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Sepp Hohlweger auf Listenplatz eins

Kreistagskandidatenliste von Bündnis 90/Die Grünen steht

Traunstein. Sepp Hohlweger besetzt auf der Kreistagskandidatenliste von Bündnis 90/Die Grünen Platz eins. Bei der Aufstellungsversammlung im Gasthaus Sailer-Keller hatte der Landratskandidat aus Ruhpolding mit dem Wonneberger Bürgermeisterkandidat Alexander Reinmiedl allerdings einen Mitstreiter um den Spitzenplatz. In einer Kampfabstimmung setzte sich Hohlweger schließlich mit 53:34 gegen ihn durch. 

Landratskandidat Sepp Hohlweger ist auf Platz eins der Kreistagskandidatenliste von Bündnis 90/Die Grünen. Er setzte sich in einer Kampfabstimmung gegen Alexander Reinmiedl durch. Foto: bjr

In seiner Vorstellung setzte sich Hohlweger für Transparenz und Zukunftsfähigkeit in der Politik ein. „Die Menschen wollen mitgenommen und nicht überredet werden“, sagte er. Man müsse ihnen deshalb Risiken und Chancen aufzeigen. In der jedem Kandidaten vorgegebenen Zeit von drei Minuten hatte der Landratskandidat nur kurz Gelegenheit, einige kommunalpolitische Themen anzusprechen. So müsse der Landkreis die Kliniken Südostbayern AG wieder voranbringen, damit die rund 3700 Mitarbeiter wüssten, wie es weiter gehe. „Die gute medizinische Versorgung muss weiterhin in der Hand des Landkreises bleiben“, forderte er.  

Den Tourismus nannte er ein „Stiefkind“ des Landkreises, weil die kleinen Strukturen links liegen gelassen würden. Er ging davon aus, dass es bei den Asylbewerberzahlen, die man im Landkreis haben wird, weiter noch oben geht. Er bezeichnete sie als „wichtige Mitbürger“. 

Auch sein Gegenkandidat Reinmiedl stellte die Transparenz und Demokratie in der Vordergrund seiner Ausführungen. Man müsse die Bürger ernst nehmen. Als wichtiges Thema nannte er den Sport und die Jugendarbeit. Bei der Energiewende dürfe man nicht nur Sprüche klopfen, sondern endlich handeln. Seine Stärke sei es, mit den Leuten zu reden, wie zum Beispiel beim Öko-Modell Waginger See. 

Die Gegenkandidatur von Reinmiedl war aber nicht das einzige Hindernis, das Hohlweger für seinen Spitzenplatz zu überspringen hatte. Da laut Parteistatuten die ungeraden Plätze, und damit auch der Listenplatz eins, Frauen vorbehalten sind, musste zunächst darüber abgestimmt werden, ob man von dieser Praxis abweichen wollte. In der Diskussion darüber meinte Willi Geistanger, es wäre gut, wenn der Landratskandidat auf Platz eins stehen würde. „Wir Bündnis90/Die Grünen sind die einzige Partei mit einem Frauenstatut. Das zeichnet uns aus“, widersprach ihm Burgi Mörtl-Körner und fragte: „Warum sollten wir das aufgeben?“ Wogegen Marianne Penn meinte, die Partei zeichne aus, dass sie flexibel damit umgehe. Mit Hohlweger an erster Stelle setze man ein klares Signal. 

Für Margret Winnichner war das Frauenstatut dagegen ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal von Bündnis 90/Die Grünen, an dem man festhalten sollte. „Wenn er nicht auf dem ersten Platz steht, schmälert dies keineswegs die Stellung vom Sepp“, war ihre Meinung. In weiteren Beiträgen wurde angeführt, dass der Landratskandidat und die Kreistagskandidatenliste nichts miteinander zu tun hätten. Der Landratskandidat bekäme auf Platz zwei noch genug Häufelstimmen.

Eine andere Meinung war, dass es die Wähler nicht verstehen würden, wenn der Landratskandidat nicht an erster Stelle stehe. Dies sei schlecht für die Außenwirkung. Der Antrag für Hohlweger den vordersten Listenplatz frei zu machen ging schließlich mit 14:12 Stimmen knapp durch. Als einige die Gültigkeit des Wahlgangs bezweifelten, weil die meisten Delegierten vergessen hatten, die Wahlgangsnummer auf den Stimmzettel zu schreiben und damit ihre Stimmen ungültig waren, drohte Uli Genghammer sogar, die Versammlungsleitung niederzulegen. 

Im weiteren Verlauf der Versammlung, die mit über 30 Abstimmungen bis weit nach Mitterbacht dauerte, wurden nur die Kandidaten für die ersten 20 Listenplätze in Einzelabstimmung festgelegt. Die Reihenfolge lautet: 1. Landratskandidat Sepp Hohlweger (Ruhpolding), 2. Kreisrätin Burgi Mörtl-Körner (Traunstein), 3. Bürgermeisterkandidat Alexander Reinmiedl (Wonneberg), 4. MdL Gisela Sengl (Sondermoning), 5. Kreisrat und Bürgermeisterkandidat Willi Geistanger (Siegsdorf), 6. Stadträtin Marianne Penn (Trostberg), 7. Pfarrer Andreas Herden (Trostberg), 8. Margret Winnichner (Übersee), 9. Bürgermeisterkandidat Sebastian Heller (Chieming), 10. Marlies Neuhierl-Huber (Siegsdorf), 11. Mina Baur (Traunstein), 12. Ilse Englmaier (Tittmoning), 13. Josef Stöttner (Marquartstein), 14. Kreisrätin Inge Kämpfl (Waging), 15. Dr. Michael Hüller (Kirchanschöring), 16. Anneliese Kiermaier (Fridolfing), 17. Zweiter Bürgermeister Hans Kern (Waging), 18. Regina Reiter (Kirchanschöring), 19. Peter Beisser (Waging) und 20. Gemeinderätin Lisa Heimbucher (Chieming). 

Genghammer freute sich, dass sich wieder so viele Kandidaten zur Verfügung gestellt haben, „mit allen Hoffnungen, Erwartungen und Enttäuschungen“. „Es braucht Mut zu kandidieren, aber auch zu verlieren“, betonte er. Die packendste Bewerbungsrede hielt Andreas Herden aus Trostberg, der Abteilungsleiter Migrationsdienste der Inneren Mission München ist. Er hatte bis noch kurz vor der Aufstellungsversammlung entscheidend mitgewirkt, die Situation von jugendlichen Flüchtlingen, die unbegleitet in Bayern gestrandet sind, entscheidend zu verbessern.

Seine engagierte Rede verhalf ihm nach einer mit 54 zu 20 Stimmen gewonnen Stichwahl auf den begehrten siebten Listenplatz. Über die Listenplätze 21 bis 70 wird die Kreisvorstandschaft in den kommenden Wochen einen Vorschlag erarbeiten. Die endgültige Abstimmung über die gesamte Liste erfolgt am 10. Januar in einer eigenen Aufstellungsversammlung. Günter Buthke 

(25. November 2013)

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