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Ohne Windkraft geht es nicht!

Offener Brief an Hr. Landrat Steinmaßl

Kreistagsfraktion widerspricht energisch, weil Windkraft dazugehört

Sehr geehrter Herr Landrat Hermann Steinmaßl,
Ihrer Aussage in der IRE-Expertenkonferenz in Seeon „Wir sollen die Wasserkraft bei uns nutzen, die Windradl gehören an die Küste“ gemäß Bericht im Traunsteiner Tagblatt vom 17.03. wollen wir energisch widersprechen.

Bis jetzt sind wir davon ausgegangen, dass das Ziel des Landkreises Traunstein, bis 2020 100% des hier verbrauchten Stromes mit Hilfe von Erneuerbaren Energien zu erzeugen, nur dann zu erreichen ist, wenn die Potenziale aller Formen der Erneuerbaren Energien auch optimal ausgenutzt werden.

Während der Kreistagssitzung am 03.02.2012 waren sich alle Fraktionen einig, dass Wasserkraft, Biomasse, Geothermie, Photovoltaik und Windkraft erhebliche Optimierungs- und Ausbaumöglichkeiten bieten, so dass das sicherlich sehr ambitionierte Ziel auch erreicht werden kann.

Warum Sie nun Herr Landrat, sechs Wochen nach dem parteiübergreifenden Konsens, diesen wieder aufkündigen, bleibt wohl Ihr Geheimnis.

Wasserkraft gegen Windkraft auszuspielen, ist sicherlich dem Ziel nicht dienlich.

Uns ist durchaus klar, dass nicht alle Projekte der erneuerbaren Energien bei den betroffenen Anwohnern mit Begeisterung aufgenommen werden. Wir möchten hier an die Diskussionen um den Bau von Windkraftanlagen zwischen Kammer und Waging, sowie um den möglichen Ausbau der Wasserkraft an der Salzach erinnern.

Diese Vorbehalte und Widerstände werden sich in weiten Bereichen nur dann auflösen lassen, wenn die Anwohner frühzeitig in die Planungen mit einbezogen werden. Weiterhin ist es für den Erfolg der Projekte von enormer Bedeutung, dass sich die Bürger vor Ort auch finanziell an den Projekten beteiligen und so einen Teil des Gewinns einstreichen können.

Der große Vorteil einer dezentralen, auf Erneuerbare Energien gegründeten Energieversorgung ist – neben den Vorteilen für den Klimaschutz –, dass das Geld in der Region bleibt. Die Menschen vor Ort werden zu Profiteuren der Energiewende. Zudem können die Kosten für den Stromnetzausbau reduziert werden, wenn die Energie dezentral, vor Ort bei den Verbrauchern erzeugt wird.

Photovoltaik- und Windkraftanlagen eignen sich hervorragend für Bürgerbeteiligungsprojekte.

Wir Kreisrät*innen von Bündnis 90/Die Grünen haben uns im letzten Jahr intensiv über Möglichkeiten von Bürgerbeteiligungen an der Energiewende informiert.

Wie Beispiele aus bayerischen Kommunen wie Wilpoldsried und Neumarkt in der Oberpfalz zeigen (übrigens werden sie von CSUlern regiert), eignen sich Windkraftanlagen hervorragend, für Projekte der Bürgerbeteiligung mit beachtlichen Renditen.

Wir können uns nicht vorstellen, dass gerade Sie, Landrat Hermann Steinmaßl, den Bürger*innen des Landkreises Traunstein die finanziellen Chancen der Energiewende vorenthalten wollen.

Deshalb fordern wir Sie auf, Ihren Widerstand gegen Windkraftanlagen aufzugeben und zu einem konstruktiven Dialog zurückzukehren.

Die Kreisrät*innen von Bündnis 90/Die Grünen
gez.: Sepp Hohlweger, Ruhpolding
Burgi Mörtl-Körner, Traunstein
Willi Geistanger, Siegsdorf
Hans Kern, Waging
Inge Kämpfl, Waging
Dr. Kathrin Kurz-Hüller, Kirchanschöring
Martin Czepan, Traunreut
Gretl Gineiger, Traunreut
Bernd Paetzelt, Trostberg

(22. März 2012)

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