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Kreistagsmitglieder im Windpark in Oberösterreich

Interessanter Vortrag in der Firmenzentrale

Beim Besuch einiger Kreistagsmitglieder der grünen Fraktion im benachbarten Oberösterreich, wurde ihnen der Windpark Munderfing vorgestellt. Der Geschäftsführer der Projektierungsfirma EWS, Joachim Payr, informierte ausgiebig in einem Vortrag in der Firmenzentrale. In seiner Firma arbeiten 50 Mitarbeiter in den sogenannten „Green Jobs“ der Zukunft. Die Firma EWS plant und arbeitet weltweit baubegleitent an Windenergieanlagen und Windparks.

In Österreich sind 1700 Megawatt Windleistung installiert. Das entspricht einem Anteil von 3,6 % am Strommix. Österreich hat 79 % Erneuerbaren Anteil an der Stromproduktion. In Munderfing hat die Gemeinde 2004 beschlossen, sich mit 100% Erneuerbaren Energien zu versorgen. Am Anfang stand ein Programm in dem nicht Leute von extern ein Konzept erstellten, sondern die Bürger vor Ort gemeinsam mit der Gemeinde. Der Windpark wurde auch damals schon mit in die Energieplanungen mit aufgenommen. In der Gemeinde werden auch mehrere Microfernwärmenetze betrieben. Der Windpark in Munderfing, der nun fertiggestellt ist, besteht aus 5 Anlagen mit je 3 Megewatt installierter Leistung, des Herstellers Vestas der neuesten Generation mit 112 m Rotordurchmesser.

Die Nabe befindet sich auf einem 140 m hohen Stahlturm. Von Anfang an wurde das Windenergieprojekt von allen Fraktionen im Gemeinderat mitgetragen. Das Ziel der Gemeinde, 100 % Erneuerbare Energie für Strom, Wärme und Verkehr für Haushalte und Gewerbe ist nun rechnerisch erreicht. Auch der Masterplan der Oberösterreichischen Landesregierung sieht einen deutlichen Ausbau der Windkraft vor. Leider bildeten sich auch Initiativen gegen den Bau. Z.B. die „Initiative zum Schutz des Kobernaußerwald“ und andere „Klimaschutzgegner“ bilden den Widerstand in der Region.

„Meist sind es pensionierte Unternehmer, die Unwahrheiten verbreiten, die unterstützt werden von der Industrievereinigung.“ so der Geschäftsführer Joachim Payr. Doch: „Mir kvoints net, war zweng,“ und deshalb sind in den Zeitungen Anzeigen gegen die Errichtung des Windpark geschalten worden. Behauptet wurde das große Schneißen in den Wald geschlagen werden, oder der ganze Wald abbrennen könnte wenn ein brennendes Windrad umfällt. „Doch wir haben die Verantwortung für die zukünftigen Generationen.“

Auch der Betreiber hatte in der Zeitung informiert und Anzeigen zur positiven Darstellung geschalten. Doch als der Bau los ging hatte sich das „Rad gewendet.“ Am ersten Sonntag als die erste Anlage aufgestellt war pilgerten 2000 Leute die 1,5 km hoch. Viele Schulklassen bekamen Führungen während des Baus. „Dieser gewaltige Zuspruch was balsam für meine Seele,“ so der überzeugte Windkraftler Joachim Payr. Erstmalig in Österreich betreibt die Gemeinde einen Windpark. So ist sichergestellt das jeder Bürger beteiligt ist, nicht nur jene die Geld haben. „Doch das sollte bei jedem Projekt ganz individuell gehandhabt werden,“ so sein Rat. Pro kW/h gibt es für 12 Jahre 9,5 Cent. Die Erhöhung des Kobernaußerwald macht einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen erst möglich, denn nach 12 Jahren gibt es den Börsenpreis, und der ist wegen der Solar.- und Windenergie in den letzten Jahren stark gesunken. Der Abstand in Österreich hängt sehr stark von der Schallentwicklung ab.

Die Anlagen dürfen bei der nächstgelegenen Wohnbebauung nicht mehr als 2 dB Schall über dem Grundschall der Umgebung entwickeln, was eine sehr nachbarschaftsfreundliche Regelung ist. In stillen Gegenden ist es oft sehr schwer die Schallwerte einzuhalten. In Deutschland dürfen die Anlagen am Tag nicht mehr als 70 dB und in der Nacht nicht mehr als 45 dB erzeugen. Große Teile des Kobernaußerwald, der den Österreichischen Bundesforsten gehört, sind sehr stark vom Käfer befallen worden. Die Anlagen wurden großteils auf diese Kahlflächen aufgestellt. Jetzt entsteht nach und nach wieder ein junger Mischwald. Für die Straßen mussten nur 200 Meter neue gebaut werden.

Für den Windpark wurden 500 Festmeter Holz eingeschlagen, was nicht viel ist, wenn man dem den jährlichen Einschlag von 16000 Festmeter im gesamten Kobernaußerwald gegenüberstellt. Mittels Pflug wurden 3 km Kabel in die Forstwege und 11 km bis zur nächsten Trafostation in den Boden, auf eine Tiefe von 1,2m, eingearbeitet. Für den Windpark wurde eine Ökobilanz gefordert. Diese beinhaltet eine Aufstellung über den Energieverbrauch, nicht nur für die Herstellung der Anlagen.

Auch den Energieverbrauch für das Rohstoff fördern, herstellen und verarbeiten, inklusive den Rückbau der Anlagen mit Wiederverwertung .

Demnach braucht eine Anlage 7,4 Montae um die Energie der Herstellung wieder zu erzeugen. Ein Kohlekraftwerk oder ähnliches benötigt Energie so lange es arbeitet. „Die Ökobilanz der Windenergie ist unschlagbar,“ waren sich die Zuhörer einig. Zum Abschluß lobte der Geschäftsführer von EWS, Joachim Payr, noch die Arbeiter auf der Baustelle, die es verstanden haben, trotz hoher Ansprüche an Ökologie Wald und oftmals die Nähe der Zuschauer und die großen Massen an Baumaterial und riesigen Baumaschinen, mit viel Fingerspitzengefühl und Sorgfalt erklassige Arbeit abgeliefert zu haben. Von Alex Reinmiedl (18. Mai 2014)

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