

Als nächster stellte sich Andi Nominacher vor, der sich für eine bessere Förderung der lokalen Künstler*innen einsetzen und dafür sorgen möchte, dass diese sich auch entsprechend präsentieren können. Ein weiteres wesentliches Anliegen für ihn ist die Verbesserung der Präventionsarbeit, denn aus seiner Erfahrung als Polizeibeamter könne er sagen: je besser die Prävention, umso weniger Arbeit für die Polizei.

Wichtigstes Anliegen für die 2. Sprecherin des Ortsverbandes Waginger See, Barbara Krautenbacher, ist die Regionalisierung und damit die Lebendigkeit des Marktes Waging. Sie hob insbesondere auch die immense soziale Komponente diesbezüglich hervor. Eine weitere Herzensangelegenheit sei ihr der Chor und die Bücherei, für deren Erhalt sie sich einsetzen wolle.

Die gemeinderatserfahrene Dr. Stefanie Schmeiduch hatte als Tettenhausnerin quasi Heimvorteil. Als Gemeinderätin sei ihr die Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit beim Bauen wichtig, die verträgliche Entwicklung des Tourismus und auf Kreistagsebene die Organisation einer regionalen Verpflegung von Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten.

Peter Beisser skizzierte die beiden für ihn wichtigsten Ziele: einerseits die regionale Versorgung mit Strom und Wärme über starke Gemeindewerke, andererseits eine maximale Transparenz in Gemeindepolitik und Gemeindeverwaltung. In der Diskussion des angedachten Tourismusprojektes „Dahoam ist dahoam-Wanderweg“ sei dies endlich wieder einmal praktiziert worden.

An dieser Stelle gingen Walter Wimmer und Peter Beisser auf die Versorgung der Region mit öffentlichem Nahverkehr ein, der unbedingt gestärkt werden müsse und es laut Beisser ein absolutes „No-Go“ sei, dass Waging nicht über das Wohl und Wehe des Bahnhofs bzw. Bahnhofsgeländes entscheiden könne. Ein Bahnhof müsse das Aushängeschild eines Ortes sein. Andreas Witzleben, ebenfalls Polizeibeamter, ist die verstärkte Förderung der Jugendarbeit ein Herzensanliegen ebenso wie eine stärkere Zurückhaltung bei der Versiegelung von Flächen – er könne sich nach wie vor nicht an den Betonklotz Rewe/Rossmann gewöhnen.

Britta Boye warb für einen höheren Anteil von Frauen im Gemeinderat. Manfred Mayer berichtete darüber, wie er nach seiner Rückkehr nach Waging nach längerer Abwesenheit doch eine erhebliche negative Entwicklung in der Art der Bebauung von Waging festgestellt habe. Ihm sei es besonders wichtig, wie man Wohnen in Zukunft gestalten könne. Kalle Repscher als eines der anwesenden Grünen-Urgesteine wies insbesondere auf den Umbau der Gesellschaft hin: auf der einen Seite die Möglichkeit der Besitzenden, am ökologischen Umbau partizipieren zu können, auf der anderen Seite die Nicht-Besitzenden, die aufgrund ihrer Abhängigkeit beispielsweise dem Vermieter gegenüber all diese Möglichkeiten nicht hätten. Deshalb sei es ihm ein wesentliches Anliegen, Partizipationsmöglichkeiten für alle zu schaffen. Darüber hinaus versprach er, soziale Einrichtungen wie das gut geführte Altenheim zu unterstützen.

Der für den Kreistag kandidierende Dr. Fritz Priemer versuchte anhand der demokratiezersetzenden Vorgänge in Thüringen die Notwendigkeit der Beteiligung aller am demokratischen Prozess deutlich zu machen. Er wolle sich auf Kreisebene für sinnvolle bzw. vernünftige Regelungen einsetzen, wie zum Beispiel für die regionale, frisch gekochte Verpflegung der Patienten und des Klinikpersonals der Kliniken SOB mit einer damit verbundenen regionalen Wertschöpfung auch der heimischen Landwirtschaft und gegen eine Verpflegung mit aufgewärmtem Essen, das aus Rheinland-Pfalz angekarrt würde, die regionalen Strukturen schwächen und eine Sanierungsmaßnahme am Schwächsten in der Kette darstellen würde.

Zum Schluss der Vorstellungsrunde warb das zweite grüne Urgestein, die auf Kreistagsebene kandidierende Inge Kämpfl, nochmals um eine Erhöhung der Stimmenanteile für die Grünen, um sich weiter für die wichtigen Themen der energetischen Sanierung, nachhaltigen Bauweise (Stichwort Bildungscampus) oder aber eben auch die Strukturierung der Krankenhausversorgung einsetzen zu können.

In der von Walter Wimmer eröffneten Diskussionsrunde wurden mehrere Themen wie beispielsweise der Variobus, die notwendige Harmonisierung und Stärkung des ÖPNV zusammen mit den angrenzenden Landkreisen, die Frage der Landschaftspflege im Bereich des Waginger bzw. Tachinger Sees diskutiert.

Auf die Frage nach den Unterschieden zur ÖDP angesprochen stellten sowohl Walter Wimmer als auch Dr. Stefanie Schmeiduch klar, dass es keine wesentlichen Unterschiede auf kommunaler Ebene gebe und die Zusammenarbeit mit der ÖDP stets fruchtbar verlaufen sei. Auf die Thematik und insbesondere die Risiken der Geothermie angesprochen stellte Walter Wimmer klar, dass grundsätzlich die Geothermie als Zukunftstechnologie anzusehen sei, allerdings nicht um jeden Preis. Nach seiner Einschätzung würden die derzeit eingeleiteten Prüfungen hinsichtlich der Geothermie in Tengling, Palling und Kirchanschöring Hand und Fuß haben, und nicht alle vorgebrachten Bedenken wie beispielsweise das erhöhte Risiko von Erdbeben seien in dieser Region gegeben. Generell sei es aber so, dass der derzeitige Anteil der häuslichen Wärmeversorgung am CO2-Ausstoß 40 Prozent betragen und insofern die Geothermie einen wesentlichen Beitrag zur Klimaneutralität liefern könne.

Grundsätzlich seien solche Vorlagen allerdings langfristig zu planen, und geothermische Anlagen zur reinen Stromerzeugung seien aus ökologischen Gründen abzulehnen.

(7. März 2020)

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