Was brennt den Ruhpoldingern unter den Nägeln?

2. Grünenstammtisch: Heizkraftwerk, Energienutzungsplan und Nahverkehr

Der Sprecher des Ortsverbandes der Grünen, Andreas Korte, begrüßte die an grüner Politik Interessierten und eröffnete den Stammtisch mit der Frage: Was brennt den Ruhpoldingern unter den Nägeln?

Sepp Hohlweger kam auf die Nutzung alternativer Energieträger in Verbindung mit der Übernahme des Heizkraftwerkbetriebes in das Eigentum der Gemeinde Ruhpolding zu sprechen. Der Eigentumswechsel erfolgt zum 1. April 2020 und die Gemeinde erwägt die Umstellung des Betriebes auf den fossilen Energieträger Erdgas. In Zeiten massiver Klimaveränderungen wird diese Ausrichtung als sehr kurzsichtig hinsichtlich verfügbarer Ressourcen gesehen. Es wurde die fehlende Bereitschaft, nachwachsende Rohstoffe oder erneuerbare Energien zu nutzen, am Stammtisch diskutiert.

Mit Verweis auf das erste Bürgersolarkraftwerk aus dem Jahr 2001 auf dem Dach des Forstbetriebes mit einer Leistung von 20 KW sprach Sepp Hohlweger ein Beispiel der Nutzung alternativer Energieträger im Gemeindegebiet an. Ein weiteres Projekt dieser Art war auf dem Dach der Schule geplant; jedoch zeigte die Gemeinde kein Interesse. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, wie die Gemeinde mit dem vom Landkreis zur Verfügung gestellten Energienutzungsplan umgeht? Inhalt dieses Energienutzungsplanes ist eine Bestandsaufnahme geeigneter Objekte und deren Möglichkeit zur Nutzung regenativer Energien.

Georg Haßlberger favorisiert neben der Vorstellung von Sepp Hohlweger, das HKW auf Hackschnitzelbetrieb umzustellen, Wasserstoff, der aus Solar- und Windkraftenergie gewonnen werden kann, als zukünftigen Energieträger des HKW.
Wasserstoff ist emissionsfrei, kann gespeichert werden und lässt sich auch im privaten Bereich als Kleinkraftwerk betreiben, erklärte Georg Haßlberger. Engagiert und nachdrücklich wird die Forderung des OV der Grünen unterstützt, dass es beim zukünftigen Betrieb des HKW durch die Gemeinde keine Alternative zur Nutzung erneuerbarer Energien geben darf und deshalb die Umstellung auf fossile Energieträger abgelehnt wird.

Claudia Mirbach fordert die Verbesserung des Nahverkehrs. Ihr fallen vor allem die fehlenden Buswartehäuschen und nicht behindertengerechten Zugänge auf. Vom Land und Landkreis bereitgestellte Fördermittel für barrierefreie Haltestellen werden nach unserem Kenntnisstand von der Gemeinde nicht beantragt.

Auf die Frage von Michael Volkmann, wie weit es mit dem Waldkindergarten ist antwortet Ute Dörfel: „Die Sprecherin des OV der Grünen Claudia Schewior hat sich im Juni bei der Leiterin des Eisenärzter Waldkindergartens über die Voraussetzungen informiert. Nach der Besichtigung einer geeigneten Fläche mit den Eigentümern haben die Bayerischen Staatsforsten ihre Zustimmung zum Vorhaben erteilt. Vorbereitet wird derzeit vom OV der Grünen ein Termin mit den Bayerischen Staatsforsten und dem zukünftigen Träger, um das Projekt gemeinsam zu entwickeln. Ziel sei es, den Waldkindergarten Ruhpolding im September 2020 zu eröffnen.“

Das Thema bezahlbarer Wohnraum im Gemeindegebiet beschäftigt Georg Haßlberger. Nachdem es in der Gemeinde 20 Familien mit Ruhpoldinger Meldeadresse und Anspruch auf sozial geförderten Wohnraum gebe, sei es nicht nachvollziehbar, dass entsprechender Wohnraum von der Gemeinde nicht bereitgestellt bzw. geschaffen werde. Die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum ist eines der brennenden Themen des OV Bündnis 90/Die Grünen in Ruhpolding, sagte Andreas Korte.

Abschließend merkte Michael Volkmann das Fehlen eines Jugendzentrums mit Betreuung durch festangestellte Sozialarbeiter an. Hier macht es sich nach Auffassung von Michael Leitner die Gemeinde zu einfach, sich auf die engagierte ehrenamtliche Jugendarbeit von Sigi Haitzer und Markus Hofmann zu verlassen. In diesem Zusammenhang kann sich Sepp Hohlweger vorstellen, z. B. zur Herstellung von Buswartehäuschen eine Projektarbeit mit Jugendlichen und einheimischen Firmen in diesem Jugendzentrum ins Leben zu rufen. Ute Dörfel

(29. August 2019)

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