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Falsche Impulse durch Flächennutzungsplan?

Diskussion beim Stammtisch der Grünen – Gegen Ausweisung von „Sonderbaufläche Tourismus“ am Zellerberg

Über den neuen Flächennutzungsplan für die Gemeinde Ruhpolding ist beim Stammtisch der Grünen intensiv diskutiert worden. Gemeinderat Sepp Hohlweger stellte kurz die Ausweisung von Wohnbau-, Sonder- und Gewerbegebietsflächen vor und merkte an, dass bei der Ortsteilerweiterung in Wasen nur der Bau von Einfamilienhäusern beabsichtigt sei.

Laut Kreisbaumeister Rupert Seeholzer liegt Ruhpolding mit 1,83 Personen/Wohneinheit deutlich unter dem Landkreisbelegungsdurchschnitt von 2,24 Personen/Wohneinheit, informierte Sepp Hohlweger. Mit dem Bau generationenübergreifender Mehrfamilienhäuser und entsprechender Gemeinschaftsanlagen könnte dringend benötigter Wohnraum geschaffen und dem Wegzug Einheimischer entgegengewirkt werden.

Kritisch sieht Nathalie Eisele-May die Ausweisung einer „Sonderbaufläche Tourismus – Almhütten am Zellerberg“. Hier handle es sich um eine erhaltenswerte Blühwiese und um eine sehr sensible Fläche hinsichtlich geologischer (Hanglage), wasserwirtschaftlicher (Überflutung), verkehrstechnischer (Straßenausbau) und naturschutzrechtlicher (Biotop) Belange. Sepp Plenk kritisierte, dass diese Planung einem Landschaftsverbrechen gleichkomme. Auch die Grünen äußerten große Bedenken gegen die Ausweisung und können dieser Planung nicht zustimmen.

Nicht nachvollziehbar ist für die Stammtischteilnehmer*innen, dass im Flächennutzungsplan erneut Flächen ohne Zustimmung der Eigentümer*innen (z. B. Schwabenbauernweg) ausgewiesen und überplant werden.

Die Beschlussfassung zum Flächennutzungsplan erfolgt am 21. September im Gemeinderat. Nach diesem Aufstellungsbeschluss muss dieser noch von der Regierung von Oberbayern und dem Landratsamt genehmigt werden. Danach sind die entsprechenden Bebauungspläne zu entwickeln und damit die Weichen für die mögliche Bebauung zu stellen. In dieser Phase haben alle Ruhpoldinger*innen nochmals die Möglichkeit, auf die zukunftsfähige, sozialverträgliche und eine dem Gemeinwohl dienende Entwicklung der Gemeinde Einfluss zu nehmen. Ute Dörfel

(10. August 2021)

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