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Auf der Kreisversammlung der Grünen Traunstein wurden 6 Delegierte für den nächsten Parteitag gewählt.

Auf der Kreisversammlung der Grünen Traunstein wurden 6 Delegierte für den nächsten Parteitag gewählt, auf dem Foto zusammen mit Gisela Sengl, MdL (vorne rechts) und den Kreissprecherinnen Helga Mandl (vorne Mitte) und Regina Reiter (dahinter). Foto: Wolfgang Wörner

Hartz IV abschaffen – auch bei uns ein Thema

Traunsteiner Grüne diskutieren Grundsicherung

Unser Bundesvorsitzender Robert Habeck hatte kürzlich den Vorschlag gemacht, Hartz IV durch eine Art von „Grundsicherung“ abzulösen – Anlass genug für uns Grüne im Landkreis Traunstein, dies in unserer jüngsten Kreisversammlung intensiv zu diskutieren. Viele Mitglieder und auch die Grüne Jugend kamen in den großen Saal des Traunsteiner Hofbräu-Stüberl, um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Kreissprecherin Helga Mandl erläuterte zunächst die Eckpunkte des Vorschlags von Habeck, wie zum Beispiel Anreize statt Sanktionen. Dann begann sogleich eine lebhafte Diskussion unter ihrer Leitung.

Patrick Nepper war der Ansicht, dass wir uns vor großen gesellschaftlichen Umwälzungen in der Arbeitswelt befinden. „In Zukunft werden viele keine Arbeit mehr finden“, befürchtete er. Christoph Bauhofer widersprach: „Seit Beginn der Industrialisierung vor mehr als hundert Jahren heißt es, die Jobs werden weniger, doch trotz allen Befürchtungen ist die Arbeit nicht weniger geworden“, und unsere Landtagsabgeordnete Gisela Sengl ergänzte: „In Bayern werden momentan überall Leute gesucht – und es wird auch in Zukunft immer Arbeitsplätze geben, die nicht digitalisierbar sind.“ Auch Wolfgang Schnell meint, dass man dem Wandel in der Industrie nur durch Bildung etwas entgegensetzen kann. „Wir brauchen gut ausgebildete Arbeitskräfte in Deutschland“, sagte er.

Nach den eher allgemeinen Überlegungen über die Arbeitswelt der Zukunft ging es um die Vorschläge von Robert Habeck. Er hatte vorgeschlagen, dass sein neues System viel weniger bürokratisch sein solle, jedem Bedürftigen nach einmaliger Bedarfsprüfung offenstehe und dass Anreize zur Weiterbildung und zur Arbeits-Wiederaufnahme eine große Rolle spielen sollen.

Kreisrat Will Geistanger findet es klasse, dass weniger Bürokratie vorherrschen soll und er brachte es auf die einfache Formel: „Vereinfachung ist Effektivität“. Auch Nina Boxhammer sieht die Vorschläge sehr positiv: „Bei Lohnverhandlungen kann der Arbeitnehmer selbstbewusster auftreten, da das Damoklesschwert des Jobverlustes weg ist.“ Wolfgang Schnell ergänzte: „Es nimmt auch die Angst vor einer Selbständigkeit, denn wenn es schiefgehen sollte, fällt man nicht ins Bodenlose“

Katharina Stadler sieht das momentane System des „Aufstockens“ kritisch: „Durch das Aufstocken werden Billigarbeitsplätze subventioniert, da der Staat bei geringen Löhnen den Differenzbetrag zum Existenzminimum übernimmt.“ Ihrer Meinung nach muss der Mindestlohn kräftig erhöht werden, dann löst sich dieses Problem von alleine. „Und ein höherer Mindestlohn nimmt auch die Angst vor zu geringer Rente“, fügte Kreisrat Sepp Hohlweger hinzu.

Marlis Neuhierl-Huber, Regina Reiter und Wolfgang Wörner notierten die vielen Wortmeldungen. Das Büro von Robert Habeck hatte darum gebeten, da Robert sehr daran interessiert ist, was wir Parteibasis von seinen Vorschlägen halten.

Im Anschluss an die Diskussion wurden noch die Delegierten für die nächste Landesdelegiertenversammlung am 2. und 3. Februar gewählt. Bei den Frauen meldeten sich 3 Bewerberinnen, die nun alle drei nach Bad Windsheim fahren – Barbara Krautenbacher aus Waging, Katharina Stadler aus Traunstein und Nina Boxhammer aus Trostberg. Bei den Männern jedoch gab es viele Bewerber: Patrick Nepper aus Traunstein, Christoph Bauhofer aus Übersee und Ben Betz aus Chieming bekamen schließlich die meisten Stimmen. Sie dürfen sich dann ebenfalls im Februar auf den Weg nach Bad Windsheim machen. Wolfgang Wörner

(10. Dezember 2018)

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