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Große Hoffnungen – große Enttäuschungen

Stellungnahme von Sepp Hohlweger zur Olympiabewerbung

In vielen Bereichen des alltäglichen Lebens sind Strukturwandel an der Tagesordnung. Der Mensch und insbesondere die Politik lassen sich oft dazu verleiten, am gewohnten fest zu halten. Ist es doch der scheinbar einfachere Weg. Aber Veränderungen lassen sich nicht immer aufhalten, vielleicht verzögern – oftmals nur mit großem Kraft- und Geldaufwand. 

Sepp Hohlweger

Einen Wandel gibt es auch im Tourismus. Er vollzieht sich momentan vom Eventtourismus hin zu einer Besinnung auf die althergebrachten Werte wie Heimat und Tradition. Die Tourismuswissenschaftlerin Felizitas Romeiß-Stracke sieht eine neue Reisemotivation im Kommen. Christoph Engl, Ex-Chef von Südtirol Marketing meint dazu: „Nur auf die Bekanntheit, aber nicht auf die Kraft und Identität einer Destination zu setzen, ist ein schwerwiegender Fehler“.

Megaevents bringen Bekanntheit – bringen sie aber auch positive Nachwirkungen oder bleiben zum Schluss nur Katerstimmung und die große Ernüchterung? Unsere Region lebt touristisch vom Sommerurlaub. Wandern und Radfahren sind die Reisemotive. Die Landschaften des Chiemgau und Rupertiwinkels dienen der Inszenierung dieser Freizeitangebote. 

Etwa zwei Drittel der Übernachtungen werden von Mai bis Oktober verzeichnet. Das letzte Drittel fällt auf den Winter. Langlauf und Wandern sind die Schwerpunkte der Aktivitäten in den Wintermonaten.

Immer mehr wird die mögliche Olympiabeteiligung als das segenbringende Instrument für die Belebung in fast allen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft dargestellt. Barrierefreiheit von öffentlichen Räumen, Verbesserung des ÖPNV, wirtschaftlicher Aufschwung im Handwerk, im Dienstleistungssektor und vor allem beim Tourismus werden uns geradezu nach vorne werfen, so die Protagonisten.

Wenn die Bewerbung fehlschlägt, wie geht es dann weiter? Es kann die Region ja augenscheinlich nur mit Olympia weiterentwickelt werden.

Ein tragfähiges Konzept für die Angebote und die Vermarktungsmöglichkeiten, besonders für die Kleinvermieter In den nächsten Jahren auf den Weg zu bringen, scheint mir das Zeichen der Zeit. Olympia ist kein Konzept. Olympia ist die Tünche der Einfallslosen, die über deren eigene Ideenlosigkeit hinwegtäuschen soll.

Würden wir die Energie und das Geld, die momentan für und gegen Olympia aufgebracht werden bündeln, könnten wir den Landkreis zusammen nach vorne bringen – davon bin ich überzeugt.

(22. Oktober 2013)

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