Die Zukunft des „Öffentlichen Personen Nahverkehrs“ (ÖPNV) war das Thema eines öffentlichen Fachgesprächs.

Eingeladen hatte hierzu die Kreistagsfraktion von Bündnis90/DieGrünen im Traunsteiner Kreistag.

Neben Traunsteiner Kommunalpolitikern waren auch Kollegen aus dem Landkreis Berchtesgaden anwesend. Einleitend berichtete Kreisrat Martin Czepan, dass der Landkreis in den letzten 20 Jahren zwar schon einige, erfolgsversprechende Planungen in Auftrag gegeben hat. Diese wurden aber nicht oder nur unzureichend umgesetzt. Er erinnerte daran, dass vor 11 Jahren die Bahnlinie Traunstein – Traunreut mit großem Aufwand reaktiviert wurde, es aber immer noch viele Langsamfahrstellen gebe und zu wenig durchgehende Verbindungen zwischen Traunstein und Mühldorf. Zusammen mit den lückenhaften Citybus-Angeboten in den Städten sei dies die Ursache, warum das Fahrgastaufkommen weit hinten den Prognosen zurückgeblieben sei. Ein weiteres Manko beim ÖPNV-Angebot im Landkreis seien die unzureichenden oder fehlenden Verbindungen in Ost-West-Richtung. Stadtrat Wolfgang Hartmann aus Freilassing kritisierte, dass die Verbindungen von Freilassing nach Salzburg zwar ausreichend seien, jedoch in den nördlichen Landkreis und nach Mühldorf, die Anbindungen völlig unzureichend sind. Als positives Bespiel für einen gut ausgebauten ÖPNV in der Fläche nannte Martin Czepan die Schweiz. Hier gäbe es selbst für kleine Orte auch am Wochenende und spätabends einen dichten Takt. Busse und Bahnen seien immer gut ausgelastet und selten müsse man länger als 30 Minuten auf den nächsten Anschluss warten.

Der Landtagsabgeordnete Markus Ganserer informierte, dass der PKW und LKW Verkehr mit ca. 25% deutschlandweit an den CO2 Emissionen beteiligt ist. In Bayern sind es sogar 40%. Leider ist es in den vergangenen Jahrzehnten nicht gelungen, diesen, sehr hohen Anteil, zu reduzieren. Er informierte, dass ca. 40% der Bewohner Bayerns nicht immer ein Auto zur Verfügung haben. Diese Menschen sind auf einen gut ausgebauten ÖPNV angewiesen.